Vatikanstadt - kleinster Staat der Erde

Die Vatikanstadt ist eine Enklave in der italienischen Hauptstadt Rom und gilt als der kleinste eigenständige Staat der Erde. Oberhaupt der Vatikanstadt ist der Papst.

Vatikanstadt
Vatikanstadt - kleinster Staat der Erde

Das Gebiet der Vatikanstadt erstreckt sich über eine Fläche von 0,44 Quadratkilometern und schließt den Petersdom, den davor liegenden Petersplatz, die Sixtinische Kapelle und mehrere Paläste und Gartenanlagen ein. Offiziell leben etwas mehr als 800 Einwohner im kleinsten Staat der Erde. Das Staatsgebiet liegt auf dem vatikanischen Hügel, der von einer Mauer umgeben ist. Zu den Bewohnern der Vatikanstadt gehören der Papst mit seinen Kardinälen, das Gendarmeriekorps und die Mitglieder der Schweizer Garde, die für die Sicherheit des Kirchenoberhauptes zuständig sind. Die Mehrheit der rund 3.000 Angestellten lebt nicht im Staatsgebiet der Vatikanstadt. Sie unterteilen sich in Hauspersonal, Angehörige der Geistlichkeit, Sicherheitspersonal, Lehrkräfte für die angeschlossenen Bildungseinrichtungen und Rundfunk- und Pressemitarbeiter. Die vatikanische Staatsbürgerschaft ersetzt keine andere Staatsbürgerschaft und ist immer an eine bestimmte Funktion gebunden, die innerhalb der vatikanischen Mauern ausgeübt wird.

Die Geschichte der Vatikanstadt ist eng mit der Geschichte der Päpste verbunden. Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts residiert das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem vatikanischen Hügel vor den Toren von Rom. Hier ließ der römische Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert über dem Grab des Apostels Petrus eine Grabeskirche errichten, die sich in der Folge zum Wallfahrtsort der Christenheit entwickelte. Später wurden weitere Gebäude auf dem Hügel erbaut. Im Jahr 1506 wurde mit dem Bau des Petersdoms begonnen, der die alte Grabeskirche ersetzte und im Jahr 1626 eingeweiht wurde. Bereits im Jahr 1589 gab Papst Sixtus V. die Errichtung des Apostolischen Palastes in Auftrag, der noch heute dem Papst als Wohnsitz dient und zahlreiche Arbeitszimmer für die Verwaltung des Kirchenstaates enthält. Im 19. Jahrhundert umfasste das Territorium der Vatikanstadt weite Teile Mittelitaliens. Nach politischen Umwälzungen in den folgenden Jahrhunderten blieb der Status der Vatikanstadt lange Zeit ungeklärt. Das heutige Staatsgebiet wurde im Jahr 1929 zwischen dem Königreich Italien und dem Heiligen Stuhl festgelegt.

Dominierendes Bauwerk der Vatikanstadt ist der Petersdom mit seiner gewaltigen Kuppel. Der Dom gehört zu den größten Kirchenbauten der Welt und besitzt ein Fassungsvermögen von rund 20.000 Menschen. Die Kuppel ist bis heute das größte freitragende Ziegelmauerwerk der Erde. Sie besitzt einen Durchmesser von 42,34 Metern und wird von vier fünfeckigen Pfeilern getragen. Zu den berühmtesten Skulpturen im Innenraum gehört die Bronzestatue des Hl. Petrus. Die Berührung des Fußes soll angeblich Segen bringen, weshalb der Fuß bereits stark abgeflacht ist. Unterhalb des Petersdoms befinden sich die vatikanischen Grotten, in denen 23 der 264 verstorbenen Päpste beigesetzt wurden. Darüber hinaus fand auch der deutsche Kaiser Otto II. Nach seinem Tod im Jahr 983 hier seine letzte Ruhestätte.

Vor dem Petersdom liegt der Petersplatz, der von Kolonnaden eingefasst wird. Sie bestehen aus 15 Meter hohen Säulen und bilden gleichzeitig die Grenze zum italienischen Staatsgebiet. Im Zentrum des Petersplatzes erhebt sich der vatikanische Obelisk. Er stammt aus Ägypten und trägt keine Inschriften. Bevor der Obelisk auf dem Petersplatz aufgerichtet wurde, zierte er den Circus des römischen Kaisers Nero, der sich vorher auf den vatikanischen Hügeln befunden hat. Auf seiner Spitze befindet sich eine bronzene Kugel, die der Überlieferung zufolge die Asche des vergöttlichten Kaisers Julius Cäsar enthalten haben soll. Die berühmteste Kapelle des Apostolischen Palastes ist die Sixtinische Kapelle, in der sich einige der bekanntesten Wandgemälde der Welt befinden. An diesem Ort wird das Konklave abgehalten, in deren Verlauf die Versammlung der Kardinäle einen neuen Papst wählt, wenn das Amt durch den Tod oder die Abdankung des kirchlichen Oberhauptes vakant geworden ist. In weiteren Gebäuden sind die Vatikanische Bibliothek, das Vatikanische Geheimarchiv und die Päpstliche Akademie der Wissenschaften untergebracht. Das gesamte Territorium der Vatikanstadt gehört seit 1984 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

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