Ätna - aktivster und gewaltigster Vulkan Europas

Der Ätna ist der aktivste und gewaltigste Vulkan Europas. Er erhebt sich auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien und gehört seit 2013 zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Ätna
Ätna - aktivster und gewaltigster Vulkan Europas

Mit einer Höhe von 3.323 Metern ist der Ätna der höchste Vulkan Europas. Er entstand vor rund 600.000 Jahren und erhebt sich auf der Plattengrenze, an der die afrikanische Kontinentalplatte und die Eurasische Platte aufeinandertreffen. Die Plattengrenze zwischen beiden Kontinenten verläuft im Mittelmeer südlich von Sizilien. Dabei schiebt sich die afrikanische Platte unter die eurasische und wird dabei im Erdinneren aufgeschmolzen. Entlang dieser Linie steigt immer wieder Magma aus dem Erdmantel nach oben und es entstehen regelmäßig Erdbeben. Ein schweres Beben ereignete sich in der Region im Jahr 1908, als bei dem "Beben von Messina" mehr als 100.000 Menschen ums Leben kamen.

Der Gipfel des Ätna besteht aus vier einzelnen Kratern. Drei dieser Krater entstanden als Folge von Ausbrüchen im 20. Jahrhundert. Der nordöstlich liegende Krater stammt aus dem Jahr 1911. Direkt neben dem Hauptkrater befindet sich der als "Neuer Schlund" bezeichnete Nebenkrater, der aus einer Eruption im Jahr 1968 hervorging. Im Jahr 1979 entstand schließlich der Südostkrater, der am weitesten vom Zentrum des Ätnas entfernt liegt. Charakteristisch für die Ausbrüche des Vulkans sind die Spalten an seinen Flanken, aus denen die Lava austritt. Sämtliche historisch dokumentierten Eruptionen verliefen nach diesem Muster. Die Spalten besitzen eine Länge von mehreren Hundert Metern bis zu einigen Kilometern. Im Verlauf eines Ausbruchs breiten sich die Risse von oben nach unten aus und Lava strömt auch in tieferen Regionen des Berghanges aus. In höher gelegenen Bereichen türmen sich meist nur Schlackekegel auf.

Typisch für die Geologie des Ätnas sind die unzähligen Lavagrotten in der Region. Die Höhlen entstehen durch das schnelle Abkühlen und Aushärten der Lava an der Oberseite, während der Strom aus geschmolzenem Gestein unterirdisch weiterfließt. Grund für dieses Phänomen ist die Beschaffenheit der Lava. Durch einen vergleichsweise geringen Gehalt an Kieselsäure ist die Lava dünnflüssig und fließt sehr schnell. Lavatunnel von mehreren Hundert Meter Länge befinden sich vor allem an der Nordseite des Vulkans.

Der Ätna ist ununterbrochen aktiv und legt, anders als der Vesuv am Golf von Neapel, keine Ruhepausen ein. Zu den gewaltigsten dokumentierten Ausbrüchen gehören die Eruptionen, die sich im Jahr 1669 ereigneten. Dieser Ausbruch zählt bis heute zu den heftigsten Naturkatastrophen auf der Insel Sizilien. Damals wurden große Teile der Stadt Catania zerstört. An der Basis des Vulkans riss eine Spalte auf, an der sich sieben Nebenkrater bildeten, aus denen permanent Lava strömte. Die Ortschaft Castello Ursino war zu diesem Zeitpunkt eine am Meer gelegene Festung. Die Lava umschloss den Ort vollständig und strömte in das Meer. Auf diese Weise entstand neues Land und der Ort liegt heute rund einen Kilometer von der Küste entfernt im Inneren der Mittelmeerinsel. Bis heute ereignen sich mehrmals im Jahr größere und kleinere Ausbrüche am Ätna. Allein im Jahr 2013 stieß der Ätna mehr als fünfzehnmal Lava aus und schleuderte Wolken aus Gasen und Wasserdampf in die Luft.

In der Gegenwart gehört der Ätna zu den meistbesuchten Touristenattraktionen Italiens. Den Gipfel erreichen Sie mit der Seilbahn Funivia dell’Etna, die im August 2004 den Betrieb aufnahm. Sie führt von einem Parkplatz in 2.000 Meter Höhe bis auf eine Höhe von 2.500 Metern. Dort erfolgt die Weiterreise bis in Gipfelnähe mit Bussen. Diese Seilbahn ersetzt einen Vorgängerbau, der bei einem Ausbruch im Jahr 2002 komplett zerstört wurde. Eine außergewöhnliche Erkundungsreise ist eine Fahrt mit der Eisenbahn Ferrovia Circumetnea. Die Bahn umrundet den Ätna an seinem Fuß nahezu komplett und legt dabei eine Strecke von etwa 110 Kilometern zurück. Das Teilstück zwischen Catania und Messina kann mit der Regionalbahn zurückgelegt werden.

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