Wetter, Klima und Reisezeit für Island

Aufgrund des warmen Golfstroms ist das Klima in Island wärmer als anderswo in diesen Breitengraden und die Winter hier sind sehr viel milder, als die Lage des Landes im hohen Norden vermuten lassen würde. Die vergleichsweise milden Winter mit einer Durchschnittstemperatur von nur 0,5 Grad Minus wechseln sich mit kühlen Sommern ab, in denen die Temperaturen einen Mittelwert von 11 Grad Plus erreichen.

Die wärmsten Monate auf der Insel im Nordatlantik sind Juni bis August, wenn es stunden- oder tageweise warm genug werden kann, um im T-Shirt herumzulaufen. Die Isländer selbst sind natürlich eher an das kühle Klima gewöhnt als wir. Daher sollten Sie sich nicht wundern, wenn Ihnen selbst bei Temperaturen unter 20 Grad immer wieder leicht bekleidete Leute über den Weg laufen. Vor allem im Reykjaviker Nachtleben werden Sie immer wieder jungen Isländern begegnen, deren Garderobe sich nicht stark von beispielsweise der in Ibiza unterscheidet. Kurze Röcke und ärmellose Tops dominieren hier das Bild. Die weltweiten Klimaveränderungen machen auch vor Island nicht Halt: In den letzten Jahrzehnten wurde ein leichter Anstieg der Durchschnittstemperaturen verzeichnet, der unter anderem die Gletscher zurückgehen lässt.

Generell ist das isländische Wetter neben dem Golfstrom auch vom Verlauf der atmosphärischen Tiefs über dem Nordatlantik beeinflusst. Daher regnet es oft, wobei es den meisten Niederschlag in den frühen Sommermonaten gibt. Die aus dem Süden kommenden Wolken regnen sich oft über dem Vatnajökull, dem mit 8.200 km² größten Gletscher der Insel, aus. Deshalb ist der Nordosten tendenziell etwas trockener als der Rest des Landes. Die Region rund um den Mývatn im Nordosten gehört dabei zu den begünstigten Gegenden und kann mit dem geringsten Niederschlag und dem meisten Sonnenschein der Insel aufwarten. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt hier bei rund 400 Millimetern im Jahr, während sie an der Südküste gute 3.000 Millimeter beträgt. Das eher trockene Klima im Nordosten hat allerdings auch seine Nachteile, wie der Name des Sees bezeugt. Mývatn bedeutet soviel wie "Mückensee" und er trägt diesen Namen zu Recht, denn im Sommer werden Sie hier von Schwärmen kleiner Mücken heimgesucht.

Die relativ warmen Gewässer des an Island vorbeiziehenden Golfstroms sorgen vor allem an der Süd- und Westküste für verhältnismäßig milde Winter. An der Küste ist es jedoch meist sehr windig und gerade im Winter sind dort Stürme nicht selten. Zwar ist das Landesinnere oft von schönerem Wetter als die Gegenden entlang der Küste gesegnet, hier kann es aber Sand- oder im Winter Schneestürme geben.

Abgesehen von lästigen Mücken und Fliegen hier und da sowie den immer wieder auftretenden Regenschauern, bietet sich der Sommer für eine Erkundung Islands besser an als der Winter. Nicht nur ist es dann – auch wenn nur wenig – wärmer, vor allem ist es zu dieser Jahreszeit auch länger hell. Falls Sie mitten im Sommer hierher reisen, haben Sie beinahe 24 Stunden am Tag Tageslicht und können ohne Stress – und solange Sie nicht müde sind – auch nachts die Insel erkunden. Falls Sie die Mitternachtssonne auf Ihrer Island Reise erleben wollen, bietet sich der Norden an, von wo aus Touren auf die am Polarkreis liegende Insel Grímsey angeboten werden. Von dort lässt sich dieses Naturschauspiel besonders gut beobachten. Die beste Zeit hierfür ist der Juni. Der Herbst und der frühe Winter hingegen bieten sich an, falls Sie Nordlichter beobachten wollen. Um die Nordlichter in all ihrer Pracht zu sehen, sollte der Nachthimmel klar sein.

Das ganze Jahr über sollten Sie damit rechnen, dass sich das Wetter auf Island von einer Minute auf die andere ändern kann. Packen Sie daher Kleidung für alle Bedingungen ein. Am besten ist es, wenn Sie mehrere Lagen anziehen, so sind Sie auf jeden Fall für alle Wetter gerüstet.

TOP