Restonica-Tal - wildromantischen Landschaften

Das Restonica-Tal zählt mit seinen grauen Felswänden, glasklaren Bergseen und dem reichen Bestand an korsischen Schwarzkiefern zu den eindrucksvollsten Wandergebieten Korsikas.

Restonica-Tal
Restonica-Tal

Mit seinen wildromantischen Landschaften zählt das Restonica-Tal zu den ursprünglichsten Bergregionen der französischen Mittelmeerinsel. Tausende Feriengäste zieht es in den Sommermonaten in die urwüchsige Bergwelt in der Nähe der ehemaligen Inselhauptstadt Corte. Graue Felswände säumen die Wanderwege in der Region und weiße Findlinge, die von den Kräften der Natur kreisrund geschliffen wurden, liegen an den Wegesrändern. Das Landschaftsbild wechselt ständig. Glatte Felsplatten wechseln sich mit zerklüfteten Gebirgszügen ab und dazwischen wuchern Macchia-Büsche und wuchtige Schwarzkiefern. Eine stetig wehende frische Brise sorgt für Abkühlung in den heißen Sommermonaten und Mutige wagen ein Bad im eiskalten und kristallklaren Wasser des Flusses Restonica. Mit der Zunahme des Wander- und Klettertourismus auf Korsika in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden zahlreiche Klettersteige in der zerklüfteten Gebirgsregion zum ersten Mal begangen. Alpine Kletterer finden in der Region zahlreiche Bohrhaken, die ihnen den Aufstieg in die Gipfellagen ermöglichen.

Das Restonica-Tal nimmt seinen Anfang an der ehemaligen Inselhauptstadt Corte im Zentrum Korsikas. Eine schmale Straße windet sich in zahllosen Kurven und Spitzkehren durch die gebirgige Landschaft der Restonicaschlucht. Sie nimmt ihren Anfang an der alten Brücke mit dem Namen Pont Vieux in Corte und führt bis zu einem gebührenpflichtigen Parkplatz auf 1.370 Meter Höhe. Hier befindet sich die Bergerie de Grotelle. Bei klarer Sicht lockt die Straße im Sommer Tausende Touristen an und es kann passieren, dass der Parkplatz am Nachmittag wegen Überfüllung geschlossen wird. In diesem Fall wird die Straße bei Tuani für den Verkehr gesperrt. Die Bergerie de Grotelle ist Ausgangspunkt für herrliche Wanderungen in der spektakulären Umgebung. Nach ein- bis zweistündigen Wanderungen über Felsplatten und Geröllhalden erreichen Sie mit dem Lac de Melo und dem Lac de Capitello zwei kristallklare Bergseen.

Der Lac de Melo ist ein kreisrunder Bergsee, der von saftig-grünen Sumpfwiesen und mächtigen Felswänden eingerahmt wird. Er ist ein ehemaliger Gletschersee, der sich in einer Talsenke gebildet hat. Der Blick zurück gibt eine überwältigende Aussicht auf das Restonica-Tal frei. Vom Lac de Melo führt der Wanderweg weiter hinauf zum Lac de Capitello. Der dunkelblaue See ist mit seinen 40 Metern Tiefe das tiefste Binnengewässer auf Korsika. Er liegt auf einer Höhe von 2.230 Metern und ist im Schnitt an acht Monaten im Jahr zugefroren. Eine andere Wanderung, die ebenfalls an der Bergerie de Grotelle ihren Anfang nimmt, führt Sie auf den Gipfel des Monte Rondo. Der zweithöchste Berg der Mittelmeerinsel ist 2.625 Meter hoch und für die anspruchsvolle Wanderung müssen Sie etwa fünf Stunden einplanen. Wer es geruhsamer mag, ohne auf die fantastische Bergwelt verzichten zu müssen, sucht sich am Talanfang einen abgelegenen Badeplatz am Fluss Restonica.

Die Stadt Corte liegt am Eingang zur Restonicaschlucht und war zur Zeit der Unabhängigkeitsbestrebungen im 18. Jahrhundert die Hauptstadt Korsikas. Noch heute wird sie von vielen Korsen als die heimliche Hauptstadt der Insel angesehen. Corte ist die einzige Universitätsstadt Korsikas. Rund 50% der 6.500 Einwohner sind Studenten. Sie prägen wesentlich das öffentliche Leben in der Stadt und verhelfen der alten korsischen Metropole zu einem lebendigen, strahlenden Erscheinungsbild. Corte liegt am Zusammenfluss dreier Flüsse und wird von der mächtigen Zitadelle überragt. Die Festung wurde weithin sichtbar auf einem Felsen errichtet und prägt bis heute das Antlitz der Stadt. Als Symbol des Freiheitskampfes nimmt Corte in der Geschichte Korsikas einen besonderen Platz ein. Der korsische Nationalheld Pasquale Paoli machte die Stadt im Jahr 1755 zur Inselhauptstadt und gründete zehn Jahre später die Universita di Corsica. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Korsikas sollten bereits im Jahr 1769 ein schnelles Ende finden. Nach der Niederlage von Ponte Novu fiel Corte wieder an die Franzosen und wurde Garnisonsstadt.

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