Kroatien und seine Geschichte - ein kurzer Überblick

Die Geschichte Kroatiens geht bis ins 12. Jahrhundert v. Chr. zurück. Hier entstanden im Zuge der griechischen beziehungsweise auch ionischen Kolonisation die ersten Siedlungen an der Ostküste des heutigen Kroatien und unter anderem geht auch die Stadt Split auf diese Zeit zurück. Ab Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. wurde der politische Einfluss der Römer auf die illyrischen Stämme zwischen der pannonischen Tiefebene und der Küste immer größer, bis letztlich im Jahr 34 v. Chr. Oktavian, später der Kaiser Augustus, dieses Gebiet Rom einverleibte.

Kroatien Geschichte hier: Krka Wasserfälle
Kroatien Geschichte hier: Krka Wasserfälle

Anfang des 1. Jahrhunderts wurde die römische Provinz Dalmatia gegründet, die nach dem Stamm der Delmatae benannt ist. Kaiser Diokletian teilte im Jahr 293 n. Chr. die Provinz entlang des Flusses Drina. Nach dieser Teilung in Ost- und Westrom wurde im Jahr 395 n. Chr. der größte Teil des heutigen kroatischen Staatsgebiets Westrom zugeschlagen. Zwischen 550 und 1270 wechselte die Zugehörigkeit mehrmals. So wurde das heutige Kroatien nach Auflösung des Römischen Reiches zum größten Teil Konstantinopel und damit dem byzantinischen Kaiserreich zugeordnet.

Der byzantinische Kaiser Herakleios rief daraufhin die Kroaten Anfang des 7. Jahrhunderts in ihr heutiges Gebiet, um beim Kampf gegen die Awaren Hilfe zu leisten. Geht man nach dem Bericht des byzantinischen Kaisers Konstantin VII. Porphyrogennetos, stammen die Kroaten aus dem Gebiet der heutigen Region Galizien. Übrigens, der Name Kroatien wurde erstmals in einer Quelle aus dem 9. Jahrhundert gefunden. Dabei hat dieser Name nicht wie oftmals gedacht einen slawischen Ursprung, sondern stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem persischen Bereich.

Den ersten König, Tomislav, erhielt Kroatien im Jahr 925. Der damalige Papst Johannes X erkannte diesen Königstitel an und Tomislav konnte während seiner Amtszeit sein Königreich erfolgreich gegen die Ungarn verteidigen. Damals bestand das Königreich aus Slawonien, Zentralkroatien und Teilen Bosniens und Dalmatiens und es existierte in dieser Form bis ins Jahr 1102, als der ungarische König Koloman auch zum König von Kroatien gekrönt wurde.

Das neue Königreich mit einer Personalunion zu Ungarn konnte sich mit Ausnahme der Türkenkriege im 16. bis 18. Jahrhundert bis ins Jahr 1918 halten. Auch wenn die Personalunion im Lauf der Geschichte verschiedene Formen annahm, blieb sie doch bis zum Schluss bestehen.

Die ungarisch-kroatische Personalunion war etwa seit dem 15. Jahrhundert stetigen Angriffen aus dem osmanischen Reich ausgesetzt. In der Schlacht bei Mohács im Jahr 1526 fielen große Teile Kroatiens und auch ein Teil Ungarns an die Habsburger. Dalmatien und auch Teile Istriens blieben unter der Herrschaft der Republik Venedig, der sie seit dem Spätmittelalter angehörten. 1815 wurden Dalmatien und Istrien nach den napoleonischen Kriegen unter österreichische Herrschaft gestellt. Aus politischen Gründen wurden diese Teile aber nicht mit dem Rest von Kroatien vereint, sondern wurden zu separaten Kronländern. So kam es, dass während Istrien und Dalmatien dem österreichischen Reich zugeordnet wurden, Kroatien und Slawonien zur ungarischen Seite gehörten.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs unter der kroatischen Bevölkerung immer mehr der Wunsch nach Selbstbestimmung und Ban Josip Jelačić wurde zur Symbolfigur der kroatischen Interessen. Den nationalen Bestrebungen konnte durch den österreichisch-ungarischen und ungarisch-kroatischen Ausgleich im Jahr 1867 jedoch ein vorläufiges Ende gesetzt werden und Kroatien konnte sich erst im Jahr 1918 von der österreichisch-ungarischen Monarchie lösen und alsbald begannen italienische Truppen, die kroatischen Gebiete an der Ostküste zu besetzen. Kroatien reagierte sofort und der Nationalrat der Kroaten, Serben und Slowenen beschloss im November 1918 die Vereinigung von Kroatien mit Serbien. Aus dieser Vereinigung entstand dann das Königreich Kroatien, Slowenien und Serbien. In einer Parlamentssitzung erschoss der Abgeordnete der serbischen Radikalen Partei am 20. Juni 1928 den Kroaten-Führer Stjepan Radic und vier weitere Abgeordnete, woraufhin der amtierende König Aleksandar eine Diktatur und eine neue Verfassung ausrief und das Land in Jugoslawien umbenannte.

Allerdings wurde der noch junge Staat Jugoslawien am 06.04.1941 von deutschen Truppen angegriffen und besetzt und nur wenige Tage später bildete sich der sogenannte Ustasa-Staat und Jugoslawien kapitulierte endgültig. Die Sozialistische Republik Jugoslawien wurde im Jahr 1945 durch Tito gegründet, der das Lande mehrere Jahrzehnte lang mit harter Hand regieren sollte. In die Geschichte ging der sogenannte "Zagreber Frühling" in den Jahren 1970/1971 ein, bei dem es zu einer national-demokratischen Massenbewegung kam. 1991 schließlich erklärte die Republik Kroatien ihre Unabhängigkeit von Jugoslawien, das infolgedessen zerfiel. Es kam zum Jugoslawien-Krieg, der im September 1991 begann und erst im August 1996 endete. Ab Juli 2013 soll Kroatien das 28. Mitgliedsland der EU werden.

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