Bremen - Tradition als freie Reichs- und Hansestadt

Die Freie Hansestadt Bremen gehört mit einer Einwohnerzahl von knapp 550.000 zu den 10 größten Städten Deutschlands und bildet mit der Exklave Bremerhaven ein eigenständiges Bundesland.

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Bremen - Tradition als freie Reichs- und Hansestadt

Bremen blickt auf eine lange Tradition als freie Reichs- und Hansestadt zurück. Die Stadt an der Weser erlangte im Mittelalter durch weitreichende Handelsbeziehungen zu Wohlstand. Im mittelalterlichen Stadtzentrum der Hansestadt ist der Geist vergangener Epochen noch heute spürbar. Die Besiedlungsgeschichte des Stadtgebietes lässt sich bis in das erste nachchristliche Jahrhundert nachweisen. Ab dem 8. Jahrhundert gewann Bremen Einfluss als Bischofssitz und Handelsniederlassung. Im Jahr 1186 wurde die Stadt von Kaiser Friedrich I. Barbarossa in den Rang einer Reichsstadt erhoben. Dem mittelalterlichen Kaufmannsbund der Hanse trat Bremen im Jahr 1260 bei, erwies sich in der Folge jedoch nicht immer als verlässlicher Bündnispartner. Mit zunehmendem Wohlstand strebte die Stadt nach Unabhängigkeit. Große Bedeutung für die Entwicklung hatte der Hafen an der Weser. Im Jahr 1783 nahmen Bremer Kaufleute direkte Handelsbeziehungen mit den USA auf.

Die lange Geschichte Bremens wird auf einem Stadtbummel durch die historische Altstadt spürbar. Der alte Marktplatz bildet den Mittelpunkt des städtischen Geschehens. Hier erhebt sich das historische Rathaus, das in der Blütezeit der Hansestadt im Jahr 1410 errichtet wurde. Die Fassade wurde in späteren Jahrhunderten erweitert und vereint Elemente der Gotik und der Renaissance. Neben dem Rathaus steht mit dem Roland das Wahrzeichen der Stadt Bremen. Die zehn Meter hohe Steinfigur wurde als Zeichen der Freiheit und Unabhängigkeit der Stadt im Jahr 1404 aufgerichtet. Gemeinsam mit dem historischen Rathaus gehört der Roland zum Weltkulturerbe der UNESCO. An der Westseite des Rathauses können Sie mit den Bremer Stadtmusikanten ein weiteres Wahrzeichen der Stadt besichtigen. Die Bronzestatue besitzt eine Höhe von zwei Metern und wurde im Jahr 1953 installiert. Am Denkmal der Bremer Stadtmusikanten endet offiziell die Deutsche Märchenstraße.

Unmittelbar an das alte Rathaus schließt sich das neue Rathaus der Stadt an. Es wurde im Stil der Neorenaissance erbaut und im Jahr 1913 eröffnet. Der Marktplatz wird darüber hinaus vom wiederaufgebauten Sitz der Kaufleute, dem sogenannten Schütting, und Giebelhäusern mit historischer Fassade eingerahmt. Gegenüber der Rolandfigur erhebt sich der Dom St. Petri, der auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus im 13. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut wurde. In der Kathedrale befindet sich das Dommuseum und die als Bleikeller bezeichnete Krypta im Ostflügel. Zu den sehenswerten Attraktionen in der Bremer Altstadt gehört die etwa 100 Meter lange Böttcherstraße. Sie bildet die Verbindung zwischen Marktplatz und Weser und war einst Sitz der Fassmacher. Die mittelalterlichen Gebäude sind verschwunden, doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Straße mit engen Gassen und Hinterhöfen vom Kaufmann Ludwig Roselius im expressionistischen Stil neu gebaut. Das einzige erhaltene Stadtviertel aus dem Mittelalter ist das Schnoorviertel. In den engen Gassen waren einst zahlreiche Handwerksbetriebe ansässig.

Ähnlich wie in Hamburg die Hafencity entsteht in Bremen mit der Überseestadt ein neues Stadtviertel. Die alten Speicher werden um neue Wohnanlagen ergänzt und in das Stadtbild integriert. Die Überseestadt gehört zu den größten Stadtentwicklungsprojekten in Europa. Um Raum für die ehrgeizigen Planungen zu schaffen, wurde das Hafenbecken des Überseehafens mit Sand verfüllt und auf der entstandenen Fläche neue Gebäude errichtet. Einen Besuch der sogenannten Schlachte sollten Sie bei Ihrem Besuch in Bremen nicht verpassen. Dabei handelt es sich um eine Promenade, die sich vor der Bremer Altstadt am Ufer der Weser entlangzieht. Auf der befestigten Uferanlage befinden sich zahlreiche Lokale, Biergärten und Restaurants, die Sie mit kulinarischen Köstlichkeiten aus der ganzen Welt verwöhnen. Nach Einbruch der Dunkelheit spielt sich hier ein Großteil des Bremer Nachtlebens ab. Kunst- und kulturinteressierten Besuchern stehen in Bremen zahlreiche Museen und Ausstellungen zur Auswahl. Zu den bedeutendsten völkerkundlichen Museen gehört das Überseemuseum am Hauptbahnhof. Dort werden unzählige Ausstellungsstücke aus allen Kontinenten der Erde präsentiert, die Handelsreisende und Kaufleute seit dem Mittelalter zusammengetragen haben.

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