Glendalough - das "Tal der zwei Seen"

Glendalough ist ein Tal im Wandergebiet der Wicklow Mountains südlich der irischen Hauptstadt Dublin. Es wurde bekannt für die Klostersiedlung, deren Gründung im 6. Jahrhundert auf den Heiligen Kevin zurückgeht.

Glendalough
Glendalough - das "Tal der zwei Seen"

Glendalough ist Pilgerstätte, Wallfahrtsort und gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Irlands. Der Überlieferung zufolge zog sich der Heilige Kevin im 6. Jahrhundert in das "Tal der zwei Seen" zurück. Er entschied sich damals für ein zurückgezogenes Leben und sein Ziel war es, das Dasein im Einklang mit der Natur zu verbringen. Bildliche Darstellungen zeigen ihn häufig in Begleitung von Vögeln. Sein Plan von einem einsamen, religiösen Leben verwirklichte sich nicht. Die Eremitage entwickelte sich schnell zu einem belebten Zentrum und zahlreiche Christen siedelten sich in dem Tal an. In alten Schriften wird erzählt, dass im 12. Jahrhundert sieben Kirchen in dem Tal existierten und mehr als 3.000 Menschen den Ort besiedelten. Im Lauf der Jahrhunderte wurde das Kloster mehrfach von den Wikingern und englischen Truppen überfallen. Im Jahr 1398 wurden große Teile der Siedlung zerstört. Dessen ungeachtet bestand das Kloster bis zum Jahr 1539 weiter. In diesem Jahr verfügte der englische König Heinrich VIII. die komplette Auflösung aller irischen Klöster.

Die meisten Gebäude der ursprünglichen Klostersiedlung fielen im Lauf der Jahrhunderte Zerstörungen, Bränden und Plünderungen zum Opfer. Heute sind nur noch wenige Überreste dieser einst bedeutenden christlichen Siedlung übrig. Eindrucksvollstes Monument der großflächigen Anlage ist der mehr als 30 Meter hohe Rundturm. Er wurde um das Jahr 1066 errichtet, um religiöse Reliquien und Schriften vor den Übergriffen der Wikinger zu schützen. Auf dem Klostergeländer befindet sich eine kleine Kapelle aus dem 11. Jahrhundert mit dem Namen St. Kevin´s Kitchen. Die ungewöhnliche Bezeichnung erhielt die Kirche wegen ihres in der Form an einen Kamin erinnernden Turmes. In der Nähe dieses verhältnismäßig gut erhaltenen Bauwerks befinden sich die Ruinen eines Priesterhauses aus dem 12. Jahrhundert und die Überreste einer Kathedrale. Ihre Erbauung wird auf das 9. oder 10. Jahrhundert datiert.

Auf dem Friedhof befindet sich ein frühmittelalterliches Keltenkreuz, das als St. Kevin's Cross bezeichnet wird. Es entspricht in seinem Aufbau einem typischen Hochkreuz. Allerdings fehlen die sonst charakteristischen Ornamente und Gravuren zur biblischen Geschichte. Es wird vermutet, dass das Steinkreuz einst mit Bemalungen verziert war, die im Lauf der Zeit der Erosion zum Opfer fielen. Die Klostersiedlung erstreckte sich in ihrer gesamten Ausdehnung zwischen beiden Seen des Tales Glendalough. Am zweiten See haben sich einige Gebäudereste aus der Gründungszeit des Klosters erhalten. Darüber hinaus deuten Spuren darauf hin, dass sich am Seeufer einst eine Mine befunden haben muss. Weitere Kirchen und Siedlungsreste sind die Trinity-Curch aus dem 12. Jahrhundert, die Reefert Kirche aus dem 11. Jahrhundert und ein altes Steinkastell zwischen beiden Seen. In der Nähe der Klosterruinen befindet sich ein Besucherzentrum, in dem sich Geschichtsinteressierte mit den Einzelheiten der Gründung, der Blütezeit und des Untergangs des Klosters vertraut machen können. Das Besucherzentrum bietet mehrsprachige Führungen durch das Gelände an.

Glendalough bietet mit seinen abwechslungsreichen Naturlandschaften ideale Voraussetzungen zum Wandern, Rad fahren und weiteren Aktivitäten unter freiem Himmel. Ein Netz von gut markierten Wanderwegen und Mountainbike-Trails durchzieht die gesamte Gegend. Neben den historischen Hinterlassenschaften aus frühchristlicher Zeit hat das Tal reizvolle Naturlandschaften zu bieten. Dazu gehört unter anderem der Glenmacnass Wasserfall. Geführte Rad- und Wandertouren werden in der Ortschaft Glendalough angeboten. Die steigende Nachfrage nach Übernachtungsquartieren hat in der Region einige Hotels, Campingplätze und Bed & Breakfast - Unterkünfte entstehen lassen. Häufig sind die Unterkunftsbetriebe in alten Bauern- oder Landhäusern untergebracht. In den Wicklow Mountains befinden sich einige Golfplätze und Reiterhöfe, die für Abwechslung nach einer Besichtigungstour sorgen. Das Schwimmen ist in beiden Seen von Glendalough aus Sicherheitsgründen nicht gestattet. Ein beliebtes Familienausflugsziel in der Nähe des Tales ist der Clara Lara Funpark mit Abenteuerspielplätzen, Wasserrutschen und Gokart-Strecken.

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