Akureyri - Zentrum im Norden

Die knapp 18.000 Einwohner zählende Stadt Akureyri liegt am Ende des Fjords Eyjafjörðurist und ist Islands Hauptstadt des Nordlandes.

Island Akureyri
Island Akureyri

Akureyri liegt am Ende des 90 Kilometer langen Fjords Eyjafjörðurist und ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum im Norden der Atlantikinsel. Die Stadt liegt am Ufer des Flusses Glerá, der hier in den Fjord mündet. Sie wird überragt vom 1.213 Meter hohen Berg Súlur, der sich südwestlich des Stadtgebietes erhebt. Die Region ist über Wanderwege erschlossen und vom Gipfel genießen Sie einen fantastischen Ausblick über die Stadt und den Fjord. Vor der Küste liegt die isländische Insel Grimsey, die von Akureyri mit der Fähre oder dem Flugzeug aus zu erreichen ist. Über die Insel verläuft der Nordpolarkreis. Akureyri eignet sich perfekt als Ausgangspunkt für Besichtigungstouren zu den landschaftlichen Attraktionen im Norden Islands. Der Gletschersee Myvatn und die gewaltigen Wasserfälle Aldeyjarfoss und Goðafoss sind von hier bequem zu erreichen. Darüber hinaus werden im Hafen der Stadt Walbeobachtungstouren angeboten, in deren Verlauf Sie sich den Meeressäugern bis auf kurze Distanzen nähern.

Die Gründung der Stadt erfolgte im Jahr 1602 durch die Dänen als nördlicher Handelsposten. Sie legten einen Hochseehafen an dem steil abfallenden Meeresboden an und in der Folge gewann der Standort an wirtschaftlicher Bedeutung. Im Jahr 1786 erhielt Akureyri das Stadtrecht, obwohl nicht einmal 300 Menschen in der Niederlassung lebten. Nach der Aufhebung der Handelsbeschränkungen zum Ende des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt einen Aufschwung. Es wurde eine Handelsgesellschaft gegründet und es ließen sich Handwerker und Kaufleute in der Region nieder. Der Fischfang gewann zunehmend an Bedeutung. Heute befinden sich in Akureyri die größte Werft und die bedeutendste Konservenfabrik Islands. Der Exporthafen trägt einen erheblichen Teil zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. In jüngerer Vergangenheit siedelten sich Unternehmen der Hightech-Branche in der Stadt an und der Tourismussektor wurde stark ausgebaut.

Das Antlitz der Stadt wird von der Evangelisch-Lutherischen Kirche geprägt, die sich auf einer Erhebung im Stadtgebiet befindet. Die Architektur geht auf Entwürfe des isländischen Architekten Guðjón Samúelsson zurück. Sie wurde im Jahr 1940 eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Der lichtdurchflutete Innenraum ist mit Reliefs verziert und beherbergt eine Orgel, die in Bayern gefertigt wurde. Eine Besonderheit ist ein 400 Jahre altes Glasfenster, das von der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kathedrale im britischen Coventry stammt. Ein typisch isländisches Ausstattungsmerkmal des Innenraumes ist das an der Decke hängende Schiff, das die Fischer während ihrer Reisen auf hoher See beschützen sollte. Weitere Sakralbauten in Akureyri sind die katholische Kirche Péturkskirkjan und die evangelische Kirche Glerárkirkja im Stadtteil Glerárhverfi. Die Hauptstadt des Nordlandes ist die Heimat des Kinderbuchautors Jón Sveinsson, der im Jahr 1944 verstarb und bis zu seinem Tod im sogenannten Nonnahús lebte. Heute ist das Gebäude zum Museum umgestaltet und mit historischen Möbeln aus dem 19. Jahrhundert und persönlichen Einrichtungsgegenständen aus dem Nachlass des Autors ausgestattet.

In Akureyri befinden sich weitere Museen, die sich inhaltlich verschiedenen Themenbereichen widmen. Das Kunstmuseum ist in einer ehemaligen Molkerei untergebracht und präsentiert wechselnde Ausstellungen isländischer Künstler. Im Heimatmuseum erhalten Sie einen Einblick in die Geschichte des Ortes und im Naturkundemuseum wird die Tier- und Pflanzenwelt im Norden Islands anschaulich dargestellt. Zu den Attraktionen der Stadt gehört der botanische Garten, der sich auf einer Anhöhe in der Nähe des Krankenhauses befindet. Er wurde im Jahr 1912 auf Privatinitiative angelegt und in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts von der Stadt übernommen. Die parkähnliche Anlage überrascht mit ihrer ungeheuren Artenvielfalt. Im botanischen Garten können Sie neben 400 einheimischen Pflanzenarten mehr als 6.000 Arten bewundern, die auf Island nicht beheimatet sind. Hinter Hecken versteckt liegen einige isländische Eyrarlandsstofas. Die schwarzen Holzhäuser gehören zu den ältesten Gebäuden in Akureyri.

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