Neapel - im Schatten des Vesuvs

Neapel liegt in der italienischen Provinz Kampanien und ist mit knapp einer Million Einwohner die drittgrößte Stadt des Landes. Seit 1995 gehört die historische Altstadt von Neapel zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Neapel
Neapel - im Schatten des Vesuvs

Die süditalienische Metropole liegt am Golf von Neapel im Schatten des Vesuvs. Der aktive Vulkan überragt mit einer Höhe von 1.281 Metern das Stadtgebiet und bestimmt die Silhouette der Region. Das Stadtgebiet von Neapel erstreckt sich entlang der 30 Kilometer langen Meeresbucht bis zu den Phlegräischen Feldern. Dabei handelt es sich um ein vulkanisch aktives Gebiet von etwa 40 kleineren und größeren Vulkankratern. Das Klima in Neapel ist mediterran und von maritimen Einflüssen geprägt. Die Sommer sind heiß und trocken mit Tageshöchsttemperaturen jenseits der 30-Grad-Marke in den Monaten Juli und August. Im Winter sinken die Werte nicht unter den Gefrierpunkt. Dafür ist zwischen November und März mit erhöhten Niederschlagsmengen zu rechnen.

Die Gründung Neapels erfolgt etwa um 700 v. Chr. durch griechische Seefahrer. Mit dem Erstarken des aufstrebenden Römischen Reiches ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. geriet die Stadt zwischen die Fronten der antiken Völker. Ein Bündnisvertrag zwischen Griechen und Römern sicherte Neapel weitestgehende Autonomie zu. Erst im 1. Jahrhundert v. Chr. übernahm das Römische Imperium die Vorherrschaft in der Stadt. Im Stadtgebiet von Neapel sind an einigen Stellen noch heute die Spuren der griechischen Vergangenheit zu erkennen. Neben den Überresten der Akropolis im Nordwesten der Altstadt sind Teile der griechischen Stadtmauer erhalten, die unter römischer Herrschaft weiter verstärkt wurde. Selbst der Verlauf der Straßen innerhalb Neapels entspricht weitestgehend der antiken Vorlage. Drei große Hauptverkehrsrouten durchziehen die Stadt von Westen nach Osten. Sie sind über zahlreiche Querverbindungen miteinander verbunden. Bis zum verheerenden Vulkanausbruch im Jahr 79 n. Chr. dem die Städte Pompeji und Herculaneum zum Opfer fielen, war der Golf von Neapel ein Vergnügungsort für die aristokratische Oberschicht der römischen Gesellschaft.

Nach dem Zerfall des Römischen Reiches gehört Neapel wechselnden Herrschaftsbereichen an und viele Bauwerke in der Altstadt wurden von verschiedenen Königen im Lauf der Jahrhunderte in Auftrag gegeben. Das Antlitz von Neapel wird maßgeblich von drei Festungen geprägt. Zu den eindrucksvollsten Anlagen gehört das Castel Nuovo, das sich vor dem Rathausplatz am Hafen erhebt. Das historische Gemäuer stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde zur Herrschaftszeit des französischen Hauses Anjou erbaut. Ihrem Charakter nach war die Festung eine Stadtburg, in dem die Truppen der jeweiligen Besatzer Neapels untergebracht wurden. Im 15. Jahrhundert erfolgten großräumige Umbauarbeiten, die der Anlage ihr heutiges Aussehen verliehen. Im Castel Nuovo ist unter anderem das neapolitanische Museum zur Stadtgeschichte untergebracht.

Auf einem Stadthügel erhebt sich mit dem Castel Sant'Elmo eine Festung aus dem 14. Jahrhundert. Die Anlage können Sie auf einem Rundweg erkunden, der auf den wehrhaften Mauern der Bastion verläuft. Dabei genießen Sie einen fantastischen Ausblick über das Stadtgebiet von Neapel. Die dritte große Festungsanlage liegt vor dem Hafen von Neapel auf einer kleinen Insel im Mittelmeer. Das Castel dell’Ovo wurde im 9. Jahrhundert erbaut und erhielt sein heutiges Erscheinungsbild vier Jahrhunderte später. Mit einem Ausflugsboot können Sie zur Festung übersetzen und das alte Gemäuer besichtigen.

Hunderte Kirchen und zahlreiche Klöster liegen über das gesamte Stadtgebiet von Neapel verteilt. Die sakralen Gebäude entstanden in verschiedenen Jahrhunderten und weisen den für die jeweilige Epoche charakteristischen Baustil auf. Zu den bedeutendsten religiösen Zentren der Stadt gehört der Duomo San Gennaro. Die Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und in ihrem Inneren werden die Reliquien des Heiligen San Gennaro verwahrt. Unter dem Dom befindet sich das Baptisterium eines Vorgängerbaus aus dem 5. Jahrhundert. Sehenswert ist darüber hinaus die Klosteranlage Santa Chiara, die im 14. Jahrhundert errichtet wurde. Im Innenbereich befinden sich einige Königsgräber. Direkt gegenüber der Klosterkirche erhebt sich die Jesuitenkirche Gesu Nuovo. Hinter der unscheinbaren Fassade des Gotteshauses verbirgt sich eine prächtige barocke Innenausstattung.

Neapel ist bekannt für seine zahlreichen Paläste und Villen, die einst der elitären Oberschicht als Wohnsitz und Residenz dienten. Als Regierungssitz der Vizekönige wurde der Palazzo Reale im 17. Jahrhundert erbaut. Einige Gemächer der königlichen Familie sind heute der Öffentlichkeit zugänglich und können besichtigt werden. Ein weiterer prachtvoller Palast ist der Palazzo Reggia di Capodimonte, mit dessen Bau im Jahr 1738 begonnen wurde. In dem Gebäude befindet sich ein Museum, in dem Sie Kunstwerke von Raffael, Botticelli und Tizian bewundern können. Als Anbau an den Palazzo Reale entstand im 18. Jahrhundert mit dem Teatro di San Carlo das größte Opernhaus der Stadt, das jahrelang das angesehenste Opernhaus Europas war. Mit einem Fassungsvermögen von 3.300 Zuschauern gehört das Teatro di San Carlo noch heute zu den größten Opern Italiens. Zu den bedeutendsten Museen Neapels gehört das Archäologische Nationalmuseum. Dort werden zahlreiche Funde aus den antiken römischen Städten Pompeji und Herculaneum präsentiert, die im Zuge der Ausgrabungsarbeiten geborgen werden konnten. Ein Teil des Museums, der als "Geheimes Kabinett" bezeichnet wird, enthält Skulpturen und Malereien mit erotischen Darstellungen aus der römischen Antike.

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