Palast von Caserta - eine prächtige Schlossanlage

Der Palast von Caserta ist eine prächtige barocke Schlossanlage, die als Königspalast der Bourbonen errichtet wurde und seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Palast von Caserta
Palast von Caserta - eine prächtige Schlossanlage

Rund 40 Kilometer nördlich von Neapel erhebt sich mit dem Palast von Caserta eines der größten Schlösser Europas. Der Bau begann im Jahr 1751 und erfolgte auf Anordnung von Karl V. von Sizilien. Er stammte aus dem spanischen Königshaus und wurde im Jahr 1738 König von Sizilien und Neapel. Seinen Regierungssitz verlegte der Herrscher zunächst nach Neapel und entschloss sich wenig später, in der Provinz Caserta eine neue Stadt zu errichten, die fortan als Mittelpunkt des gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Lebens dienen sollte. Nach dem Vorbild von Versailles sollte eine prächtige Schlossanlage das Zentrum der Macht symbolisieren. Karl V. beauftragte den italienischen Architekten Luigi Vanvitelli mit der Ausarbeitung der Pläne und am Ende des Jahres 1751 erfolgte der erste Spatenstich für die neue Palastanlage.

Die Bauzeit des Palastes von Caserta erstreckte sich über einen Zeitraum von fast 100 Jahren. Während seiner Regierungszeit stattete Karl V. dem Schloss nur selten einen Besuch ab. Die endgültige Fertigstellung erfolgte unter der Aufsicht seines Sohnes Ferdinand. Als architektonisches Vorbild für das Bauvorhaben diente das Schloss von Versailles, das im 18. Jahrhundert maßgeblich den Baustil prunkvoller Schlösser in ganz Europa prägte. Der Palast von Caserta besitzt einen rechteckigen Grundriss mit einer Kantenlänge von 247 × 184 Metern. Zwei Flügel durchbrechen das Schloss im Inneren der Anlage. Auf diese Weise entstanden insgesamt vier Innenhöfe. Das monumentale Bauwerk besitzt 1.970 Fenster und bietet im Innenbereich Platz für mehr als 1.200 Räume. Die der Stadt und dem Garten zugewandte Seite des Palastes ist mit mächtigen Portalen in Form von Triumphbögen ausgestattet.

Das Schloss wird durch die gewaltige Eingangshalle betreten, die von einer monumentalen Freitreppe aus Marmor dominiert wird, die von dorischen Säulen flankiert wird. Das Treppenhaus gehört zu den weltweit größten Barocktreppenhäusern. Am Ende der 18,50 Meter breiten Prunktreppe gelangen Sie in das achteckige Vestibül, von dem die Schlosskapelle und die Paradezimmer abgehen. Die Schlosskapelle besitzt einen Grundriss von 36,50 × 11,70 Metern und ähnelt dem Vorbild von Versailles in zahlreichen Details. In den Räumen des Palastes von Caserta befinden sich unzählige Originalmöbel und Einrichtungsgegenstände aus der Erbauungszeit und aus späteren Jahrhunderten. Am Mobiliar und der Platzierung des Interieurs lässt sich hervorragend der Zeitgeschmack der jeweiligen Epoche ablesen. Die königlichen Gemächer betreten sie erst, nachdem Sie drei riesige Säle durchquert haben, in denen sich einst die Leibgarde und die Hellebardiere aufhielten. Zu den königlichen Zimmern, die unter der Bezeichnung "Altes Appartement" zuerst bewohnbar waren, gehören unter anderem das Arbeitszimmer der Königin, die luxuriösen Badezimmer Ferdinands IV. und eine Bibliothek mit über 12.000 Büchern.

Die Räume im sogenannten "Neuen Appartement" wurden erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts fertiggestellt. Der Komplex umfasst 13 Räume und besteht aus drei Zeremoniensälen und den Privatgemächern des Königs. Neben dem Thronsaal können Sie das Schlafzimmer des Monarchen, das geräumige Badezimmer und den privaten Betsaal des Königs besichtigen. Beim Mobiliar handelt es sich um die Originaleinrichtungsgegenstände des Schlosses. Im Außenbereich des Palastes von Caserta erstreckt sich eine rund 100 Hektar große Gartenanlage, die viele Elemente der spanischen Heimat Karl V. enthält. Im Zentrum befindet sich eine drei Kilometer lange Sichtachse. Der Flanierweg wurde mit Wasserbecken, Brunnen und Kaskaden ausgestattet. Am Ende erhebt sich das Schloss auf einer Anhöhe. Die barocke Außenanlage wurde im Stil eines Berggartens angelegt. Über kleine Wasserfälle wurde die Neigung des Bodens ausgeglichen. Das Wasser für den Park stammt aus Quellen in der Umgebung und wurde über ein 42 Kilometer langes Aquädukt in den Garten geleitet. Wie der Palast von Caserta gehört auch das Aquädukt zum Weltkulturerbe der UNESCO.

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