Geschichte Deutschlands - ein kurzer Überblick

Einen ersten Hinweis auf eine Besiedlung des heutigen Deutschlands gibt ein alter Unterkiefer, der in der Nähe von Heidelberg in Mauer entdeckt wurde. Sein Alter wird auf etwa 600.000 Jahre datiert. Spätere Indizien für eine Besiedlung durch den Homo Sapiens fanden sich in einer Höhle in der Schwäbischen Alb. Auf einer etwa 35.000 Jahre alten Felsmalerei wird dort ein Mensch dargestellt.

Deutschland Geschichte
Deutschland Geschichte - Brandenburger Tor Berlin

Germanische und keltische Stämme finden ihre erste Erwähnung in römischen Aufzeichnungen etwa um 500 v. Chr. Zu jener Zeit war der heutige süddeutsche Raum von Kelten und der norddeutsche Raum von Germanen besiedelt.
Im Zeitraum 50 v. Chr. bis 5. n. Chr. waren die Landstriche westlich des Rheins und südlich der Donau Teil des Römischen Reiches. Die ältesten Städte des heutigen Deutschlands – Trier, Köln, Bonn und Augsburg – gehen auf die Römerzeit zurück.

Der Kern der deutschen Geschichte bezieht sich auf die Entstehung des Königtums Deutschland im 10. Jahrhundert. Die Anwohner waren zu jener Zeit die Nachkommen von Germanen und Kelten sowie von römischen Siedlern. Den Grundstein für die Herrschaft der Ottonen legte die enge Verbindung zum römischen Papst.

Ein weiterer bedeutender Bestandteil der deutschen Geschichte ist die Reformation durch Martin Luther, der 1517 seine weltbekannten 95 Thesen veröffentlichte. Im Jahre 1519 wurde Karl V., ein Habsburger, zum König ernannt.

In den Jahren 1618–1648 kam es zum Dreißigjährigen Krieg, in welchem es um die Vorherrschaft in Deutschland sowie in Europa sowie um den Streit der Religionen ging und welcher durch den Westfälischen Frieden beendet wurde. Der Westfälische Frieden führte zu einer gütlichen Einigung zwischen den Kriegsparteien.

In den Jahren 1740–1763 stiegen die Preußen zur europäischen Großmacht auf. Ihre Vorherrschaft wurde durch die Französische Revolution (1789–1794) beendet. Nachdem die Restauration und erneute Revolution scheiterte wurde im Jahre 1871 das Deutsche Reich gegründet. Die innen- und außenpolitische Führung übernahm Otto von Bismarck. Am 15. März 1890 verlor Kanzler Bismarck den Rückhalt durch Kaiser Wilhelm und trat am 18. März 1890 von seinem Amt zurück.

Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand im Jahre 1914 wurde zum Auslöser des 1. Weltkrieges. Der 1. Weltkrieg dauerte vier Jahre an und wurde im Jahre 1918 beendet. Nach der Novemberrevolution, in der deutsche Städte von Arbeiterräten sowie Soldatenräten übernommen wurden, kam es zum Ausruf der Weimarer Republik.

Nach Jahren der Stabilität folgte 1929 die Weltwirtschaftskrise, die zum Aufstieg der Nationalsozialisten führte und den Untergang der Republik hervorrief.

Im Jahre 1933 erfolgte die Machtübernahme durch die NSDAP und die Wandlung in eine Diktatur unter Adolf Hitler, welcher im selben Jahr zum Reichskanzler ernannt wurde. Der deutsche Angriff auf Polen im Jahre 1939 löste den Zweiten Weltkrieg aus. Nach dem 1945 verlorenen Krieg wurde Deutschland unter den Siegermächten USA, Sowjetunion, Großbritannien sowie Frankreich in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Am 24. Mai 1949 wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (BRD) in Kraft gesetzt. Beinahe parallel dazu kam es am 7. Oktober 1949 zur Gründung der Deutschen Demokratischen Republik in der sowjetischen Besatzungszone und schließlich zum Bau der Berliner Mauer 1961. Die Bundesrepublik Deutschland wurde von den Kanzlern Adenauer, Erhard, Brandt, Schmidt und Helmut Kohl geführt.

In den Jahren 1989 und 1990 kam es zum Niedergang der DDR und zur Wende unter Kanzler Kohl. Die Wiedervereinigung Deutschlands zählt zu einem der Höhepunkte in der bisherigen deutschen Geschichte. Bei den Bundestagswahlen 1998 wurde zum ersten Mal ein Bundeskanzler durch das Volk gewählt. (Vorherige Kanzler wurden z. B. wegen innerparteilichen Wechseln ins Amt berufen.) Die Wahl fiel auf Gerhard Schröder (SPD), der in zwei Amtszeiten bis zum Jahre 2005 als Bundeskanzler in Deutschland agierte. Im Jahre 2005 erhielt bei den Bundestagswahlen die CDU die Mehrheit und Angela Merkel wurde neue Bundeskanzlerin. Ihre Wiederwahl erfolgte im Jahr 2009. Angela Merkel ist nach sieben männlichen Vorgängern die erste Frau in diesem Amt.

Aufgrund der vielfältigen geschichtlichen Einflüsse bietet Deutschland heute ein umfassendes Angebot an kulturellen Highlights und altehrwürdigen Gebäuden. Besucher schätzen die lange Geschichte, die in unterschiedlichen Museen, u. a. im Deutschen Historischen Museum in Berlin, zu erleben ist.

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