Mailänder Dom - die drittgrößte Kirche der Welt

Der Mailänder Dom gehört zu den bekanntesten Bauwerken Italiens und ist, gemessen an der Grundfläche, die drittgrößte christliche Kirche der Welt.

Mailänder Dom
Mailänder Dom - die drittgrößte Kirche der Welt

Der Mailänder Dom ist ein gotischer Kirchenbau, mit dessen Bau im Jahr 1386 begonnen wurde. Das Bauwerk ersetzte eine frühchristliche Kathedrale und eine römische Basilika, die sich vorher an dieser Stelle befunden hatten. Mit dem Bau des Mailänder Doms wurde unter Herzog Gian Galeazzo Visconti begonnen, der im 14. Jahrhundert der erste Herzog der norditalienischen Stadt war. Bis zur endgültigen Fertigstellung des Gotteshauses sollten rund 500 Jahre vergehen. Nachdem im Jahr 1388 die ersten Fundamente gelegt waren, wurde mit der Errichtung der Außenmauern der dreischiffigen Kirche begonnen. Bereits drei Jahre später wurde entschieden, den Grundriss auf eine fünfschiffige Kirche zu verändern. Schwierigkeiten in Bezug auf Statik und Gestaltung bereitete später der Bau des Vierungsturmes. Er wurde im Jahr 1490 errichtet.

Mit dem endgültigen Entwurf der Fassade des Mailänder Doms wurde erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts begonnen. Es entbrannte eine Auseinandersetzung über den Architekturstil der Frontseite. Der Rest der Kirche wurde im gotischen Baustil errichtet. Neue Entwürfe sahen nun eine Fassade im Stil der damals populären Renaissance vor. Der Kirchenchor wurde im Jahr 1577 eingeweiht. Ein Teil der Fassade wurde im 17. Jahrhundert vom italienischen Architekten Richini im Renaissance-Stil erbaut. Andere Architekten bevorzugten hingegen frühere Entwürfe, wonach die Fassade im gotischen Architekturstil erbaut werden sollte. Erst zu Beginn der 19. Jahrhunderts erfolgte die endgültige Fertigstellung der Fassade unter der Herrschaft Napoleons. Der französische Kaiser ließ sich nach der Eroberung Südeuropas im Jahr 1805 im Mailänder Dom zum König von Italien krönen. Die Domfassade wurde im Jahr 1813 vollendet und besteht aus gotischen, barocken und neugotischen Stilelementen. Der ursprüngliche Glockenturm wurde im Jahr 1858 abgerissen und zwischen 1865 und 1873 wurde der repräsentative Domplatz vor dem Gotteshaus angelegt.

Mit einer Grundfläche von 157 × 109 Meter ist der Mailänder Dom die drittgrößte Kirche der Welt. Die farbenprächtigen Glasfenster des Kirchenchores gehören zu den höchsten der Erde und sind eine Attraktion für sich. Die Außenwände zieren mehr als 2.000 Skulpturen, die von italienischen Künstlern und ausländischen Steinmetzen während der mehrere Jahrhunderte andauernden Bauphase geschaffen wurden. Darüber hinaus befinden sich 135 schmuckvolle Fialen an den Endpunkten der Stützstreben. Diese Fialen sind spitz zulaufende, filigrane Türmchen, die aus dem Stein gemeißelt wurden. Das Dach des Mailänder Domes ist begehbar und kann über eine Treppe oder einen Aufzug erreicht werden. Von oben haben Sie einen überwältigenden Blick über das Stadtgebiet von Mailand und können die kunstvollen Steinskulpturen aus der Nähe bewundern. Der Vierungsturm besitzt eine achteckige Grundfläche und auf der Spitze befindet sich eine vergoldete Madonnenstatue, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts gut sichtbar platziert wurde.

Das Innere des Mailänder Domes besitzt die Form eines lateinischen Kreuzes und besteht aus fünf Schiffen. Auffällig sind die großen Fenster, die aus bunten Glastafeln zusammengesetzt wurden. Im rechten Seitenschiff befindet sich das einzige noch im Original erhaltene Glasfenster aus dem 15. Jahrhundert. In beiden Seitenschiffen liegen Altäre mit bedeutenden Kunstschätzen. Unter anderem zieren Marmorplatten mit Apostelfiguren aus dem 12. Jahrhundert die Altäre in linken Seitenschiff. Der hölzerne Kirchenchor wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Im Zentrum befindet sich der Hauptaltar, der im Jahr 1418 eingeweiht wurde. Zu den bedeutendsten religiösen Reliquien des Mailänder Domes gehört der Heilige Kreuznagel. Dabei solle es sich um einen der Nägel handeln, mit denen Jesus Christuns ans Kreuz geschlagen wurde. Er wird unter der Gewölbespitze in einem Tabernakel aufbewahrt und einmal im Jahr zur Besichtigung und Anbetung ausgestellt. Einen enormen Wert besitzt der Domschatz des Gotteshauses. Unter anderem beherbergt er eine silberne Kapsel, die der Heilige Ambrosius im 4. Jahrhundert vom Papst erhielt.

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