Schloss Versailles

Schloss Versailles ist eine barocke Palastanlage aus dem 17. Jahrhundert, die den französischen Königen bis zum Ausbruch der Französischen Revolution im Jahr 1789 als Wohnresidenz und Regierungssitz diente.

Versailles
Versailles

Schloss Versailles gehört zu den größten und prachtvollsten Palastanlagen Europas und liegt im gleichnamigen Ort vor den Toren der französischen Hauptstadt Paris. Die Anlage diente als Vorbild für zahlreiche weitere Schlösser, die im 17. und 18. Jahrhundert von den Königen Europas errichtet wurden. Im Jahr 1979 wurde Schloss Versailles in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen und steht heute der Öffentlichkeit für einen Besuch offen. Erbaut wurde die Anlage als kleines Jagdschloss unter König Ludwig XIII. im Jahr 1623. Ursprünglich befanden sich nur wenige Räume in dem Gebäude, die dem König lediglich als Übernachtungsgelegenheit während seiner Jagdausflüge dienten. Wenige Jahre später wurde der Vorgängerbau abgetragen und das neue Schloss Versailles im Stil des französischen Barock erbaut. Ludwig XIV. residierte als Nachfolger regelmäßig in dem Schloss und nutzte es nach seiner Regierungsübernahme im Jahr 1661 als Sommerresidenz und Lustschloss.

Nach mehreren Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen lebten und arbeiteten nach dem Umzug der Regierung im Jahr 1682 mehr als 5.000 Menschen im Schloss Versailles. Dazu gehörten die Angehörigen der Leibwache, Kammerdiener, Zofen, Köche und Bedienstete. Schloss Versailles war zum Ende des 17. Jahrhunderts der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Frankreich. Die Anlage hatte gewaltige Dimensionen erreicht. Allein die Gartenfassade besitzt eine Länge von 570 Metern. Die endgültige Fertigstellung des Schlosses erfolgte zum Ende des 18. Jahrhunderts. Kernstück des Schlosses ist das alte Jagdschloss, dessen Gebäudefront den Marmorhof umschließt. Sie bestehen aus roten Ziegelsteinen, die von hellen Sandsteinelementen unterbrochen werden. Im klassizistischen Barock wurde die Gartenfassade von Schloss Versailles gestaltet. Die Fassade wird von horizontalen Linien dominiert und lediglich einige vorspringende Portale lockern das streng und geradlinig wirkende Bauwerk auf.

Zu den bedeutendsten Räumen im Innenbereich des Schlosses gehören die Spiegelgalerie und das königliche Schlafgemach. Die Spiegelgalerie befindet sich im ersten Stockwerk und ist 75 Meter lang. Prächtige, in Stuck gefasste Deckengemälde ziehen sich auf der gesamten Länge hin. Mit den 357 Spiegelflächen und den marmornen Blendpfeilern hinterlässt der 10 Meter breite Gang einen überwältigenden Eindruck bei den Besuchern. Von der Spiegelgalerie gehen verschiedene königliche Gemächer und öffentliche Räume ab. In der Mitte des Ganges befinden sich die Zugänge zum königlichen Schlafzimmer. In dem prunkvollen Raum hielt Ludwig XIV. den Morgenempfang ab und ging am Abend zu Bett. In diesem Raum starb der Sonnenkönig im Jahr 1715. Mit dem Bau der Schlosskapelle wurde im Jahr 1699 begonnen. Die zweistöckige Kirche besitzt eine Höhe von 25 Metern. In der Schlosskapelle fand die Trauung Ludwig XIV. mit Marie Antoinette statt. Zu den prächtigsten Räumen in Schloss Versailles zählen darüber hinaus der sogenannte Ochsenaugensaal und das Schlafzimmer der Königin im Südtrakt des Bauwerkes.

Ein Beispiel für barocke Gartenbaukunst des 17. Jahrhunderts ist die Außenanlage von Schloss Versailles. Sie besteht aus zahlreichen Brunnen und ornamentartig angelegten Dekorationselementen. Die Wege werden von kunstvollen Skulpturen gesäumt und exakt beschnittene Bäume und Büsche rahmen die langen Flanierwege ein. Dutzende Springbrunnen liegen im Umkreis der kreisrunden Kolonnade, die der Architekt Jules Hardouin-Mansart entwarf. Bekannt war im 17. Jahrhundert das Labyrinth von Versailles, das aus Bosketten bestand und in dem sich zahlreiche Brunnen befanden. Wichtigster Brunnen der Gartenanlage ist der von Treppenstufen umgebene Brunnen der Latona. Hier nimmt die ehemalige königliche Allee mit dem Grünen Teppich ihren Anfang. Dabei handelt es sich um eine geometrisch angelegte Rasenfläche, die von gestutzten Gehölzen eingerahmt wird. Der Grand Canal beginnt hinter dem Bassin. Über diese kreuzförmige Wasserstraße wurde das Gelände früher entwässert. Zur Zeit Ludwig XIV. fuhren auf dem Kanal venezianische Gondeln, die von italienischen Gondolieri gesteuert wurden.

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