Sacré Coeur

Sacré Coeur ist eine katholische Basilika, die sich auf der Spitze des Montmartre in Paris erhebt und zu den populärsten Attraktionen der französischen Hauptstadt zählt.

Sacre Coeur
Sacré Coeur

Der 130 Meter hohe Hügel Montmartre liegt im Norden von Paris und ist die höchste Erhebung innerhalb des Stadtgebietes. Ihn krönt die weithin sichtbare Basilika Sacré Coeur, die im Stil römisch-byzantinischer Gotteshäuser errichtet und im Jahr 1919 eingeweiht wurde. Die Grundsteinlegung für die Basilika erfolgt im Jahr 1875. Das Datum war bewusst gewählt, denn im gleichen Jahr trat die Verfassung der dritten Französischen Republik in Kraft. Darüber hinaus sollte die Kirche auch zum Gedenken an die Opfer des Preußisch-französischen Krieges errichtet werden, der im Jahr 1871 endete. Finanziert wurde das Bauwerk zum größten Teil aus Spendengeldern und aus Staatsmitteln. Bis zur Eröffnung verschlang der Bau 40 Millionen Franc. Im Jahr 1914 waren die Bauarbeiten abgeschlossen, doch der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verzögerte die Eröffnung. Erst fünf Jahre später, am 16. Oktober 1919 wurde das Gotteshaus eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

Die Gestaltung der Basilika Sacré Coeur geht auf den französischen Architekten Paul Abadie zurück, der sich mit seinen Entwürfen in einem Wettbewerb gegen mehr als 70 Mitbewerber durchsetzte. Die Architektur ist angelehnt an den Baustil römisch-byzantinischer Kirchen. Als Vorbilder galten die Hagia Sophia in Istanbul und der Markusdom in der Hafenstadt Venedig. Der Architekt erlebte nur noch den Baubeginn und verstarb im Jahr 1884. Sacré Coeur ist dem Herzen Christi gewidmet, was zu damaliger Zeit ungewöhnlich war. Nahezu alle bedeutenden Kirchenbauten zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren der Heiligen Jungfrau Maria geweiht. Die Herz-Jesu-Verehrung war damals eine junge Tradition in der katholischen Kirche und wurde erst durch Papst Pius IX. im Jahr 1856 auf Betreiben der französischen Geistlichen gestärkt. Papst Benedikt XV. erhob das Gotteshaus bei der Eröffnung in den Rang einer Basilika minor.

Die Basilika Sacré Coeur wurde aus hellem Travertin-Gestein erbaut, das im heutigen Departement Seine-et-Marne abgebaut wurde. Das frostresistente Baumaterial gibt bei Verwitterung das Mineral Calcit ab, was dazu führte, dass die Kirche im Lauf der Jahrzehnte einen hellen, kreideartigen Farbton annahm. Da der Untergrund auf dem Montmartre überwiegend aus weichem Lehm besteht, mussten die Fundamente 33 Meter tief in die Erde eingelassen werden. Sacré Coeur besitzt eine Gesamthöhe von 85 Metern und bedeckt eine Grundfläche von rund 2.500 Quadratmetern. Markantes Merkmal der Basilika ist die mächtige Kuppel, die eine Höhe von 55 Metern besitzt. Das Hauptportal besteht aus drei Bögen, die von monumentalen Reiterstandbildern der französischen Nationalheldin Jeanne d’Arc und des französischen Königs Ludwig IX. flankiert werden. Im Innenraum befindet sich über dem Hochaltar eine kostbare Monstranz, die als Leib Christi besonders verehrt wird. Das Christusmosaik in der Apsis wurde im Jahr 1922 fertiggestellt und gehört zu den größten Mosaiken der Welt.

Um auf den Hügel Montmartre zu gelangen, stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Zum einen können Sie die Standseilbahn Funiculaire nutzen, die mit einer Kapazität von 2.000 Passagieren pro Stunde einen bequemen Aufstieg auf den Stadthügel ermöglicht. Die Kabinen sind mit einem Glasdach ausgerüstet, das Ihnen bereits bei der Auffahrt eine freie Sicht auf die Basilika ermöglicht. Die zweite Variante ist kräftezehrender und führt über eine Treppe von den tiefer liegenden Stadtteilen auf den Berg. Bereits während des mühsamen Aufstiegs genießen Sie von verschiedenen Punkten der Treppe einen atemberaubenden Ausblick über das Stadtgebiet von Paris. Empfehlenswert ist der Aufstieg im Inneren der Basilika bis unterhalb der Kuppel. Nachdem Sie mehr als 230 Stufen überwunden haben, werden Sie mit einer fantastischen Aussicht belohnt. Besonders in den Abendstunden nach Einbruch der Dunkelheit bietet das Lichtermeer der französischen Hauptstadt einen überwältigenden Anblick. Am Fuß des Montmartre haben sich zahlreiche Bäckereien, Cafés und Bistros angesiedelt, die zu einer genussvollen Pause einladen.

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