Großbritannien und seine Geschichte – ein Überblick

Die Urbevölkerung auf den britischen Inseln ist keltischen Ursprungs. Wie in anderen Ländern Europas waren in der Antike die Römer auch in Großbritannien vor Ort. Als sie sich mehr und mehr zurückzogen, eroberten die Angeln und die Sachsen das Land und bildeten mehrere kleine Reiche, darunter im 10. Jahrhundert die beiden unabhängigen Königreiche Schottland und England.

Großbritannien Geschichte
Großbritannien Geschichte - London Tower Bridge

1066 eroberten die französischen Normannen die Insel und prägten sowohl die Kultur als auch die Politik auf der Insel über Jahrhunderte hinweg.

Wales, das über mehrere hundert Jahre unter der Kontrolle Englands stand, wurde schließlich im Jahr 1536 durch den Act of Union dem englischen Königreich einverleibt. 1707 folgte Schottland und 1800 wurde auch die Nachbarinsel Irland unterworfen und blieb ein Teil des Königreichs, bis sich im Jahr 1922 26 irische Grafschaften abspalteten, um die Republik Irland zu gründen. Die nördlichen Grafschaften verblieben unter englischer Herrschaft und sind bis heute als Nordirland ein Teil Großbritanniens.

Anfang des 19. Jahrhunderts kam es zu politischen Spannungen mit Frankreich. Napoleon wollte Großbritannien mit der sogenannten Kontinentalsperre in die Knie zwingen und die französische Wirtschaft so gegen europäische und transatlantische Konkurrenz schützen. Das Königreich erschloss sich jedoch neue Absatzmärkte, insbesondere in Nordamerika, und konnte so seine Geschichte als erfolgreiche Großmacht auch in der Wirtschaft fortsetzen. Das Inselreich war bereits früh führend in Industrie und Seefahrt, was sich unter anderem durch die zahlreichen Kolonien rund um den Globus bemerkbar machte. Auf dem Höhepunkt seiner Regentschaft beherrschte Großbritannien rund zwei Fünftel der Welt.

Die Geschichte Großbritanniens ist seit Jahrhunderten monarchisch geprägt, auch wenn es sich um eine parlamentarisch-konstitutionelle Monarchie handelt. Zahlreiche gekrönte Häupter drückten dem Land in der Vergangenheit ihren Stempel auf. Die bekanntesten Monarchen waren, beziehungsweise sind, Heinrich VIII, Königin Viktoria I und die aktuell amtierende Königin Elisabeth II.

Heinrich VIII bestieg 1509 im Alter von nur 17 Jahren den Thron. Es war die erste friedliche Thronbesteigung seit fast 100 Jahren. Dies sorgte für eine sehr euphorische Stimmung im Volk. Heinrich ging unter anderem für seinen Hang zu den Damen in die Geschichte ein, immerhin war er insgesamt sechs Mal verheiratet. Da ihm seine erste Frau, Katharina von Aragon, nicht den erwünschten Erben schenkte, entschied er sich für eine Scheidung. Er rief den Papst an, der Ehe ein Ende zu setzen, dieser versagte ihm jedoch seinen Wunsch und so wandte sich Heinrich von der katholischen Kirche ab und erhob sich selbst zum Oberhaupt der Englischen Kirche, woraufhin er exkommuniziert wurde. Heinrich blieb zwar bis zu seinem Tode katholisch, doch ebnete er mit seiner Vorgehensweise der anglikanischen Kirche den Weg. Zwei seiner Ehen wurden geschieden; zwei weitere Ehefrauen ließ er enthaupten.

Königin Victoria I war von 1837 bis 1901 Regentin des Vereinigten Königreichs und trug unter anderem den Titel Kaiserin von Indien. Mit ihrer Regentschaft endete die Regelung des Hauses Hannover, welches die weiblichen Mitglieder des Königshauses von der Thronfolge ausschloss. Ihre über 63 Jahre währende Herrschaft und zahlreiche Nachkommen verliehen ihr zum einen den Titel Großmutter Europas und zum anderen der Epoche den Beinamen viktorianisches Zeitalter. Viktoria heiratete für damalige Verhältnisse recht spät mit 21 Jahren. Ihrem Mann, Albert von Sachsen Coburg und Gotha, gebar sie neun Kinder. Sie hinterließ 40 Enkel und 88 Urenkel und war verantwortlich für die Verbreitung der Bluterkrankheit im Königshaus, deren Erbgutträger sie war.

Die derzeit amtierende Königin Elisabeth II ist nun auf dem Wege, ihrer Ahnin die bis dato längste Regentschaft streitig zu machen. Sie feierte im Juni 2012 ihr 60-jähriges Thronjubiläum. Die Königin ist seit 1947 mit ihrem Blutsverwandten Sir Philip Mountbatton verheiratet. Queen Victoria I ist beider Ururgroßmutter.

Eine weitere Regentin ist deshalb erwähnenswert, da sie als erstes weibliches Regierungsoberhaupt das Land mit eiserner Hand regierte, was ihr den Beinamen "Iron Lady" oder "Eiserne Lady" einbrachte. Die Rede ist von Margaret Thatcher, die von 1979 bis 1990 Premier von Großbritannien war. In ihre Amtszeit fiel unter anderem der Falkland-Krieg, in dem sich das Königreich eine kriegerische Auseinandersetzung mit Argentinien um die abgeschiedenen Falkland-Inseln lieferte. Der Konflikt ist bis heute nicht endgültig geregelt.

Großbritannien bewahrt sich bis heute einen Sonderstatus in Europa und viele Briten sprechen von "Europa", wenn sie den Kontinent erwähnen, ganz so, als wäre England kein Teil davon. Der Umstand, dass das Land beispielsweise an seiner Währung festhält, obwohl es Mitglied der EU ist, ist nur ein Beispiel von vielen, das die Eigenart und Besonderheit des Inselstaats und seiner Bewohner ausdrückt.

TOP