Haukadalur Tal - heiße Quellen und Geysire

Das Haukadalur Tal ist ein aktives Geothermalgebiet im Südwesten Islands, das für seine heißen Quellen und die spektakulären Geysire bekannt ist.

Haukadalur
Haukadalur

Das Haukadalur Tal liegt unmittelbar am Golden Circle, einer Rundstrecke im Südwesten der Atlantikinsel, die von zahlreichen landschaftlichen Attraktionen gesäumt wird. Die heißen Quellen im Haukadalur Tal gehören zu den bekanntesten des Landes und sind gleichzeitig eine der populärsten Sehenswürdigkeiten Islands. Das Geothermalgebiet liegt am Fuß des Vulkans Laugarfjall. Zu den berühmtesten Geysiren dieser Region gehören der sogenannte Große Geysir und der Geysir Strokkur. Untersuchungen haben ergeben, dass der Große Geysir jahrtausendelang aktiv war, bevor die Ausbrüche zu Beginn des 20. Jahrhunderts weniger wurden und schließlich ganz aufhörten. Einmal pro Stunde wurde eine Wasserfontäne ausgestoßen, die eine Höhe von bis zu 60 Metern erreichte. Das Nachlassen der Aktivitäten führten Forscher auf Veränderungen im Grundwasserspiegel und im Wärmehaushalt unter der Erdoberfläche zurück. Als unmittelbare Folgen von Erdbeben weist der Große Geysir seit der Jahrtausendwende wieder leichte Aktivitäten auf.

Zu den eindrucksvollsten Naturphänomenen im Haukadalur Tal gehört der Geysir Strokkur. In einem Abstand von drei bis fünf Minuten stößt die Springquelle eine Wasserfontäne aus, die eine Höhe zwischen 25 und 35 Meter erreicht. Der Geysir stößt das kochend heiße Wasser manchmal bis zu dreimal hintereinander in den Himmel. Das Phänomen der Ausbrüche von Geysiren wurde bereits im Jahr 1846 genauestens untersucht und analysiert. In etwa 20 Meter Tiefe erhitzt sich das Wasser auf Temperaturen von bis zu 125 Grad. Wegen des Drucks der darüberliegenden Wassersäule kann das Wasser jedoch nicht kochen. Erst ab einer kritischen Temperatur bilden sich in der Tiefe Dampfblasen, die nach oben steigen und den Druck vermindern. Es kommt im gesamten Schacht zur Bildung von Dampfblasen und in der Folge schleudert der Geysir in einer Kettenreaktion ein Gemisch aus flüssigem Wasser und Wasserdampf in die Höhe. Das Wasser besitzt Temperaturen zwischen 85 und 90 Grad Celsius.

Im Geothermalgebiet des Haukadalur Tales gibt es darüber hinaus eine große Anzahl weiterer heißer Quellen in unmittelbarer Umgebung des Strokkur-Geysires. Ein eindrucksvolles Naturphänomen ist die leuchtend blaue Blesi-Quelle, die aus zwei nebeneinander liegenden heißen Töpfen besteht. Das Wasser des höher gelegenen Teils der Quelle strömt in das darunter liegende Becken. Während im oberen Bereich Wassertemperaturen von knapp 100 Grad herrschen, ist das Wasser im tiefer liegenden Topf etwa 50 Grad kühler. Die leuchtend blaue Färbung rührt von Mineralien her, die nur bestimmte Anteile des sichtbaren Lichtes reflektieren. Direkt hinter dem Haupteingang zum Haukadalur Tal befinden sich einige brodelnde Schlammbecken, in denen grauer und rötlich gefärbter Schlamm köchelt. Die Wärme eines dieser Schlammtöpfe wird zur Beheizung des in der Nähe liegenden Hotels und einiger Bauernhöfe genutzt. Das Gebiet wird über einen Bach entwässert, an dessen Ufer unterschiedliche Algenarten und Bakterien gedeihen. Die Bakterien gehören zu den ältesten Lebewesen des Planeten und haben sich perfekt an die extreme Hitze des Wassers angepasst.

Im Mittelalter war der heute verlassen daliegende Pfarrhof in Haukadalur ein wichtiges Bildungszentrum Islands. Hier wurden die Kinder gut situierter Inselbewohner in religiösen Lehren unterwiesen. Hinter der Kirche erstrecken sich ausgedehnte Wälder, die am Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts vom Dänen Kristian Kirk angepflanzt wurden. Er wählte für die Begrünung mit Blau- und Sitkatannen aus Sibirien und Alaska besonders robuste und widerstandsfähige Arten aus. Die Wälder bilden heute das größte zusammenhängende Waldgebiet Islands und erstrecken sich über eine Fläche von 1.600 Hektar. Unweit des Geothermalfeldes im Haukadalur Tal befindet sich am Beginn des Hochlandes am Golden Circle mit dem Wasserfall Gullfoss eine weitere Attraktion Islands. Das Wasser eines Gletscherflusses stürzt an dieser Stelle unter ohrenbetäubendem Rauschen über zwei Stufen in eine tiefe Schlucht.

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