Reykjavik – die Hauptstadt Islands

Reykjavik liegt an einer Bucht an der Südküste Islands und ist die nördlichste Hauptstadt der Welt.

Stadtansicht Reykjavik
Stadtansicht Reykjavik

Reykjavik, in der isländischen Schreibweise Reykjavík, ist der älteste permanent besiedelte Ort Islands. Der Name der rund 118.000 Einwohner zählenden Stadt geht der Überlieferung zufolge auf den Siedler Ingólfur Arnarson zurück, der im Jahr 874 die Insel im Nordatlantik mit seinem Schiff erreichte. In der Bucht stiegen weiße Dampfsäulen auf, die von heißen Quellen im Untergrund herrührten. Sie brachten dem Ort die Bezeichnung "Rauchbucht" ein. Mehrere Jahrhunderte lang bestand die Siedlung lediglich aus einigen Bauernhöfen. Sehr langsam entwickelte sich Reykjavik zu einem Handelsplatz und wurde später Sitz der dänischen Verwaltungsbehörde. Die Verleihung der Stadtrechte erfolgte im Jahr 1786. Damals lebten gerade einmal 300 Einwohner in der Siedlung. Gut 100 Jahre später war die Bevölkerungszahl auf 5.000 gestiegen. Wegen der vergleichsweise kurzen Geschichte der isländischen Hauptstadt befinden sich nur wenige historische Bauwerke im Stadtgebiet. Die ältesten Gebäude stammen aus dem späten 18. Jahrhundert.

Ein Stadtbummel durch Reykjavik führt Sie unter anderem zum Dom, der anlässlich der Verlegung des Bischofssitzes im Jahr 1796 eingeweiht wurde. Das heutige Aussehen erhielt das Kirchengebäude im Jahr 1847 nach einigen Umbauten. Zur Mitte des 18. Jahrhunderts liefen Bestrebungen, Manufakturen und Handwerksbetriebe in Reykjavik anzusiedeln, um eine größere Unabhängigkeit von Dänemark zu erlangen. In dieser Zeit wurde das Haus Aðalstræti 10 errichtet, das als das älteste Gebäude der Stadt gilt. Heute befindet sich eine Bar in dem alten Gemäuer. Wesentlich imposanter sind die Bauwerke, die in jüngster Vergangenheit in der isländischen Hauptstadt errichtet wurden. Als ein Wahrzeichen Reykjaviks gilt die Hallgrímskirkja. Dabei handelt es sich um den 74 Meter hohen, spitz zulaufenden Turm einer modernen Kirche, die im Jahr 1986 eingeweiht wurde. Futuristisch mutet die Architektur des Konzerthauses Harpa an, das sich direkt am Hafen befindet. Der Glaspalast mit Konzertsälen und Konferenzräumen wurde im Jahr 2011 eröffnet.

Zahlreiche Museen in der Stadt ziehen Historiker, Kunstkenner und geschichtsinteressierte Besucher an. Das Nationalmuseum zeigt in seinen Ausstellungsräumen kostbare Kunstgegenstände und Artefakte der isländischen Kultur. Hier haben Sie die Gelegenheit, Waffen, Schmuck, Bronzestatuen und alltägliche Gebrauchsgegenstände aus mehreren Jahrhunderten zu bewundern. In der Nationalgalerie werden mehr als 5.000 Kunstwerke isländischer Maler und Bildhauer aufbewahrt, die in wechselnden Ausstellungen präsentiert werden. Einen Ausflug in die Geschichte des Landes unternehmen Sie mit einem Besuch des Freilichtmuseums im Stadtteil Árbær. In dem weitläufigen Areal können Sie etwa 30 Bürgerhäuser und Hütten aus dem 19. Jahrhundert bewundern, die mit der entsprechenden Inneneinrichtung ausgestattet wurden. Wie nahezu jeder Ort in Island besitzt auch Reykjavik einige Freibäder, die mit Thermalenergie beheizt werden. Im Laugardalur befindet sich das größte Freibad Islands. Neben einem großzügig gestalteten Außenbereich mit Wasserrutsche und Schwimmbecken verfügt das Bad über vier Hot Pots mit einer Temperatur um die 40 Grad.

Das grüne Herz Reykjaviks ist der botanische Garten im Laugardalur. Er wurde im Jahr 1961 eröffnet und präsentiert mit mehr als 5.000 Pflanzenarten den Artenreichtum der nördlichen Breitengrade. Der Garten ist in verschiedene Themenbereiche untergliedert und wird von den Schulklassen der Hauptstadt für Freiluftlehrveranstaltungen genutzt. Einen schönen Spaziergang können Sie am Stadtsee Tjörnin unternehmen. Das Gewässer liegt mitten im Stadtzentrum und ist die Heimat zahlreicher Möwen, Gänse und Enten. Die komplette Umrundung auf dem Uferweg dauert rund 40 Minuten. Der Zoo von Reykjavik wurde erst im Jahr 1990 eröffnet. Wegen des kühlen Klimas sind in den Gehegen vor allem Haustiere und einige auf der Insel heimische Tierarten beheimatet. In Reykjavik finden das ganze Jahr über Konzerte und Festivals statt. Zu den populärsten Veranstaltungen dieser Art gehört das Reykjavik Jazz Festival im August. Das Event zieht sich über zwei Wochen hin und international bekannte Künstler der Jazz-Szene geben sich ein Stelldichein. In den zahlreichen Klubs und Bars der Stadt erklingt bis in die Nacht die Live-Musik in- und ausländischer Jazzmusiker.

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