Italien und seine Geschichte - ein kurzer Überblick

Italien ist bereits seit langer Zeit bevölkert, gut 700.000 Jahre leben durchgängig Menschen in dem Gebiet. Allerdings waren die ersten Menschen schon vor 1,3 Millionen Jahren vor Ort. Das Land hat eine sehr lebhafte und wechselhafte Geschichte hinter sich und war zu vielen Zeiten eine bedeutende Macht in der Welt. Im 2. Jahrtausend v. Chr. bildeten sich Städte und in der folgenden Zeit wanderten viele Völkergruppen in das Land ein. Dazu gehörten die Etrusker und im Süden des Landes begann eine griechische Ansiedlung. Im Westen siedelten hingegen Phönizier und schließlich Karthager.

Italien Geschichte - kleines Dorf in Italien
Italien Geschichte - kleines Dorf in Italien

Besonders bedeutend wurde Italien zu Zeiten der Antike und des Römischen Reiches. In der Zeit vor dem Römischen Reich erlangte das Land große kulturelle Bedeutung und war ein wichtiges Zentrum in Europa. Während den Jahrhunderten des Römischen Reiches wurde der Machteinfluss immer größer, allerdings umfasste das Römische Reich noch nicht die Inseln Sardinien und Sizilien. Die Angliederung der beiden Inseln erfolgte erst durch eine Gebietsreform des Kaisers Diokletians.

In den Jahren 410 beziehungsweise 568 begann die Einheit zu verfallen und das Reich zersplitterte in eine ganze Anzahl von kleineren Herrschaftsgebieten. Dies geschah, nachdem die Goten und die Langobarden in das Land einfielen. In den folgenden Jahrhunderten herrschten immer unterschiedliche Gruppen, im 8. und auch im 9. Jahrhundert waren beispielsweise die Franken vorherrschend. Hier sind vor allem Pippin und Karl der Große zu nennen. Unter den Nachfolgern Karls des Großen entwickelte sich dann das Königreich Italien. Italien gehörte seit Otto dem Großen zum Heiligen Römischen Reich. Anders verhielt es sich mit dem Süden – der blieb sehr lange byzantinisch.

Weitere Eroberungszüge ereigneten sich ab dem Jahre 827, als die Araber ganze Teile von Süditalien und auch Sizilien eroberten. Das 11. Jahrhundert hindurch waren die Normannen mit der Eroberung Süditaliens beschäftigt. Zu Zeiten des Mittelalters war Italien somit sehr unruhig und von vielen Eroberungen und Kriegen gezeichnet.

Ab dem 11. Jahrhundert begann Italiens wirtschaftlicher Aufstieg. Hierbei sind besonders der Aufschwung des Handels und der verstärkte Verkehr im Land als Grund zu nennen. Von diesem Aufschwung waren gerade die Städte im Norden Italiens betroffen, während der Süden das Jahrhundert hindurch damit zu tun hatte, die Eroberung durch die Normannen abzuwehren. Im Jahr 1268 scheiterten schließlich die Versuche der Staufer, die Reichsgewalt in Italien zu erneuern und ihre Dynastie ging in eben diesem Jahr unter. In der Folgezeit zerfiel vor allem der Norden des Landes in viele sich mehr oder weniger selbst regierende Staaten, auch wenn diese formal noch dem Römischen Reich angehörten. Der Süden des Landes kam allerdings unter die Dynastie der französischen Anjou, als das Land nicht mehr unter einer Monarchie vereint werden konnte.

Besonders wichtig für die italienische Geschichte sind das 14. und das 15. Jahrhundert, welche ganz im Zeichen der Renaissance standen. Die Renaissance wurde in Italien begründet und die bekannten Gemälde und Skulpturen berühmter Künstler, wie etwa Leonardo Da Vinci, machen noch heute für viele Menschen den Reiz eines Italienurlaubs aus. Der Einfluss dieser Periode ist für unsere heutige Zeit unschätzbar wichtig.

Die vorher schon teilweise selbstständigen Stadtstaaten erhielten einen ungeheuren Einfluss im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich und wurden zu Zentren der damaligen Wirtschaft und Kultur. Es waren im Großen und Ganzen fünf Mächte, die sich in den nächsten Jahrhunderten im stetigen Wechsel die Macht des Landes sicherten. Diese fünf Mächte waren neben dem süditalienischen Königreich die Städte Florenz, Mailand und Venedig und natürlich der Kirchenstaat. Dies erklärt, warum diese Städte eine so große Anzahl an Kunstschätzen beherbergen, die bis heute enorm wichtig sind.

Erst als der amerikanische Kontinent entdeckt wurde, begann der Niedergang des blühenden Italiens. Das hatte damit zu tun, dass die Osmanen das Mittelmeer kontrollierten und der Handel verstärkt mit den neuen Kolonien in Amerika stattfand. Die französischen Revolutionstruppen rissen Ende des 18. Jahrhunderts die Macht an sich und Napoleon krönte sich 1805 mitten in Mailand zum König. Nach dem Niedergang Napoleons ging die Fremdherrschaft für Italien unter dem österreichischen Kaiserreich weiter.

Im 19. Jahrhundert erfolgte dann der Umschwung unter einer erstarkenden Nationalbewegung, welche als "Risorgimento" bekannt ist. Innerhalb von drei Unabhängigkeitskriegen konnte die Einigung Italiens erreicht werden und im Jahr 1861 wurde Viktor Emmanuel II in Turin zum König Italiens ernannt. Im ersten Weltkrieg fielen außerdem die Provinzen Trentino und Südtirol dem Königreich zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der Diktatur unter Mussolini wurde die Republik Italien ausgerufen, die bis heute in dieser Form besteht.

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