Notre Dame

Notre Dame ist eine gotische Kathedrale in Paris, die mit ihrer charakteristischen Architektur zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt gehört.

Notre Dame
Notre Dame

Die Kathedrale Notre-Dame de Paris wurde zwischen 1163 und 1345 in einer 182-jährigen Bauzeit errichtet. Sie gehört zu den ältesten gotischen Gotteshäusern Frankreichs und ist die Mutterkirche des Erzbistums Paris. Die Kathedrale erhebt sich im Osten der Seine-Insel Île de la Cité, die als ältester Siedlungsplatz in der französischen Hauptstadt gilt. Mit dem Bau wurde in einer architektonischen Übergangsphase von der Romanik zur Gotik begonnen. Der Chor ist weitestgehend im romanischen Baustil gestaltet, während sich mit fortschreitender Bauzeit gotische Elemente in der Architektur durchsetzten. Notre Dame ersetzte einen Vorgängebau, der zur Mitte des 6. Jahrhunderts errichtet wurde. Das Gotteshaus wurde in vier Bauphasen errichtet, wobei der Chor bereits im Jahr 1182 geweiht wurde. Im zweiten Bauabschnitt entstand ein Teil des Kirchenschiffes, das in der dritten Bauphase mit dem Bau der Westfassade abgeschlossen wurde. Die Turmgeschosse wurden in der letzten Bauphase zur Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet.

Die Kathedrale Notre Dame de Paris besitzt bedeutende Figurenportale, die sich sowohl an der Westfassade als auch an den Querhäusern befinden. Diese Verzierungen waren im Mittelalter weit verbreitet und stellen an der Fassade von Notre Dame verschiedene biblische Szenen dar. Eine für die gotische Architektur bahnbrechende Erfindung war das Strebewerk an der Außenfassade, das dem Bauwerk Stabilität verleihen sollte. Bis heute gilt es nicht als gesichert, dass das Strebewerk eine Erfindung der Pariser Architekten von Notre Dame ist. Die steinernen Verstrebungen im Außenbereich dienten dazu, das Gewicht des Gebäudes nach außen abzuleiten und es auf diese Weise zu stützen. Auf diese Weise konnten gotische Kathedralen eine bis dahin nicht für möglich gehaltene Höhe erreichen. Die Kathedrale Notre Dame de Paris erreicht im Mittelschiff eine Höhe von 32,50 Metern, was im 13. Jahrhundert eine architektonische Meisterleistung darstellte.

Der Innenraum der Kathedrale bieten bei einer Länge von 130 Metern bis zu 9.000 Menschen Platz und wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet. Mittelschiff und Querschiff besitzen eine Höhe von 32 Metern und sind wesentlich höher als die Seitenschiffe. Der bronzene Hauptaltar stammt aus dem Jahr 1989 und wurde vom damaligen Erzbischof von Paris Jean-Marie Lustiger in Auftrag gegeben. In einem seitlichen Anbau der Kathedrale können Sie heute einen Teil des Kirchenschatzes bewundern. Dort werden historische Kirchengewänder und Kelche neben alten Kruzifixen aus verschiedenen Jahrhunderten ausgestellt. Aus napoleonischer Zeit stammen zwei Behältnisse für einen Kreuznagel und die Dornenkrone von Jesus Christus. Diese religiösen Reliquien werden heute in der Kathedrale unter Verschluss gehalten. Bereits im 13. Jahrhundert war das Gotteshaus mit Glocken ausgestattet. Bis zur Französischen Revolution im Jahr 1789 befand sich ein Geläut aus 20 Glocken in der Kirche. Im Zuge der Revolution wurden die meisten von ihnen zerstört und lediglich die Glocke mit dem tiefsten Klang überlebte diese Zeit.

Im Jahr 1831 veröffentlichte der französische Autor Victor Hugo seinen Roman Der Glöckner von Notre Dame, der das gotische Kirchenbauwerk weltweit bekannt machte. Die außergewöhnliche Schönheit der Kathedrale wurde wiederentdeckt, nachdem sie jahrhundertelang kaum wahrgenommen wurde. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten folgten im Jahr 1844. Im Zuge der Baumaßnahmen wurden die drei Westportale der Kirche im Originalzustand wiederhergestellt, die von den Revolutionären im Jahr 1789 schwer beschädigt wurden. Es wurden die fehlenden Skulpturen ersetzt und ein neuer Dachreiter errichtet, der eine Gesamthöhe von 90 Metern besitzt. Bei Öffnen der erzbischöflichen Grabkammer wurden damals weitere Gräber aus früherer Zeit freigelegt. Charakteristische Merkmale der Kathedrale Notre Dame de Paris sind die beiden Türme mit einer Höhe von 69 Metern und die Fensterrosette, die mit einem Durchmesser von 12 Metern zu den größten Kirchenfenstern dieser Art in Europa gehört.

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