Düsseldorf - "die längste Theke der Welt"

Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf ist mit einer Einwohnerzahl von knapp 600.000 die zweitgrößte Stadt des westdeutschen Bundeslandes.

Düsseldorf
Düsseldorf - die "längste Theke der Welt"

Düsseldorf entstand aus einer mittelalterlichen Siedlung, die sich am kleinen Fluss Düssel entlangzog. Der Fluss stand Pate bei der Namensgebung für die Stadt, die im Jahr 1288 nach der Schlacht von Worringen die Stadtrechte verliehen bekam. In der wechselvollen Geschichte war die Stadt am Rhein mehrmals Residenz- und Landeshauptstadt verschiedener Fürstentümer. Später stand Düsseldorf unter französischem Einfluss, der erst mit der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813 beendet wurde. Unter französischer Herrschaft wurden in Düsseldorf städtebauliche Projekte vorangetrieben. Es entstand die sogenannte Neue Allee, die später als Königsallee zum Düsseldorfer Prachtboulevard ausgebaut wurde, und der Boulevard Napoleon wurde angelegt und bepflanzt. Nach dem Ende der Herrschaft Napoleons fiel die Stadt an Preußen und verlor sämtliche Privilegien als Landeshauptstadt. Mit Beginn der Industrialisierung wurde Düsseldorf ein bedeutender Wirtschaftsstandort und nach dem Zweiten Weltkrieg Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen.

Im Stadtgebiet von Düsseldorf befinden sich zahlreiche Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen und auf eine lange Geschichte zurückblicken. Zu den ältesten Bauwerken gehört die Ruine der Kaiserpfalz im Stadtteil Kaiserwerth. Die Burg wurde im Jahr 1016 auf den Grundmauern eines alten Klosters errichtet. Zum Ende des 12. Jahrhunderts wurde sie zur wehrhaften Festung ausgebaut und zu Beginn des 18. Jahrhunderts von französischen Truppen zerstört. In der Altstadt von Düsseldorf erhebt sich mit dem Schlossturm am Burgplatz der einzige Überrest des Düsseldorfer Schlosses. Die Anlage wurde bei einem Brand im Jahr 1872 vollständig zerstört. Burg Angermund gehört ebenfalls zu den ältesten Bauwerken der Stadt. Die Anlage wurde ursprünglich im 14. Jahrhundert erbaut und später umgestaltet. Im Zeitalter der Renaissance und des Barock entstanden weitere Schlösser und aufwendig gestaltete Landschaftsgärten in Düsseldorf. Schloss Garath, Schloss Benrath, Schloss Jägerhof und das Hofgärtnerhaus stehen exemplarisch für den Baustil dieser Epochen.

Die bekannteste Einkaufsstraße der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt ist die Königsallee. In der Mitte des Prachtboulevards verläuft der Stadtgraben, der von Bäumen gesäumt wird. Der Graben endet an der sogenannten Tritonengruppe. Dabei handelt es sich um einen Brunnen aus dem Jahr 1902, der als ein Wahrzeichen der Stadt gilt. Auf der Königsallee drängen sich exklusive Designergeschäfte und Edelboutiquen aneinander. Weniger bekannt, aber deutlich umsatzstärker ist die Schadowstraße. Sie gehört zu den meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands und befindet sich im nördlichen Teil des Stadtzentrums. Als "längste Theke der Welt" wird die Düsseldorfer Altstadt bezeichnet. Unzählige Kneipen, Bars, Klubs und Diskotheken drängen sich hier auf vergleichsweise engem Raum aneinander. Zu den Spezialitäten der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt gehört das Altbier, das einen festen Platz in der Kultur der Düsseldorfer Bevölkerung einnimmt.

Düsseldorf schneidet in der Beurteilung der Lebensqualität und Infrastruktur überdurchschnittlich gut ab. Die Stadt belegt im internationalen Vergleich regelmäßig vordere Plätze. Grund dafür ist die solide wirtschaftliche Lage Düsseldorfs. Die Stadt ist als eine der wenigen deutschen Städte schuldenfrei und zeichnet sich gleichzeitig durch einen hohen Vermögensstand aus. Das Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung liegt deutlich über bundesdeutschem Durchschnitt. Nicht zuletzt tragen die zahlreichen Grünflächen und Gartenanlagen zum hohen Lebensniveau in der Stadt bei.

Häufig wird Düsseldorf als Gartenstadt bezeichnet, womit dem hohen Anteil an begrünten Flächen im Stadtgebiet Rechnung getragen wird. Große Teile der Uferzone des Rheins sind nicht bebaut und werden zur Naherholung genutzt. Im Jahr 1769 entstand in Düsseldorf mit dem Hofgarten der erste öffentlich zugängliche Volksgarten Deutschlands. Mit Unterstützung privater Gelder folgten später weitere Landschaftsgärten. 1875 öffnete der Florapark seinen Tore für den Besucherverkehr und ein Jahr später wurde der Zoologische Garten eingeweiht. Eine Würdigung für die Anlage zahlreicher Grünflächen erfuhr die Stadt mit der Ausrichtung der Gartenbau-Ausstellung im Jahr 1904. Im Anschluss entstanden der Südpark und der Rheinpark Golzheim. An der Stadtgrenze von Düsseldorf liegt das Naherholungsgebiet Unterbacher See mit zahlreichen Sport- und Freizeitmöglichkeiten.

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