Lake District - reizvoller Nationalpark

Der Lake District ist ein Nationalpark im Nordwesten Englands, der mit seinen tiefblauen Seen, grünen Hügeln und faszinierenden Berglandschaften zu den landschaftlich reizvollsten Regionen des Landes gehört.

Lake District
Lake District

Rund 130 Kilometer nördlich von Manchester erstreckt sich mit dem Lake District eine eindrucksvolle Berg- und Seenlandschaft, die im Jahr 1951 zum Nationalpark erklärt wurde. Die reizvolle Region liegt in der der Grafschaft Cumbria und umfasst eine Fläche von 2.172 Quadratkilometern. Mit dem Windermere liegt der größte natürliche Binnensee Englands im Lake District und in der Region erheben sich die höchsten Berge des Landes. Die Landschaft wurde in mehreren Eiszeiten geformt und erhielt ihr heutiges Erscheinungsbild während der letzten Kälteperiode vor rund 15.000 Jahren. Ausgedehnte Hochmoore, grüne Hügel und glasklare Seen prägen weite Teile des Nationalparks. Mit dem Scafell Pike erhebt sich Englands höchster Berg über dem Tal von Langdale. Er ist 978 Meter hoch und kann über mehrere Wanderrouten bestiegen werden.

Im Lake District hinterließen zahlreiche Kulturen ihre Spuren und im Nationalpark erwarten Sie mehr als 270 geschützte Denkmäler. Der Nationalpark schließt einen Teil des römischen Hadrianswalls ein, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und an den Hängen des Berges Langdale Pikes wurden zahlreiche steinzeitliche Steinäxte gefunden. Ab dem 16. Jahrhundert gewann der Bergbau im Lake District an Bedeutung. Zahlreiche verlassene Minen in den Bergen zeugen vom einstigen Erz- und Mineralienreichtum der Region. Abgebaut wurden neben Kupfer und Blei vor allem Schiefer und Grafit. Die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark Lake District schließt mehrere endemische Arten ein. Die klaren Seen sind die Heimat von drei bedrohten Fischarten. Neben dem Seesaibling sind die kleine Maräne und der Schelly, der durch eine Kormorankolonie am Seeufer in seiner Existenz bedroht wird, in den Gewässern heimisch. In den Hügellandschaften und Wäldern leben Rothirsche, Wildschweine und Eichhörnchen und die Lufthoheit besitzt das einzige Steinadlerpaar Englands.

Zahlreiche Lyriker, Autoren und Künstler ließen sich bereits von der facettenreichen Landschaft des Lake Districts inspirieren. Der Autor Daniel Dafoe veröffentlichte im Jahr 1724 einen Band über die urwüchsige Naturlandschaft. Der Dichter William Wordsworth entdeckte zum Ende des 18. Jahrhunderts die Schönheit der Region und wählte den Lake Distict zu seiner neuen Heimat. In der Ortschaft Grasmere haben Sie die Gelegenheit, dem Wohnhaus des Literaten einen Besuch abzustatten. Im frühen 20. Jahrhundert lebte die Kinderbuchautorin Beatrix Potter auf der Top Hill Farm im Lake District. Sie siedelte zahlreiche Geschichten um Peter Rabbit in der zauberhaften Landschaft an. Ihr Wohnhaus gehört zu den populärsten Sehenswürdigkeiten im Nationalpark. Geheimnisvoll mutet das alte Muncaster Castle nicht nur von außen an. Mythen und Legenden ranken sich um das Schloss aus dem 13. Jahrhundert und im Inneren sollen Gespenster ihr Unwesen treiben. Es wird von einem unheimlichen Kinderlachen aus dem Tapestry Room berichtet und der Geist des einstigen Hofnarrs soll noch heute hinter den alten Mauern Unfug treiben.

Die landschaftliche Hauptattraktion im Lake District sind die 16 tiefblauen Seen. Auf den Gewässern verkehren traditionelle Dampfschiffe, die zu einer romantischen Rundfahrt auf dem Windermere Lake und dem Ullswater Lake einladen. Alternativ können Sie ein Ruderboot mieten und zu einer Angeltour auf den Seen aufbrechen. Zu den größeren Städten im Nationalpark gehören Keswick und Bowness of Windermere. Dort bummeln Sie gemütlich durch die Geschäfte und probieren in kleinen Restaurants die landestypischen Gerichte. Ein Abstecher in das Beatrix Potter Museum in Bowness of Windermere entführt Sie in die amüsante Welt von Peter Rabbit. Alljährlich statten rund 14 Millionen Besucher dem Nationalpark Lake District einen Besuch ab. Die Bevölkerung lebt zum größten Teil von den Einnahmen aus dem boomenden Tourismus, der jedoch auch negative Auswirkungen auf die Naturlandschaften hat. Der Massenandrang von Wanderern sorgt unter anderem für eine fortschreitende Bodenerosion. Mit der Einführung einer Höchstgeschwindigkeit für Boote auf den Seen wurde im Jahr 2000 ein Schritt in Richtung einer ruhigeren Umwelt unternommen.

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