Kylemore Abbey - verwunschenes Märchenschloss

Kylemore Abbey ist ein malerisch am Ufer des Lough Poolacappul gelegenes Schloss. Das historische Bauwerk ist die Heimat der ältesten irischen Abtei des Benediktinerordens.

Irland Kylemore Abbey
Kylemore Abbey - wie ein verwunschenes Märchenschloss

Wie ein verwunschenes Märchenschloss erhebt sich Kylemore Abbey am Fuß eines bewaldeten Berges im County Galway am Ufer des glasklaren Sees Lough Poolacappul. Das Schloss ist erst seit 1920 die Heimat des Benediktinerordens. Es wurde zwischen 1867 und 1871 vom Kaufmannsehepaar Mitchell und Margaret Henry erbaut und diente ihnen als Landsitz. Nur drei Jahre nach der Fertigstellung des Schlosses verstarb Margaret Henry während eines Aufenthaltes in Ägypten. Ihr Leichnam wurde nach Kylemore überführt und im Mausoleum des historischen Gebäudes bestattet. Im Gedenken an seine Frau ließ Mitchell Henry wenig später eine Kirche auf dem Gelände errichten. Im Jahr 1903 verkaufte der Kaufmann das Anwesen mit dem Schloss an den Herzog von Manchester, der es 13 Jahre später mitsamt den dazugehörigen 4.000 Hektar Land an das Benediktinerkloster veräußerte.

Die Geschichte des Klosters begann im Jahr 1665. Damals wurde es in Belgien gegründet und siedelte im Jahr 1682 nach Irland um. Bereits acht Jahre später kehrten die Nonnen auf Geheiß Königs Jakob II. wieder nach Belgien zurück. Nach der Zerstörung der dortigen Abtei während des Ersten Weltkrieges siedelten die Angehörigen der Glaubensgemeinschaft wieder nach England über und ließen sich im Jahr 1920 endgültig im Schloss von Kylemore nieder. In dem alten Gemäuer eröffneten die Nonnen zunächst ein Mädcheninternat und unterhielten eine Schule, die auch die ortsansässigen Mädchen besuchen durften. Im Lauf der Jahrzehnte entwickelte sich das Internat zu einer international angesehenen Lehranstalt mit Schülerinnen aus verschiedenen Regionen der Erde. Der Betrieb einer kleinen Herberge musste nach einem Brand wieder eingestellt werden. Der Öffentlichkeit steht nur ein begrenzter Teil der Kylemore Abbey zur Besichtigung offen. Der überwiegende Teil der Anlage wird von den Nonnen und den Internatsschülerinnen bewohnt und genutzt.

Zu den begehbaren Teilen der Anlage gehören die Eingangshalle der Abtei und drei angrenzende Räume. Die Fassade besteht aus Granitblöcken und an der Vorderseite befindet sich ein Glockenturm. Von den einst existierenden vier Eingangshallen sind heute mit der Inner- und Outer Hall nur noch zwei übrig. Der Boden besteht aus dem Original-Eichenparkett, das bei der Errichtung des Schlosses verwendet wurde. Eine eindrucksvolle Eichentreppe können Sie in der inneren Halle besichtigen. Ein Relikt vergangener Zeiten ist die Fahne von Ramilies. Sie wurde im Jahr 1706 von den irischen Brigaden während der Schlacht von Ramilies gerettet und wird seither von den Nonnen aufbewahrt. Im anschließenden Galeriesaal richteten die Erbauer des Schlosses Konzerte aus und hielten Empfänge ab. Die Eichenverkleidung des Raumes befindet sich im Originalzustand. Im Gemeinschaftsraum nahmen die Herrschaften früher das Frühstück ein. Sehenswerte Objekte in diesem Raum sind Porträts von König Jakob II. und alte Porzellangegenstände der Familie Henry.

Die Kapelle auf dem Klostergelände ließ Mitchell Henry im neugotischen Stil errichten. Sie erinnert in ihrem Erscheinungsbild an eine Kathedrale. Der schlechte bauliche Zustand machte im Jahr 1991 eine umfassende Restaurierung erforderlich, die durch Spenden, Kredite und Fördergelder finanziert wurde. Eine Attraktion ist der große viktorianische Garten, der sich rund 1,6 Kilometer von der Kylemore Abbey entfernt befindet. Er besitzt eine Größe von 3,4 Hektar und ist in weiten Teilen von einer Ziegelmauer umgeben. Nachdem die Anlage über Jahrzehnte verwilderte, fand im Jahr 2000 eine umfassende Rekonstruktion statt. Ein kleines Flüsschen plätschert durch den Garten und von den ursprünglich 21 Gewächshäusern wurden zwei neu erbaut. In ihnen gedeihen Pfirsiche, Bananen und Weintrauben. In der unmittelbaren Umgebung des Schlosses wurden kurz nach seiner Errichtung zahlreiche exotische Pflanzen angesiedelt. Neben Douglas-Fichten und Taxidien können Sie im Außenbereich Sequoiem, Zedern und Kamelien bewundern. In einer Schlossbesichtigung eingeschlossen ist die Fahrt zum Garten mit anschließender Besichtigung der rekonstruierten Anlagen.

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