Skaftafell Nationalpark - kontrastreiche Landschaft

Der Skaftafell Nationalpark liegt im Südosten von Island und beeindruckt mit mächtigen Gletschern, imposanten Wasserfällen und aktiven Vulkanen.

Skaftafell Nationalpark
Skaftafell Nationalpark

Die Landschaften des Skaftafell Nationalpark wurden von gewaltigen Naturkräften geformt. Aus den Gletscherzungen strömen mächtige Flüsse dem Meer entgegen. Sie haben sich tief in die Lavafelder eingeschnitten und prägen maßgeblich das Erscheinungsbild der Oberfläche. Die kontrastreichen Landschaften wurden im Jahr 1967 zum Nationalpark erklärt. Zunächst umfasste das Areal nur eine Fläche von etwa 500 Quadratkilometern. Im weiteren Verlauf wurde der Nationalpark mehrfach erweitert und die geschützten Gebiete ausgedehnt. 2008 wurde der Park an den Nationalpark Vatnajökull angegliedert und gehört seitdem zu den größten Nationalparks Europas. Seinen Namen verdankt der Park einem erloschenen Vulkan, der im Lauf der Jahrhunderte stark erodierte und heute nur noch ansatzweise zu erkennen ist. Die Geschichte dieser Region ist von immer wiederkehrenden Naturkatastrophen gekennzeichnet.

Nach der Besiedlung Islands durch die Wikinger im 9. Jahrhundert entstanden auf dem Gebiet des heutigen Nationalparks erste Siedlungen. Im Jahr 1362 kam es zu einem verheerenden Ausbruch des Vulkans Öræfajökull, dem die gesamte Bevölkerung der Region zum Opfer fiel. Lavaströme wälzten sich die Berghänge hinab und verwüsteten weite Landstriche in der Region. Dessen ungeachtet ließen sich Bauern später wieder in der Gegend nieder und betrieben Landwirtschaft auf den erhaltenen Böden. Die anhaltenden Ausbrüche des Vulkans Grímsvötn erschwerten das Vorhaben, denn als Folge der enormen Hitzeentwicklung überfluteten Gletscherläufe die fruchtbaren Landschaften und bedeckten das Land mit einer Schicht aus Sand und Asche. Im Jahr 1988 wurde auf Beschluss der Regierung die landwirtschaftliche Tätigkeit im Skaftafell Nationalpark endgültig eingestellt. Die Überreste der einstigen Siedlungstätigkeit können Sie heute im Nationalpark besichtigen. Die Ruinen des Bauerngehöftes Skaftafell befinden sich am Fuß der Berge in Gömlutún. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die meisten Gebäude aufgegeben. Nur ein Haus mit der Bezeichnung Sel wurde hangaufwärts verlegt und ist heute ein Museum.

Die Regionen des Nationalparks sind ständigen Veränderungen unterworfen. Die Prozesse im Erdinneren gestalten die Landschaft bis in die Gegenwart immer neu. Die mächtigen Gletscherflüsse ändern permanent ihren Lauf und suchen sich ein neues Bett. Im Jahr 1974 wurde mir der Errichtung einer Brücke über den Fluss Skeiðará der letzte Abschnitt der Ringstraße geschlossen, die um die gesamte Insel führt. Im Jahr 1996 führte ein erneuter Gletscherlauf zur teilweisen Zerstörung der Brücke. Die Überquerung wurde wieder aufgebaut und sollte sich bereits 13 Jahre später als nahezu überflüssig erweisen. Im Jahr 2009 änderte der Fluss Skeiðará seine Fließrichtung und mündet seither vor der Brücke in einen anderen mächtigen Gletscherfluss. Mit dem Vulkan Grímsvötn befindet sich einer der aktivsten Vulkane Islands im Skaftafell National Park. Der letzte Ausbruch ereignete sich im Jahr 2011 und löste einen neuen Gletscherlauf aus.

Die Landschaften des Nationalparks sind von einem weitverzweigten Netz an Wanderwegen durchzogen. Das Klima im Südosten Islands ist vergleichsweise mild und lässt eine artenreiche Vegetation gedeihen. Im Sommer bilden die grünen Flächen mit Birken, Ebereschen und Blumenwiesen einen atemberaubenden Kontrast zu den schwarzen Lavaebenen und den weißen Gletscherzungen. Das Besucherzentrum am Parkeingang ist die erste Anlaufstelle für Besucher des Skaftafell Nationalparks. Vom einzigen Campingplatz der Region führt ein Wanderweg zum Svartifoss Wasserfall, der zu den bekanntesten Wasserfällen Islands gehört. Hinter ihm erheben sich schwarze Basaltsäulen, die einen spektakulären Kontrast zur weißen Gischt des schäumenden Wassers bilden. Ein anderer Wanderweg führt Sie bis an den Rand der Gletscherzunge des Morsájökul-Gletschers. Der Gletscher fließt langsam talwärts und die Bewegung wird von einem lauten Krachen begleitet, das Sie bereits aus größerer Entfernung wahrnehmen. Im Skaftafell Nationalpark befinden sich ausgedehnte Sander- und Schotterflächen, die von einer kargen Vegetation bedeckt sind. Hier liegen die Brutgebiete der Großen Raubmöwe. Zu den wenigen Säugetierarten im Park gehören Polarfuchs, Feldmaus und Nerz.

TOP