Florenz - die Wiege der Renaissance

Florenz ist eine Großstadt in der Toskana und gilt als die Wiege der Renaissance. Das historische Stadtzentrum gehört seit 1982 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Florenz
Florenz - die Wiege der Renaissance

Die historische Altstadt von Florenz gehört zu den größten Touristenmagneten Italiens. Millionen Besucher aus der ganzen Welt lassen sich alljährlich vom architektonischen und künstlerischen Erbe der Metropole in den Bann ziehen. In der Stadt leben rund 366.000 Einwohner. Zur Zeit der Renaissance erlebte Florenz seine Blütezeit. Im 15. und 16. Jahrhundert war die Stadt das bedeutendste europäische Wirtschafts- und Finanzzentrum. Die Geschichte von Florenz ist eng mit der Familie Medici verbunden. Sie gehörte zu den einflussreichsten und wohlhabendsten Familien Italiens und Mitglieder der Dynastie besetzten in der Renaissance zahlreiche Machtpositionen. Unter ihnen stieg Florenz zu einer florierenden Metropole auf und wurde zum Zentrum der Kunst und Geisteswissenschaften. Zu den berühmtesten Einwohnern von Florenz gehörten der Maler Michelangelo, das Allroundgenie Leonardo da Vinci und der Wissenschaftler Galileo Gallilei. Letzterer bekleidete das Amt des Hofmathematikers im Machtbereich der Medici-Dynastie.

Das Stadtgebiet von Florenz erstreckt sich entlang des Flusses Arno. Gegründet wurde die Stadt im Jahr 59 v. Chr. vom römischen Kaiser Julius Cäsar. Bereits zur Mitte des 14. Jahrhunderts zählte Florenz mehr als 100.000 Einwohner. Damals war das Stadtgebiet in vier Viertel gegliedert, die nach den jeweiligen Stadttoren benannt wurden. In Florenz entwickelte sich ab dem späten 15. Jahrhundert die Epoche der Renaissance. Der Aufstieg der Familie Medici ist der engen Verbindung zum Vatikan geschuldet, denn über die Bankiers wurden die finanziellen Geschäfte des Papstes abgewickelt. Zwei Jahrhunderte lang bestimmten die Medici die Geschicke der Stadt, bis die Dynastie im 17. Jahrhundert ausstarb und Florenz an Bedeutung verlor. Erst im Jahr 1865 setzte mit der Wahl von Florenz als Hauptstadt des Königreichs Italien ein neuer Aufschwung ein. Fünf Jahre später wurde der Regierungssitz nach Rom verlegt.

Das historische Stadtzentrum von Florenz ist ein eindrucksvolles Beispiel für die überragenden Leistungen der damaligen Baumeister auf architektonischem Gebiet. Die prachtvollen Kirchen, Paläste und Plätze sind ein Beleg für die gewaltige kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der Stadt zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert. Im Zentrum von Florenz liegt mit der Piazza della Signoria ein Platz, an dem sich der mächtige Palazzo Vecchio erhebt. Baubeginn für das eindrucksvolle Gemäuer war im Jahr 1299. 15 Jahre später war die palastartige Anlage fertiggestellt und diente fortan als Sitz des Parlamentes der Republik Florenz. Das Gebäude wird von einem wuchtigen Turm geprägt, der entscheidend das Antlitz der Altstadt bestimmt. Sehenswert sind die Innenhöfe des Palazzo Vecchio und der sogenannte Saal der Fünfhundert, um dessen Innengestaltung es einst eine Kontroverse zwischen Michelangelo und Leonardo da Vinci gegeben hat. Darüber hinaus befindet sich an dem zentralen Platz mit der Loggia della Signorina eine offene Säulenhalle, die von kunstvollen Skulpturen aus der Renaissance gesäumt wird.

