Über die Geschichte der Kanaren

Aus der vorkolonialen Ära ist über die Kanaren nur wenig bekannt, es wird allerdings davon ausgegangen, dass die Inseln in der Antike mythische Orte darstellten. Die ersten historischen Berichte konnten aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. gefunden werden. Laut diesen Berichten waren die karthagischen Seefahrer Himilkon und Hanno die ersten, die durch die Straße von Gibraltar in den Atlantik fuhren.

Kanaren Geschichte
Kanaren Geschichte - Lanzarote: Vulkan Caldera Blanca

Von den Römern wurden die Kanaren das erste Mal durch Plinius Major und Pomponius Mela erwähnt, die die Inseln "Fortunatae insula", "Inseln der Glückseligen", nannten. Plinius Major bezieht sich in seinem Bericht auf den mauretanischen König Juba II, der bereits 40 v. Chr. auf die sogenannten "Fortunatae insulae" gereist war.

In diesem Text tauchte auch der Name Canaria erstmals auf, der laut Plinius auf die vielen auf der Insel befindlichen großen Hunde "Canis" zurückging. Auch wenn dieser Ursprung des Namens bezweifelt wird, sind im heutigen Wappen der Kanaren zwei Hirtenhunde abgebildet. Eher wahrscheinlich ist, dass sich der Name vom aus Nordafrika stammenden Berbervolk der "Canarii" ableitet.

Die ursprüngliche Bevölkerung der Kanaren wird als Guanchen bezeichnet, wobei jede Insel ihre eigenen Namen für ihre Ureinwohner verwendet. Sie alle werden aber mit Sicherheit dieselben Vorfahren gehabt haben, die teils aus dem Berberischen und teils aus dem Spanischen abstammten. Dies konnte so zumindest wissenschaftlich und genetisch festgestellt werden. Circa ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. erfolgte eine Besiedlung auch durch phönizische Seefahrer. Archäologische Funde belegten außerdem die Anwesenheit von Puniern und Römern auf den Kanaren.

Archäologische Funde belegen auch, dass die Kanaren seit rund 3000 Jahren von Menschen besiedelt sind. Beispielsweise konnte so auf Teneriffa eine Besiedlung im Jahre 800 vor Christus belegt werden. Falls Sie sich für diese Rekonstruktion näher interessieren sollten, liefert Ihnen die Zeitschrift "Almogaren des Institutum Canarium" weitere wichtige Informationen.

Die Insel Lanzarote verdankt dem Genuesen Lancelotto Malocello, dass sie um 1315 als "Insula de Lanzarotus Marocelus" erstmals auf der Weltkarte erschien. Allerdings ist nur wenig vom Leben des Lancelotto Malocello auf Lanzarote bekannt und es ist nicht wirklich sicher, ob der Name nicht von einem anderen Lazarotto Maroxello stammt. Erst ein auf Latein verfasster Bericht aus dem Jahre 1341 liefert die ersten konkreten Hinweise über die Inseln.

Das erste Episkopat wurde am 7. November 1351 in Teide auf Gran Canaria gegründet, um die Einwohner der Insel zum Christentum zu bekehren, was sich als relativ schwierig beziehungsweise unfruchtbar erweisen sollte. Endgültig wurden die Kanaren um 1402 vom kastilischen König erobert und unter Lehensherrschaft gestellt. Unter Jean de Béthencourt wurden die Inseln Fuerteventura, El Hierro und Lanzarote zuerst erobert. La Gomera konnte damals zwar betreten werden, die Unterwerfung gelang hier aber nicht. Auch Gran Canaria ließ sich nicht besetzen. Béthencourts Besitzungen zerfielen nach seinem Tod im Jahr 1425 in viele kleine Stücke und da er keine Erben hatte, begann der Aufbau einer ersten Kolonialgesellschaft auf den Insel El Hierro, Lanzarote und Fuerteventura. Der anadalusische Laienbruder des Franziskanerordens Didakus gründete im Jahr 1441 das Kloster "Fortaventura" auf Fuerteventura.

Die aus Sevilla stammende Familie de las Casas erlangte im Jahr 1448 alle Rechte über die Inseln. Mit ihrer Herrschaft begann eine Zeit, die von Sklavenhandel und Ausbeutung geprägt war. Im Jahr 1477 kam es zum Aufstand auf Lanzarote und die meisten Bewohner flohen nach Gran Canaria oder sogar bis nach Sevilla. Berberische Sklaven besiedelten die Inseln neu. Die katholischen Herrscher Isabella I von Kastilien und Ferdinand II nutzten die Gelegenheit, die Rechte an den Inseln Gran Canaria, Teneriffa und La Palma zu erwerben.

1478 erbte Hernán Peraza die Insel La Gomera; er wurde allerdings zehn Jahre später von Einheimischen erschlagen, als er sie versklaven wollte.

Als Tourist werden Sie auf den Kanaren an vielen Sehenswürdigkeiten und Orten an die lokale und regionale Geschichte erinnert. Begeben Sie sich auf eine Reise durch die Jahrhunderte und erfahren Sie bei Ihren Besichtigungen mehr über Land und Leute.

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