Louvre

Der Louvre ist ein einstiger Königspalast im Herzen von Paris, der einst zum zerstörten Pariser Stadtschloss gehörte. In dem historischen Gebäude ist heute das Musée du Louvre untergebracht, das mit seinen wertvollen Kunstschätzen zu den meistbesuchten Museen der Welt gehört.

Louvre
Louvre

Die Geschichte des Louvre reicht zurück bis in das 12. Jahrhundert, als der französische König Philipp-August eine Festung am rechten Ufer der Seine zum Schutz der Stadt errichten ließ. Nachdem sich das Stadtgebiet von Paris im 14. Jahrhundert immer weiter ausdehnte, verlor die Trutzburg ihre Schutzfunktion und wurde unter Karl V. zu einer Residenz umgebaut. Ab 1528 erfolgten weitergehende Umbaumaßnahmen, die aus der mittelalterlichen Verteidigungsanlage ein prunkvolles Königsschloss machten. Unter Heinrich II. wurde der Palast im 16. Jahrhundert Hauptwohnsitz der französischen Könige und im Stil der italienischen Renaissance umgestaltet. Die folgenden Herrscher passten das Gebäude an ihre persönlichen Bedürfnisse an und erst nach dem Umzug des Königshofes unter Ludwig XIV. nach Versailles im Jahr 1682 verlor der Louvre an Bedeutung.

Nach der Französischen Revolution wurde der Palast im Jahr 1793 zum Museum, in dem die Kunstschätze des französischen Adels zusammengetragen wurden. Unter Napoleon II. erhielt der Louvre im 19. Jahrhundert sein heutiges Aussehen, nachdem er unter der Herrschaft von Napoleon Bonaparte wieder als Regierungssitz gedient hatte. Mit dem endgültigen Umzug des französischen Präsidenten in den Élysée-Palast im Jahr 1873 verlor das Gebäude endgültig den Status als Herrschersitz. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts fanden umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen am Louvre statt, in deren Verlauf weniger die Außenfassade verändert, als vielmehr die Innenräume an die Anforderungen des Museums angepasst wurden. Im Jahr 1981 legte der damalige französische Präsident François Mitterrand fest, den gesamten Bauwerkskomplex der musealen Nutzung zu übergeben. Im Jahr 1989 wurde die Glaspyramide im Innenhof des Louvre eröffnet, die nach anfänglicher Ablehnung heute ein Wahrzeichen der französischen Hauptstadt ist.

Gemessen an der Ausstellungsfläche ist das Musée du Louvre das drittgrößte Museum der Welt. Die Sammlung umfasst knapp 400.000 Kunstwerke aus verschiedenen Epochen der Zeitgeschichte von denen rund 35.000 Ausstellungsstücke gezeigt werden. Das Museum umschließt eine Fläche von 60.000 Quadratmetern und besitzt Exponate von unschätzbarem Wert. Herzstück des Museums sind die Sammlungen italienischer Renaissancemalerei, der französischen Malerei des 15. bis 19. Jahrhunderts und der flämischen Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts. Als Begründer der Sammlung gilt der französische König Franz I, der im 16. Jahrhundert die ersten Stücke zusammentrug. Er war ein Verehrer des Allroundgenies Leonardo da Vinci, dessen Werke nach seinem Tod im Jahr 1519 in den Besitz des Königs übergingen. Vermutlich fand auf diesem Weg auch das berühmte Gemälde der Mona Lisa Eingang in die Sammlung. Bis heute gehört das Gemälde zu den wertvollsten und bekanntesten Stücken im Pariser Louvre. Später kamen Werke von Tizian, Raffael, Rubens und Rembrandt hinzu. Berühmte Werke im Louvre sind unter anderem das "Selbstbildnis" von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1493, das "Narrenschiff" von Hieronymus Bosch und "Die Freiheit führt das Volk" von Eugène Delacroix aus dem Jahr 1830.

Neben den kostbaren Gemäldesammlungen befindet sich im Museum des Louvre eine umfangreiche griechisch-römische Antikensammlung mit zahlreichen Skulpturen und Kunstwerken. Darüber hinaus werden in den Ausstellungsräumen 60 osmanische Keramikfliesen aus dem 17. Jahrhundert aufbewahrt, die im Jahr 1895 von einem französischen Restaurator in der Türkei entwendet wurden. Albert Sorlin Dorigny war am Ende des 19. Jahrhunderts unter anderem an der Restaurierung der Hagia Sophia in Istanbul beteiligt und stahl während dieser Zeit zahlreiche Kunstschätze, die anschließend nach Frankreich verschifft wurden. Im Jahr 1993 wurde das Gebäude des Louvre an die unterirdische Einkaufsmeile Carrousel du Louvre angeschlossen, in der sich zahlreiche Geschäfte und Restaurants befinden. Kontroverse Diskussionen gab es in diesem Zusammenhang im Jahr 2009, als eine amerikanische Fastfoodkette eine Filiale unterhalb des Museums eröffnen wollte.

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