Unmittelbar vor dem Palazzo Vecchio steht eine Kopie der Marmorstatue des David, die Michelangelo zwischen 1501 und 1504 angefertigt hat. Das Original befindet sich in der Galleria dell´Accademia in einem separaten Raum. Nur wenige Schritte von der Piazza della Signoria entfernt reihen sich die sogenannten Uffizien aneinander. Dabei handelt es sich um ehemalige Verwaltungsgebäude, die Cosimos I. de Medici im 16. Jahrhundert errichten ließ. In den Innenräumen befindet sich heute die berühmte Kunstsammlung der Medici mit zahlreichen Meisterwerken italienischer, holländischer und deutscher Künstler. In der Galleria degli Uffizi, die im Jahr 1581 von einem Mitglied der Medici-Dynastie gegründet wurde, können Sie weltberühmte Kunstwerke des 13. bis 18. Jahrhunderts bewundern. Neben Gemälden von Raffaello, Michelangelo und Botticelli werden dort Meisterwerken von Rembrandt, Dürer und Rubens ausgestellt.

Zu den architektonisch reizvollsten Sehenswürdigkeiten von Florenz gehört die Brücke Ponte Vecchio. Sie gilt als ein Wahrzeichen der Stadt und ziert die Frontseite unzähliger Ansichtskarten. Die Brücke führt über den Fluss Arno und verbindet die Uffizien mit dem Palast der Medici. Die steinerne Bogenbrücke wurde im Jahr 1345 erbaut und lückenlos zu beiden Seiten mit kleinen Läden bebaut. Zu Beginn der Neuzeit waren in den Geschäften hauptsächlich Metzger ansässig, die ihre Abfälle im Fluss entsorgten. Wegen des Gestanks, der von den Abfällen ausging, erließ Cosimos I. de Medici im Jahr 1565 ein Dekret, wonach die Fleischereien durch Goldschmiedewerkstätten ersetzt wurden. Noch heute reihen sich auf der Brücke Ponte Vecchio zahlreiche Schmuckgeschäfte und Juweliere aneinander. Zu den ältesten Gebäuden in Florenz gehört das Baptisterium in Piazza San Giovanni, dessen Ursprung in der römischen Antike vermutet wird.

Die Silhouette von Florenz wird maßgeblich von der gewaltigen Kuppel der Kathedrale Santa Maria del Fiore geprägt. Sie gilt als technische Meisterleistung der Renaissance und ist das bedeutendste Werk des italienischen Architekten und Bildhauers Filippo Brunelleschi. Baubeginn für das gewaltige romanisch-gotische Gotteshaus war im Jahr 1296. Nach mehreren Unterbrechungen wurden die Bauarbeiten erst im Jahr 1887 vollständig abgeschlossen. Neben der riesigen Kuppel mit einem Durchmesser von 45 Metern ist der 82 Meter hohe Glockenturm das eindrucksvollste architektonische Merkmal im Außenbereich der Kathedrale. Der Turm kann über eine Treppe im Innenbereich erklommen werden und von oben bietet sich ein fantastischer Ausblick über die Dächer der historischen Altstadt von Florenz. Die Kuppel wurde im Inneren mit Freskenmalereien von Giorgio Vasari und Federico Zuccari ausgestaltet.

Am Domplatz vor der Kathedrale befindet sich mit dem Museo dell'Opera di Santa Maria del Fiore das Dommuseum, in dem die Kunstwerke des Gotteshauses besichtigt werden können. Die Ausstellungsstücke sind ein Beleg für die hoch entwickelte florentinische Kunst in der Zeitepoche der Renaissance. Neben der Kathedrale gehört die Basilika di Santa Croce zu den bedeutendsten Kirchenbauten in Florenz. Der Sakralbau erhebt sich im Mittelpunkt des Marktviertels und war drei Jahrhunderte lang das größte Gotteshaus der Stadt. Die Basilika ersetzte einen romanischen Vorgängerbau und wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Etwas außerhalb des historischen Stadtzentrums liegt auf den Boboli Hügeln der Palazzo Pitti, den der gleichnamige florentinische Handelskaufmann im 15. Jahrhundert erbauen ließ. Er diente später Angehörigen der Medici-Familie als Wohnsitz und wurde von damals um die Gartenanlage Giardini Boboli erweitert. Eine traumhafte Aussicht über das Stadtgebiet genießen Sie, wenn Sie die steilen Gassen zum Forte di Belvedere hinaufsteigen. Der Ort ist bei den Einwohnern von Florenz ein beliebter Aufenthaltsort. Hier treffen sich Familien zum Picknick und auf den Wiesen spielen und toben die Kinder.

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