Essen und Getränke in Großbritannien

Die englische Küche genießt einen eher schlechten Ruf. Aber bevor Sie diesem Ruf Glauben schenken und ein Pauschalurteil fällen, sollten Sie lieber selbst die verschiedenen typisch britischen Gerichte probieren, denn es findet sich auch das eine oder andere lukullische Highlight.

Wenn man das Wort Küche und Großbritannien im selben Satz erwähnt, fallen den meisten Menschen erst einmal Plumpudding und Haggis ein, danach noch die grüne Minz-Soße, die zu Fleisch serviert wird und zu guter Letzt das gute alte Fast-Food-Gericht Fish and Chips, das Sie an jeder Ecke finden.

Großbritannien hat im kulinarischen Bereich aber weitaus mehr zu bieten. Immerhin darf man nicht vergessen, dass die Kultur von vielen Völkern geprägt wurde und England als typisches Einwanderungsland auch in der Küche die Einflüsse von zahlreichen Ethnien verbindet. Die Franzosen haben gewisse Eindrücke hinterlassen, genauso wie das Urvolk der Kelten. Einflüsse der Kolonien in Indien und Pakistan drückten der großbritannischen Küche ebenfalls ihren Stempel auf. In den letzten Jahren haben vor allem in den Großstädten indische oder pakistanische Gerichte einen Siegeszug angetreten und so gilt das Curry, das sich größter Beliebtheit erfreut, in einigen Gegenden schon fast als britisches Nationalgericht.

Zu den englischen Spezialitäten gehört zweifellos der Sunday Roast. Dabei handelt es sich um ein Gericht, das aus Kartoffeln, Fleisch und Gemüse besteht. Kartoffeln spielen in der englischen Küche grundsätzlich eine große Rolle, allerdings werden Sie sie in einer anderen Zubereitungsart als in Deutschland kennenlernen. Kartoffeln werden nicht geschält, sondern mit Öl bestrichen und im Backofen gegart, bis deren Schale braun und knusprig ist. Das nennt sich dann "Baked Potato". Dafür sind im Handel auch besonders große Kartoffeln, die bis zu 200 Gramm wiegen können, erhältlich. Das Fleisch, das für den Sunday Roast verwendet wird, ist entweder Lamm, Rind oder Schwein und wird im Ofen gebraten. Vor dem Servieren wird das Fleisch in sehr dünne Scheiben geschnitten. Als Beilage werden dazu gerne Erbsen, Karotten, Blumenkohl oder Brokkoli gereicht.

In der "irischen Küche" finden Sie sowohl Fleisch als auch reichlich Fisch. Auch hier werden gerne Kartoffeln und noch häufiger Kohlgerichte serviert. Die irische Küche ist tendenziell eher schlicht, dafür aber umso deftiger und sättigender. Gerne werden hier reichhaltige Zutaten wie Sahne, Butter und Eier verwendet, weshalb die irische Küche für so manchen Gaumen eher etwas gewöhnungsbedürftig sein dürfte. Wer gerne Suppen isst, sollte wissen, dass in Irland alle Suppen in pürierter Form angeboten werden. Klare Brühen kennt man hier kaum.

Auch wenn England und Schottland gleichermaßen zu Großbritannien gehören, so sind sie auf dem kulinarischen Gebiet doch meilenweit voneinander entfernt. In Schottland werden Gerichte zubereitet und gegessen, von denen manch ein Engländer behaupten würde, dass sie ungenießbar seien. Eines davon ist das Grouse. Hierbei handelt es sich um ein Moorhuhn, welches drei Wochen abgehangen sein muss. Der bekannte Kochbuchautor Paul Harris kommentierte, ein Moorhuhn sei erst dann gut abgehangen, wenn es an den Schwanzfedern aufgehängt wurde und schließlich von alleine auf den Kellerboden fällt.

Wenn Sie auf Kalorien achten, dann sollten Sie diesen Umstand bei einem Urlaub in Großbritannien schnell ausblenden. So besteht eine reguläre Menüfolge zum Beispiel in Schottland aus bis zu fünf Gängen. Einer Suppe oder Vorspeise folgt der Hauptgang und als nächstes der Käse. Diesem wiederum folgt eine Süßspeise oder ein Pudding, wobei es durchaus sein kann, dass dann noch eine weitere Süßspeise folgt. Wenn Ihnen in Schottland Haggis angeboten wird, so sollten Sie wissen, was Sie erwartet. Es handelt sich dabei um einen Schafmagen, der mit Innereien, Nierenfett vom Schaf, sowie Zwiebeln und Hafermehl gefüllt und großzügig mit schwarzem Pfeffer gewürzt ist. Der Haggis wird gekocht serviert. Die walisische Küche steht unter dem Einfluss anderer britischer Küchen, wobei auch hier Lamm- und Rindfleisch eine große Rolle spielen.

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