Rom - Hauptstadt und größte Metropole des Landes

Rom ist die Hauptstadt Italiens und mit rund 2,7 Millionen Einwohnern die größte Metropole des Landes. Die gesamte historische Altstadt wurde im Jahr 1980 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.

Rom
Rom - Hauptstadt und größte Metropole

Das Stadtgebiet vom Rom erstreckt sich am Ufer des Flusses Tiber, der unweit des Zentrums in das Tyrrhenische Meer mündet. Im Nordosten wird die Stadt von den Sabiner Bergen, im Osten vom Höhenzug der Abruzzen und im Süden von den Albaner Bergen eingerahmt. Rom liegt im Zentrum Italiens und das Klima ist mediterran mit maritimen Einflüssen. Die Sommer sind trocken und warm und die Höchsttemperaturen am Tage erreichen beständig Werte von mehr als 30 Grad. Die Winter sind mild und feucht und werden von westlichen Luftströmungen dominiert. Die italienische Hauptstadt gliedert sich in vier übergeordnete Stadtbezirke und 19 Munzipien. Dabei handelt es sich um untergeordnete Stadtbezirke, die im Jahr 1972 eingeführt wurden, um die Verwaltung der Millionenmetropole effizienter zu organisieren.

Mit der Vatikanstadt befindet sich der kleinste unabhängige Staat der Welt innerhalb von Rom. Die Enklave ist Sitz des Papstes und setzt sich aus dem Petersdom, dem Apostolischen Palast und mehreren Bildungs- und Verwaltungsgebäuden zusammen. Rom blickt auf eine mehr als 2.700-jährige Geschichte zurück und war in der Antike die Hauptstadt des Römischen Reiches. Der Überlieferung zufolge wurde die Stadt im Jahr 753 v. Chr. von Romulus gegründet. Er und sein Zwillingsbruder Remus waren der Sage nach die Kinder des Gottes Mars und der Jungfrau Rhea Silvia. Gemeinsam wurden die Brüder der Legende nach auf dem Fluss Tiber ausgesetzt, von einer Wölfin gesäugt und von einem Hirten gefunden und großgezogen. Rom wurde einst auf sieben Hügeln am Tiber als Königreich gegründet. Um das Jahr 500 v. Chr. wurde die Stadt nach der Vertreibung des letzten etruskischen Herrschers eine Republik.

In den folgenden Jahrhunderten expandierte Rom und wurde nach den Siegen über Karthago im Zuge der Punischen Kriege zu einer antiken Großmacht. Der Feldherr und Politiker Gaius Iulius Caesar leitete als erster Diktator den Untergang von Rom als Republik ein und ebnete den Weg für eine Umwandlung des Römischen Reiches in ein Kaiserreich. Er wurde im Jahr 44 v. Chr. ermordet. Bis zum Niedergang des Weströmischen Reiches ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. entstanden in der Stadt ein Straßennetz, ein funktionierendes Frisch- und Abwassersystem und unzählige Bauten, die bis heute von den hohen Fertigkeiten der antiken Architekten zeugen. Unter dem Nachfolger von Julius Cäsar, dem Kaiser Octavian Augustus, begann der zügige Ausbau der Stadt mit umfangreichen Bautätigkeiten. In den folgenden Jahrhunderten entstanden monumentale Bauwerke wie das Colloseum, das Forum Romanum, das Pantheon, die Kaiserforen und unzählige Thermen und Bäder. Ein Bummel durch das historische Stadtzentrum der Metropole gleicht einer Zeitreise durch verschiedene Epochen der Geschichte. Rom gehört heute zu den bedeutendsten Kulturstädten der Welt.

Zu den eindrucksvollsten Bauwerken in Rom gehört das Colloseum. Das antike Amphitheater wurde in einer achtjährigen Bauzeit zwischen 72 und 80 n. Chr. errichtet und gilt als Beispiel für die weit entwickelte Architekturkunst im Römischen Reich. Auftraggeber war der römische Kaiser Vespasian. Das Colloseum bot bis zu 50.000 Menschen Platz und war ein zentraler Veranstaltungsort, in dem Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und Seeschlachten stattgefunden haben. Das gewaltige Amphitheater bestand aus drei Arkadenreihen und einer vierten Ebene im Obergeschoss, die stufenförmig in einem riesigen Rund anstiegen. Die Zuschauer betraten das Colloseum über 80 Eingänge, die es ermöglichten das antike Stadion innerhalb von 15 Minuten zu füllen oder zu räumen. Unter der 188 Meter langen Arena wurde ein ausgeklügeltes System aus Gängen, Räumen und Versorgungsschächten angelegt. Hier befanden sich Raubtierkäfige, Kerker und unterirdische Verbindungen zur benachbarten Gladiatorenschule. Über Flaschenzüge, Rampen und Falltüren konnten innerhalb weniger Minuten ganze Bühnendekorationen aus dem Untergrund in die Arena befördert werden.

