Windsor Castle - Schlossanlage der Königsfamilie

Windsor Castle ist eine Schlossanlage vor den Toren von London, die gemeinsam mit dem Buckingham Palace in der Innenstadt zu den offiziellen Hauptresidenzen der britischen Königsfamilie gehört.

Windsor Castle
Windsor Castle

Windsor Castle liegt westlich von London in der Stadt Windsor und ist die älteste durchgängig bewohnte Schlossanlage der Welt. Die Gründung des monumentalen Bauwerks geht auf den englischen König Wilhelm I. zurück, der das Anwesen im 11. Jahrhundert kaufte und eine hölzerne Befestigungsanlage errichten ließ. Die ersten Steinbauten entstanden unter seinem Sohn Heinrich I. Unter Heinrich III. wurde Windsor Castle zu einer steinernen Befestigungsanlage ausgebaut. Damals entstand der sogenannte Zapfenstreich-Turm. Den heutigen Grundriss erhielt das Schloss im 14. Jahrhundert unter Eduard III., der den Vorgängerbau aus dem 11. Jahrhundert abreißen ließ und die Burg zur Residenz ausbaute. Der englische König Karl II. gestaltete Schloss Windsor im 17. Jahrhundert nach dem Vorbild von Versailles erneut um und ließ eine 4,8 Kilometer lange Prachtallee anlegen, die südlich vom Schloss abgeht.

Die bislang bedeutendsten Umbauten am Windsor Castle fanden unter der Herrschaft Georg IV. statt. Zwischen 1820 und 1830 wurden der obere Hof, der Runde Turm und die Außenfassade des Südflügels komplett umgebaut. Königin Victoria machte Windsor Castle nach ihrer Thronbesteigung zur Hauptresidenz. Sie verwendete viel Zeit darauf, die Gartenanlagen im Außenbereich umgestalten zu lassen. Der größte Teil des Gartens wurde fortan für die Öffentlichkeit gesperrt und stand ausschließlich den Mitgliedern des Königshauses zur Benutzung offen. Nach dem Tod ihres Gemahls zog sich Victoria im Jahr 1861 in das Schloss zurück und verließ die historischen Mauern nur noch selten, um im Buckingham Palace den Amtsgeschäften nachzugehen. Nach dem Tod der britischen Königin wurde Schloss Windsor nur noch selten von den nachfolgenden Monarchen genutzt. Im Jahr 1952 entschied Königin Elisabeth II. das Schloss zur Wochenend- und Sommerresidenz zu machen. An ihrem 80. Geburtstag verlegte die Königin ihren Hauptwohnsitz in die Schlossanlage und hält sich nur noch 2-3 Tage in der Woche im Buckingham Palace auf.

Das Schloss änderte in seiner rund 1.000-jährigen Geschichte mehrfach das Aussehen und die jeweiligen An- und Umbauten spiegeln noch heute den Zeitgeist der jeweiligen Epoche wider. Im Zentrum der Anlage erhebt sich der Runde Turm, der anstelle der alten Holzburg auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel errichtet wurde. Westlich des Turmes liegt der sogenannte untere Hof mit der St. Georgs Kapelle. Östlich des Runden Turmes befinden sich die Staatsgemächer und die Privaträume der Königsfamilie. Zu den größten Räumen gehört die St. Georgs Halle, deren Decke mit den Wappentafeln verschiedener Rittergeschlechter geschmückt ist. In der Gemäldeausstellung sind Werke von Leonardo da Vinci und Michelangelo zu bewundern und im sogenannten Queen's Ballroom hängen Gemälde von Rembrandt, Van Dyck und Rubens. Die Eingangshalle ist mit Ritterrüstungen ausgeschmückt. Im Außenbereich erstreckt sich der sogenannte Home-Park mit dem Mausoleum von Königin Victoria und Prinz Albert.

Im Jahr 1992 verwüstete ein Brand, der in der Privatkapelle der Königin ausbrach, neun königliche Gemächer und beschädigte knapp 100 weitere Räume schwer. Die Renovierungsmaßnahmen verschlangen die gewaltige Summe von umgerechnet 50 Millionen Euro. Rund 70 Prozent der Kosten konnten durch die kostenpflichtige Öffnung einzelner Bereiche des Buckingham Palace für den Besucherverkehr aufgebracht werden. Die Restaurierung wurde äußerst detailgetreu vorgenommen, sodass heute kaum noch Einzelheiten an die Brandkatastrophe erinnern. Wenn die Königin sich nicht im Schloss Windsor aufhält, sind die Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit zur Besichtigung freigegeben. Die Anwesenheit der Queen wird durch die königliche Wappenflagge auf dem Runden Turm publiziert. Während der Abwesenheit weht auf dem zentralen Turm die britische Flagge. In den Sommermonaten ist der Besucherandrang auf Windsor Castle traditionell am stärksten. Dann muss mit längeren Wartezeiten bei einer Besichtigungstour gerechnet werden. Das Schloss haben Sie nach einer Fahrzeit von rund 40 Minuten mit dem Auto von der Londoner Innenstadt erreicht.

TOP