Olymp - Sitz der Götter

Der Olymp ist das höchste Gebirgsmassiv Griechenlands und wurde in der Antike als Sitz der Götter verehrt. Die UNESCO erklärte das Felsmassiv wegen der artenreichen Flora und Fauna im Jahr 1981 zum Biosphärenreservat.

Olymp
Olymp - Sitz der Götter

Das Bergmassiv des Olymps liegt im Nordosten Griechenlands in der Region Makedonien. Mit einer Höhe von bis zu 2.918 Metern ist der Gebirgsstock die höchste Erhebung des Landes. Mehrere Gipfel mit einer Höhe von mehr als 2.900 Metern liegen auf engem Raum zusammen. Der höchste Berggipfel trägt die Bezeichnung Mytikas und besitzt eine Höhe von 2.918 Metern. Dieser Gipfel und der Gipfel Skala (2.866 m) sind über einen Grat verbunden, über den der höchste Punkt des Gebirges durch eine leichte Kletterpartie erreicht werden kann. Das Felsmassiv des Olymps zeichnet sich durch eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt aus, in der einige endemische Arten beheimatet sind. Aus diesem Grund wurde der Olymp bereits im Jahr 1938 zum Naturschutzgebiet erklärt und von der UNESCO im Jahr 1981 in den Rang eines Biosphärenreservates erhoben.

In der griechischen Mythologie spielte der Olymp eine entscheidende Rolle. Sein Gipfel galt in der Antike als Sitz der Götter und wurde als erleuchteter Ort angesehen. Neben dem Göttervater Zeus hatten in der Vorstellung der Menschen 12 weitere Götter ihren Wohnsitz auf dem höchsten Berg des Landes. Eine geologische Besonderheit ist das sogenannte Leivithra Magnetic Field am Bergmassiv. Dabei handelt es sich um ein natürliches Magnetfeld, dessen Existenz mithilfe verschiedener Experimente nachgewiesen werden konnte. Die Tierwelt am Olymp schließt zahlreiche bedrohte Arten ein. 108 Vogelarten wurden in der Bergregion gezählt und viele von ihnen sind in ihrem Bestand gefährdet. Zu den größten Säugetieren gehören Gämsen, Wildschweine, Rotwild und Wildkatzen. Wild lebende Bären waren in der unwegsamen Gebirgsregion heimisch, wurden jedoch seit 2008 nicht mehr gesichtet. Die Flora im Hochgebirge umfasst rund 30 Orchideenarten, Panzerkiefern und Enzian.

Die Gipfelregionen des Olymps können über zahlreiche Wanderwege erreicht werden, die an verschiedenen Punkten ihren Anfang nehmen. Unterwegs öffnet sich an zahlreichen Orten ein atemberaubender Ausblick auf die tiefblaue Wasseroberfläche des Mittelmeeres, die in der Antike als Herrschaftsgebiet des griechischen Meeresgottes Poseidon galt. Zu den bekanntesten Wanderstrecken in dem Gebirge gehört der europäische Wanderweg E4. Er nimmt seinen Anfang in der Ortschaft Litochoro und führt durch die Schlucht von Enipea in die Gipfelregion des Olymps. Der Weg wird gesäumt von Rastplätzen, Informationstafeln und Wegweisern. An vielen Stellen kreuzen sprudelnde Bachläufe den Weg und rauschende Wasserfälle stürzen über steile Felsabbrüche in die Tiefe. In den tiefer gelegenen Regionen werden die Wanderer von einer mystischen Flora umgeben, die aus einem Vegetationsmix aus mediterranen Pflanzen und Gebirgsflora besteht. Die Gipfeltour von Litochoro aus ist eine mehrtägige Wanderung, bei der Kondition, Ausdauer, Willensstärke und Trittsicherheit gefragt sind.

Ein bekannter und stark frequentierte Wanderweg zum Gipfel des Olymps erfolgt über die Haupthütte des Bergmassivs. Ein fünfstündiger Fußmarsch führt zunächst von der Ortschaft Litochoro zu einer Raststation auf 1.100 Meter Höhe. Bis hier kann die Bergtour auch mit dem Auto durchgeführt werden. Es gibt einen Parkplatz, ein Restaurant und eine Quelle. Von hier erfolgt der Aufstieg durch einen Buchen- und Kiefernwald zur Berghütte Spilios Agapitos, die auf einer Höhe von 2.100 Metern über dem Meeresspiegel liegt und eine Übernachtungsmöglichkeit bietet. Das letzte Stück bis zum 2.918 Meter hohen Gipfel Mytikas führt zunächst durch lichten Bergwald und geht im letzten Abschnitt in eine schroffe Felslandschaft über. Die Erstbesteigung des Olymps erfolgte im Jahr 1862 durch den deutschen Wissenschaftler und Afrikaforscher Heinrich Barth. Er erreichte jedoch nicht den Hauptgipfel des Gebirgsstocks. Dieses Unterfangen gelang im Jahr 1913 erst zwei Schweizern und einem Griechen, die gemeinsam den Berggipfel Mytikas erreichten. Die beste Zeit für einen Aufstieg auf den Olymp liegt zwischen Juli und September, wenn die Berghütten geöffnet sind und auf eine Schneeausrüstung verzichtet werden kann.

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