Eine der wichtigsten archäologischen Ausgrabungsstätten im Stadtgebiet von Rom ist das Forum Romanum, das in der Antike den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt bildete. Auf dem Areal befanden sich Tempel, Verwaltungsgebäude, Triumphbögen und Ladenstraßen. Mit dem Bau wurde bereits in vorchristlicher Zeit begonnen. Zu den ältesten Ruinen des Forum Romanums gehört der Saturnus-Tempel im Westen des Areals. Das Bauwerk wurde im Jahr 498 v. Chr. eingeweiht und diente als Bekanntmachungs- und Versammlungsort. Gleichzeitig wurde der römische Staatsschatz im Tempel des Saturn aufbewahrt. Mit dem Concordia-Tempel, dem Dioskurentempel und dem Tempel des Antoninus Pius und der Faustina erheben sich weitere religiöse Bauten im Forum Romanum. Besonders eindrucksvoll sind die repräsentativen Bauten auf dem Gelände. Der Septimius-Severus-Triumphbogen, der Titusbogen und der Tempel des Vespasian wurden zu Propagandazwecken errichtet und erinnern mit ihren Inschriften an die Taten und Leistungen der römischen Kaiser.

Eines der besterhaltenen Bauwerke der römischen Antike ist das Pantheon auf dem Marsfeld. Das Gebäude wurde zwischen 119 und 125 n. Chr. zur Regentenzeit von Kaiser Hadrian fertiggestellt und war bis zum 19. Jahrhundert der größte Kuppelbau der Welt. Es wird angenommen, dass es sich um ein religiöses Bauwerk zur Verehrung der Götter gehandelt hat. Eine architektonische Meisterleistung für die damalige Zeit war die Errichtung der Rotunde mit einem Durchmesser von 43 Metern. Die gewaltige Kuppel ruht auf einem Ring aus Gussmauerwerk und besitzt eine Höhe von 43 Metern. Damit entspricht die Rotunde einer nahezu perfekten Halbkugel. Das Kuppelgewölbe setzt sich aus fünf konzentrischen Ringen zusammen, die in jeweils 28 Kassetten gegliedert sind. Eine kreisrunde Öffnung mit einem Durchmesser von neun Metern befindet sich im Zentrum der Kuppel. Sie bildet neben dem Eingangsbereich die einzige Lichtquelle im Pantheon.

Neben den antiken Bauwerken besitzt Rom eine Fülle von Sehenswürdigkeiten, die in späteren Jahrhunderten errichtet wurden. Dazu gehören zahlreiche aufwendig verzierte Brunnen, von denen die Fontana de Trevi zu den populärsten gehört. Der Trevi Brunnen am Palazzo Poli wurde zwischen 1732 und 1762 im spätbarocken Baustil errichtet und gehört zu den meistbesuchten Attraktionen der italienischen Hauptstadt. Er besteht aus einer palastartigen Fassade, in die ein Triumphbogen integriert wurde. Davor sind Steinskulpturen angeordnet, die verschiedene Fabelwesen des Meeres darstellen. Sie scheinen auf die Besucher des Brunnens zuzulaufen. Über dem Figurenensemble thront der Meeresgott Oceanus. Der Legende nach sollen nach dem Werfen von Münzen in den Trevi Brunnen bestimmte Wünsche in Erfüllung gehen. Der bekannteste Volksglaube besagt, dass das Werfen einer Münze mit der linken Hand über die rechte Schulter zu einer Rückkehr nach Rom führen soll. Im Laufe eines Jahres kommt durch das Praktizieren dieses Rituals eine erhebliche Geldsumme zusammen. Schätzungen gehen davon aus, dass Touristen alljährlich Münzen im Wert von rund einer Million Euro im Wasser des Trevi Brunnens versenken.

Zu den bekanntesten Freitreppen der Welt gehört die Spanische Treppe im Zentrum von Rom, die an der Piazza di Spagna ihren Anfang nimmt. Der Platz fungierte gleichzeitig als Namensgeber für die Treppe. Sie endet an der Kirche Santa Trinità dei Monti und überwindet einen Höhenunterschied von 23 Metern. 138 Stufen müssen überwunden werden, um am höchsten Punkt der Treppe anzukommen. Die Spanische Treppe wurde zwischen 1723 und 1725 erbaut und besteht aus einem zentralen Aufgang und zwei parallel verlaufenden Läufen. Die einzelnen Aufgänge vereinen sich nach einem Drittel, um sich kurz darauf wieder zu trennen. In die Treppe integriert wurde mit der Fontana della Barcaccia ein Brunnen, der bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut wurde. Er besitzt die Form eines Schiffsrumpfes. In der Gegenwart ist die Spanische Treppe ein beliebter Treffpunkt von Einheimischen und Touristen. Am Fuß des Aufganges führt die Einkaufsstraße Via Condotti vorbei, in der sich Edelboutiquen und Luxusgeschäfte aneinanderdrängen.

TOP