Vido - Naturparadies auf Korfu

Vido ist eine unbewohnte Insel vor der griechischen Ferieninsel Korfu, die von den Einwohnern von Korfu-Stadt als Naherholungsgebiet genutzt wird und für Urlauber ein beliebtes Ausflugsziel darstellt.

Vido
Vido - Naturparadies auf Korfu

Die kleine Insel Vido liegt rund 1,2 Kilometer vor dem Hafen der Inselhauptstadt von Korfu und ist ein Naturparadies mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt und idyllisch gelegenen Kiesstränden. Das Eiland verfügt über einen dichten Baumbestand und wird seit 1985 von der Gemeinde Korfu kontinuierlich zum Naherholungsgebiet ausgebaut. Zwischen dem Hafen der Inselhauptstadt und Vido pendeln im Stundenrhythmus Fähren. Die Überfahrt dauert rund 10 Minuten und die Kiesstränden laden zum Bad im warmen Wasser des Mittelmeeres ein. Von der Anlegestelle führt ein Fußweg um die Insel, auf dem Sie die beschauliche Ruhe an der Küste genießen können. Auf dem Rundweg passieren Sie ein Zeltlager mit einem Pfadfindergelände und gelangen schließlich zu den reizvollen Kiesstränden. An der Anlegestelle auf Vido befindet sich eine Taverne, von der Sie einen herrlichen Blick über die türkisblaue Wasseroberfläche genießen und sich für die bevorstehende Tour stärken können.

Die Insel Vido blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Um das Jahr 80 n. Chr. begann von dem kleinen Eiland aus die Christianisierung der griechischen Insel Korfu. Der Überlieferung zufolge sollen die Missionare Iason und Sosipatros eine Kapelle errichtet haben, die dem Hl. Stephan geweiht war. Der Statthalter von Korfu verfolgte die Christen und warf sie nach ihrer Festnahme in den Kerker. Dort sollen sie einen Gefängniswärter zum Christentum bekehrt haben, der nach dem erlittenen Martyrium in der Kapelle beigesetzt worden sein soll. Bis ins Mittelalter wurde die Insel nach dem Hl. Stephan benannt. Erst unter venezianischer Herrschaft erhielt sie ihren heutigen Namen. Der venezianische Feldherr Johann Matthias von der Schulenburg plante eine Befestigung der Insel zum Schutz vor den angreifenden Osmanen. Allerdings wurde im Jahr 1727 lediglich eine kleine Verteidigungsanlage im Nordwesten von Vido errichtet.

Unter napoleonischer Herrschaft begann im Jahr 1797 der systematische Ausbau der vorgelagerten Insel zu einem Militärstützpunkt. Im Zuge dieser Aktionen wurde die alte Kapelle zerstört. Im Jahr 1814 fiel Korfu und mit ihr das Eiland Vido unter britische Herrschaft, die sich unverzüglich an einen Ausbau der Festungsanlagen machten. Damals wurden die Überreste der Stephanskapelle untersucht und ein altes Mosaik entdeckt. Die Entmilitarisierung von Vido erfolgte zur Mitte des 19. Jahrhunderts, als Korfu der Republik der Ionischen Inseln angeschlossen wurde. Die Verteidigungsanlagen wurden zerstört und alle Waffen von der Insel geschafft. Zurück blieb eine Ruinenlandschaft, die aus den Resten der ehemaligen Festungen bestand. Die landwirtschaftliche Nutzung der Insel begann im Jahr 1898 und im Jahr 1912 wurde mit dem Ausbau von Vido als Naherholungsgebiet begonnen.

Traurige Bekanntheit erlangte die Insel im Ersten Weltkrieg, als im Jahr 1916 130.000 serbische Soldaten vor den österreichischen Truppen auf das Eiland flüchteten. Zwar boten ihnen die Festungsruinen Schutz vor den Angreifern, doch während des unfreiwilligen Asyls verloren rund 30.000 Menschen durch verschiedene Krankheiten das Leben. Zu Ehren der verstorbenen Serben wurde im Jahr 1936 ein Mausoleum als Gedenkstätte auf der Insel Vido eröffnet. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde Vido ab 1918 Gefängnisinsel. Mit dem Bau einer neuen Kirche wurde im Jahr 1929 begonnen. Allerdings wurde das Gotteshaus im Jahr 1944 von deutschen Truppen zerstört. Auf der Insel Korfu lohnt sich ein Bummel durch die historische Altstadt, die seit 2007 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Am Hafen erheben sich alte Festungsanlagen, die unter venezianischer und napoleonischer Herrschaft erbaut wurden. Zwischen alter und neuer Festung erstreckt sich die malerische Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, Durchgängen und Treppen. Das älteste Gotteshaus ist die Agios-Jason-Sossipatros-Kirche, die im 11. Jahrhundert errichtet wurde. Sie ist den Missionaren geweiht, die von Vido aus die Christianisierung auf Korfu vorantrieben.

TOP