Tallinn – die Hauptstadt von Estland

Tallinn ist die Hauptstadt der Republik Estland und besitzt eine nahezu komplett erhaltene mittelalterliche Altstadt, die im Jahr 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Tallinn
Tallinn - die Hauptstadt von Estland

Das Wahrzeichen von Tallinn ist die mittelalterliche Altstadt, die noch heute von einer dicken Mauer umgeben ist. Die erste urkundliche Erwähnung der estnischen Hauptstadt erfolgte im Jahr 1154. Damals existierte auf dem Domberg im heutigen Stadtgebiet nicht mehr als ein mittelalterlicher Handelsplatz und eine Burg. Das änderte sich, als der dänische König Waldemar im Jahr 1219 die Burg eroberte. Die Skandinavier ließen sich an diesem Ort nieder und gründeten eine Stadt. Später wurde die Stadt unter dem Namen "Reval" bekannt und gehörte seit dem 14. Jahrhundert dem Verbund der Hanse an. Die Kaufleute erlangten durch die schwunghaften Handelsbeziehungen bemerkenswerten Reichtum. Zahlreiche Gebäude im Altstadtkern zeugen noch heute vom einstigen Glanz der mittelalterlichen Handelsmetropole. Typisch für die Architektur hinter den wehrhaften Stadtmauern sind die spitzen Giebel vieler Kaufmannshäuser.

In der historischen Altstadt drängen sich die Gebäude eng aneinander. Die schmalen Gassen besitzen ein Kopfsteinpflaster und scheinen sich seit dem Mittelalter kaum verändert zu haben. Im Zentrum von Tallinn liegt der Rathausplatz. Eindrucksvollstes Bauwerk ist das gotische Rathaus aus dem 13. Jahrhundert. Im Turm des Gebäudes befindet sich eine Aussichtsplattform, von der Sie einen fantastischen Blick über die Hafenstadt haben. Das Gebäude der gegenüberliegenden Ratsapotheke wurde im Jahr 1422 erstmalig erwähnt. Zu den bedeutendsten mittelalterlichen Monumenten in Tallinn gehört die mächtige Stadtmauer. Mit dem Bau wurde im 13. Jahrhundert begonnen und erst 300 Jahre später wurde die Befestigungsanlage komplett fertiggestellt. Von den einst 40 Türmen sind heute noch 26 erhalten. Keiner Macht gelang es jemals, die gewaltigen Schutzmauern zu durchbrechen und die Stadt einzunehmen. Zu den mächtigsten Türmen der Stadtmauer gehört der als "Dicke Margarete" bezeichnete Kanonenturm. Er besitzt einen Durchmesser von 25 Metern und beherbergt heute das Seefahrtsmuseum Estlands.

Zahlreiche Kirchen erheben sich in der dicht bebauten Altstadt von Tallinn. Die spätgotische St.Nikolaikirche wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Der Hauptaltar stammt aus dem Jahr 1481. Daneben sind die Heiliggeistkirche aus dem 14. Jahrhundert und die Olaikirche aus dem 13. Jahrhundert sehenswerte Sakralbauten. Ein Beispiel für den damaligen Reichtum der Kaufleute ist das Haus der Schwarzenhäupterbruderschaft. Das Gebäude war Stammsitz einer Gilde deutschstämmiger Kaufleute und besitzt eine prunkvolle Fassade, die im Stil der Renaissance gestaltet wurde. Auf dem Domberg erwartet Sie ein weiterer Sakralbau aus jüngerer Vergangenheit. Die russisch-orthodoxe Alexander-Newskij-Kathedrale ließ der Zar im Jahr 1894 erbauen. Ein eindrucksvolles Bauwerk der Gegenwart ist das Kumu Kunstmuseum im Stadtteil Kadriorg. Das Museum wurde im Jahr 2006 eröffnet und die Architektur geht auf Entwürfe eines finnischen Architekten zurück.

Tallinn ist eine moderne Großstadt mit einem pulsierenden Stadtzentrum. Sie liegt direkt am Finnischen Meerbusen rund 80 Kilometer südlich der finnischen Hauptstadt Helsinki an der Ostsee. Die Stadt besitzt einen großen Fährhafen. Regelmäßige Fährverbindungen bestehen zu zahlreichen Hafenstädten in Skandinavien und Russland. Außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern hat sich Tallinn zu einer modernen europäischen Großstadt entwickelt. Gläserne Wolkenkratzer symbolisieren den wirtschaftlichen Aufschwung, der in Estland nach Erlangung der Unabhängigkeit von der ehemaligen Sowjetunion im Jahr 1991 eingesetzt hat. Im Nordosten von Tallinn liegt der Jachthafen, an den sich ein langer Sandstrand anschließt. Hier befindet sich in den Sommermonaten die Partymeile der Stadt. Auf der Strandpromenade tummeln sich Jogger und Inlineskater. Einen erstklassigen Überblick über das Stadtgebiet genießen Sie von der Aussichtsplattform des Fernsehturms. Bei guter Sicht ist in der Ferne die finnische Küste zu erkennen.

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