Leipzig - Barock, Jugendstil und Klassizismus

Leipzig ist eine sächsische Großstadt, die sich bereits im Mittelalter zu einem bedeutenden Handelszentrum entwickelte und auf eine lange Tradition als Musikstadt zurückblickt.

Leipzig
Leipzig - Barock, Jugenstil und Klassizismus

Leipzig entstand im Mittelalter aus einer slawischen Siedlung am Kreuzungspunkt bedeutender Handelsstraßen. Im Jahr 1165 verlieh Markgraf Otto der Reiche Leipzig das Stadtrecht. In der Folge erlebte die einstige Siedlung am Ufer des Flusses Parthe einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Seit dem 15. Jahrhundert gehörte die Stadt zunächst zum Kurfürstentum Sachsen und ging später im Herzogtum Sachsen auf. Leipzig gehört zu den ältesten Universitätsstädten Deutschlands. Unter dem Begriff Alma Mater Lipsiensis wurde im Jahr 1409 die Universität der Stadt gegründet. Zu einem bedeutenden Messestandort wurde Leipzig mit der Ernennung zur Reichsmessestadt im Jahr 1497. Es entwickelte sich ein reger Güteraustausch zwischen den slawischen Regionen im Osten und Westeuropa. Im Jahr 1813 stand die Stadt während der Napoleonischen Kriege im Mittelpunkt des Geschehens. Damals fand vor den Toren Leipzigs die entscheidende Schlacht zwischen den französischen Truppen und den verbündeten Gegnern statt, die mit einer Niederlage Napoleons endete.

An die Schlacht bei Leipzig erinnert das Völkerschlachtdenkmal, das im Gedenken an die Niederlage Napoleons im Jahr 1898 errichtet wurde. Das Denkmal gilt heute als Wahrzeichen Leipzigs. In der Innenstadt befinden sich bedeutende Bauwerke aus verschiedenen Jahrhunderten der Zeitgeschichte, die Sie im Rahmen einer Rundgangs besuchen können. Zu den ältesten Bauwerken gehören die Nikolaikirche und die Thomaskirche. Die Nikolaikirche wurde als romanischer Bau im 12. Jahrhundert erbaut und im Mittelalter im Stil der Gotik umgestaltet. In der jüngeren Vergangenheit spielte die Kirche eine wichtige Rolle als Ausgangspunkt für die Montagsdemonstrationen, die im Jahr 1989 schließlich zum Fall der Berliner Mauer und zum Sturz der DDR-Diktatur führten. Das Alte Rathaus aus dem Jahr 1557 erhebt sich im Stadtzentrum. Der Renaissancebau beeindruckt mit einer außergewöhnlichen Architektur, die von den damals üblichen symmetrischen Formen abweicht.

Zahlreiche Barockbauten sowie Gebäude des Jugendstils und des Klassizismus dominieren das Stadtbild Leipzigs im Zentrum. Prächtige Bürgerhäuser und alte Handelshöfe erinnern noch heute an den einstigen Reichtum der alten Handelsmetropole. Eine prachtvolle Passage ist die Mädlerpassage, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Stil mailändischer Architektur erbaut wurde. In der Passage befindet sich mit dem Auerbachs Keller die bekannteste gastronomische Einrichtung der Stadt. Das Weinlokal war bereits im 16. Jahrhundert bekannt und spielte eine Rolle in Goethes Meisterwerk "Faust". Rund um den Naschmarkt befindet sich ein ganzes Gebäudeensemble, das im Barockstil errichtet wurde. Die eindrucksvolle Architektur des Historismus können Sie bei einem Besuch des Reichsgerichtsgebäudes bewundern. Es wurde im Jahr 1895 fertiggestellt und erinnert stark an das Reichstagsgebäude in Berlin. Zahlreiche Gebäude in der Stadt erinnern an das Wirken berühmter Persönlichkeiten. Neben den Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy und Johann Sebastian Bach lebte auch Friedrich Schiller einige Zeit in Leipzig.

Das Schillerhaus befindet sich im Stadtteil Gohlis und gleicht von außen einer Bauernkate. Das Mendelssohn-Haus erinnert an den großen Komponisten, der bis zu seinem Tod am Leipziger Gewandhaus wirkte. Das Orchester des Gewandhauses wurde im Jahr 1781 gegründet und genießt heute in der ganzen Welt einen hohen Bekanntheitsgrad. Nicht weniger berühmt ist der Leipziger Thomanerchor, dessen bekanntester Kantor der Komponist Johann Sebastian Bach war. Von 1723 bis 1750 hatte er diese Position inne. Leipzig besitzt eine breit gefächerte Kneipenlandschaft, deren Entwicklung auf den Verzicht einer Sperrstunde gefördert wurde. Im Barfußgässchen erleben Sie in lauen Sommernächten italienisches Flair in den unzähligen Bars und Cafés. Die 500.000 Einwohner zählende Großstadt besitzt zahlreiche Landschaftsgärten, die von der Bevölkerung als Naherholungsgebiet genutzt werden. Der Volkspark, der Palmengarten und der repräsentative König-Albert-Park gehören zu dem meistgenutzten Anlagen dieser Art. Zu beliebten Ausflugszielen gehören darüber hinaus der Zoologische Garten und der botanische Garten der Universität Leipzig.

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