Frankreich und seine Geschichte

Die Besiedlung des heutigen Frankreichs konnte bis in die Altsteinzeit nachgewiesen werden. Die Felsmalereien in der Höhle von Lascaux sind zwischen 17.000 und 19.000 Jahre alt und gehören zu den ältesten Kunstwerken der Menschheitsgeschichte.

Frankreich Geschichte
Frankreich Geschichte - Pont du Gard

In der Antike erfolgten etwa ab dem Jahr 600 v. Chr. die ersten Siedlungsgründungen durch griechische und phönizische Händler an der Mittelmeerküste. Zur gleichen Zeit besiedelten die Kelten weite Teile im Norden des Landes. Die Römer bezeichneten die Einwohner später als keltische Gallier. Als erster Nationalheld Frankreichs wird der keltisch-gallische Fürst Vercingetorix verehrt, der die gallischen Völker im Krieg gegen den römischen Feldherrn Gaius Julius Cäsar vereinte und im siebten Jahr des Gallischen Krieg im Jahr 51 v. Chr. schließlich unterlag.

Zwischen 58 v. Chr. und 51 v. Chr. wurde das Gebiet Galliens durch Julius Cäsar erobert und in vier römische Provinzen aufgeteilt. Die meisten Stadtgründungen erfolgten unter römischer Vorherrschaft. Nach dem Zerfall des Weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert n. Chr. wanderten zunehmend germanischen Stämme und Völker in das Gebiet Galliens ein. Nach einer kurzen Herrschaft der Westgoten erfolgte unter dem Frankenkönig Chlodwig I. die Gründung des Reiches der Merowinger. In die Kultur fanden zahlreiche römische Werte Eingang und es wurden Einrichtungen der antiken Großmacht übernommen. Auf die Dynastie der Merowinger folgten die Karolinger, deren Herrscher Karl der Große im Jahr 800 zum Kaiser gekrönt wurde. 43 Jahre später wurde das Frankenreich aufgeteilt. Der westliche Teil entspricht heute zum größten Teil dem Staatsgebiet Frankreichs.

Im Mittelalter erlebte das Königtum in Frankreich einen Aufstieg. Die Zeit war geprägt von ständigen Auseinandersetzungen mit dem französischen Hochadel, der nach Unabhängigkeit strebte, und der weltlichen Macht der Klöster. Im 12. Jahrhundert begann unter König Ludwig VII. eine Reihe von kriegerischen Auseinandersetzungen mit England, die erst mit dem Ende des Hundertjährigen Krieges im Jahr 1453 beendet wurden. Zu Beginn der Neuzeit war das Königtum in Frankreich wiedererstarkt und sah sich in der Renaissance einer ständigen Bedrohung durch die Habsburger ausgesetzt, deren Herrschaftsbereiche sich auf Länder rund um Frankreich erstreckten.

Im 17. Jahrhundert war der König von Adel und Kirche weitestgehend unabhängig und es entstand ein absolutistischer Staat. Auf Betreiben des Kardinals Richelieu griff das Land im Jahr 1635 in den Dreißigjährigen Krieg ein. Bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden im Jahr 1648 erhielt Frankreich Gebiete im Elsass zugesprochen. Den Höhepunkt der absolutistischen Herrschaft erreichte Frankreich unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV., der bis zum Jahr 1715 herrschte und unter anderem das Schloss Versailles bei Paris errichten ließ.

Im Jahr 1789 führten die sich ständig verschlechternden Lebensbedingungen des Volkes zur Französischen Revolution. Die Menschen- und Bürgerrechte wurden zu einer wichtigen Errungenschaft dieser Zeit. Im Jahr 1793 wurde die Erste Republik ausgerufen, die jedoch nicht lange Bestand hatte und mit einer Terrorherrschaft unter Robespierre endete. Die chaotische Situation in Frankreich nutzte Napoleon Bonaparte und ergriff mit einem Staatsstreich im Jahr 1799 die Macht. Fünf Jahre später krönte er sich selbst zum Kaiser und unterwarf mit dem folgenden Feldzug alle Länder Europas. In der Völkerschlacht bei Leipzig erlitten die französischen Truppen nach dem fehlgeschlagenen Russland-Feldzug eine entscheidende Niederlage. Napoleon wurde auf die Mittelmeerinsel Elba verbannt und kehrte im Jahr 1815 zurück. Nach einer 100-Tage-Regierung wurde er nach der Niederlage in der Schlacht bei Waterloo endgültig verbannt.

Im Jahr 1848 erfolgte in Frankreich eine bürgerliche Revolution, die mit der Errichtung der Zweiten Republik endete. Präsident wurde Louis Napoléon Bonaparte, der sich im Jahr 1852 zum Kaiser krönen ließ. Die Herrschaft endete mit einer Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg. Die Dritte Republik hatte von 1871 bis 1940 Bestand. Zu dieser Zeit erreichte das französische Kolonialreich seine größte Ausdehnung. Im Ersten Weltkrieg schloss Frankreich ein Bündnis mit dem Vereinigten Königreich und ging als eine Siegermacht aus den bewaffneten Auseinandersetzungen hervor.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Frankreich im Jahr 1940 von deutschen Truppen besetzt und die Hauptstadt Paris wurde kampflos übergeben. Mit der Landung der Alliierten in der Normandie wurden das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands eingeleitet. Am 13. Oktober 1946 wurde mit der Verabschiedung der Verfassung durch einen Volksentscheid die Vierte Republik ausgerufen. 1949 war das Land ein Gründungsmitglied der NATO und im Jahr 1958 kam es zur Gründung der Fünften Republik. Der Vertrag von Maastricht über die Europäische Union wurde von Frankreich im Jahr 1992 ratifiziert und am 1. Januar wurde der Euro als offizielles Zahlungsmittel eingeführt.

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