Amphitheater Pula - antike Arena

Das Amphitheater in Pula wurde unter dem römischen Kaiser Augustus errichtet und ist das Wahrzeichen der kroatischen Stadt auf der Halbinsel Istrien.

Amphitheater Pula
Amphitheater Pula - antike Arena

Im Jahr 177 v. Chr. wurde die kroatische Region Istrien von den Römern erobert und die Stadt Pula wurde zum Mittelpunkt der Provinz Colonia Pietas Iulia Pola. Gaius Iulius Augustus gilt als erster römischer Kaiser nach dem Abschaffen der Republik als Staatsform im Römischen Reich. Er war zwischen 30 v. Chr. bis zum Jahr 14 n. Chr. Alleinherrscher und unter seiner Regentschaft wurde das Amphitheater in Pula errichtet. Der erstklassige Erhaltungszustand der antiken Arena machte das Amphitheater zum Wahrzeichen der Stadt. Das Bauwerk liegt rund 200 Meter nordöstlich des Stadtzentrums und bedeckt eine Fläche von rund 11.460 Quadratmetern. Archäologen gehen davon aus, dass in dem Amphitheater einst bis zu 23.000 Menschen Platz gefunden haben. Es erhebt sich an der Westseite eines Hügels und bietet einen freien Blick auf die Wasserfläche der Adria.

Das Amphitheater in Pula besitzt eine elliptische Form. Die zwei zentralen Achsen haben eine Länge von 132 bzw. 105 Metern. Die maximale Höhe der Arena beträgt 32,45 Meter. Zur Zeit der Erbauung war das Amphitheater deutlich niedriger als in der Gegenwart. Die heutige Größe erhielt die Arena erst unter Kaiser Vespasian, der von 69 n. Chr. bis 79 n. Chr. im Römischen Reich herrschte. Er ließ das Oval ausbauen und die Höhe auf die heutigen Maße aufstocken. Wegen der Lage am Hang besitzt das Bauwerk im unteren Bereich vier Etagen, während auf der gegenüberliegenden Seite wegen des ansteigenden Geländes nur zwei obere Etagen errichtet wurden. Die Außenfassade ist an der östlichen, dem Hügel zugewandten Seite deutlich niedriger als an der westlichen Seite. Die Anpassung an das Gelände machte es erforderlich, in der unteren Bogenreihe 32 Bögen nahezu komplett wegzulassen. Die Sitzreihen für die Zuschauer folgen in ihrem Verlauf den natürlichen Vorgaben des Geländes.

Die Fassade des Amphitheaters bestand aus zwei Arkadenreihen, die übereinander angeordnet waren. Sie werden von 72 Bögen aus weißem Kalkstein getragen. 64 rechteckige Fensternischen durchbrechen das Obergeschoss des Ovals. Unter der Arena befanden sich Wirtschaftsräume, Tierkäfige und Räume, in denen die Gladiatoren auf ihren Einsatz warteten. Die Räumlichkeiten wurden zum Teil direkt in den felsigen Untergrund geschlagen. In dem Amphitheater wurden zur Zeit der römischen Herrschaft Tier- und Gladiatorenkämpfe ausgetragen und es wurden sogar Seeschlachten inszeniert. Zu diesem Zweck wurde die Arena komplett geflutet. Der Zutritt zum Amphitheater und das Zusehen bei den blutigen Kämpfen waren für die Einwohner von Pula kostenlos. Allerdings erfolgte die Platzierung der Zuschauer nach ihrer sozialen Herkunft und gesellschaftlichen Position. Mit dem Beginn der Christenverfolgung im Römischen Reich wurden Mitglieder der christlichen Gemeinde öffentlich in der Arena verurteilt und gefoltert. Dieses Vorgehen leistete dem Kult des Märtyrertums Vorschub und förderte die Verehrung der Gefolterten als Heilige.

Die Lage des Amphitheaters am Hang erforderte Sicherungsmaßnahmen im Außenbereich, denn bei starken Regenfällen drohte die Gefahr einer Unterspülung des Gebäudes. Zu diesem Zweck wurden rund um das Bauwerk Rinnen und Kanäle angelegt, über die das Wasser abfließen konnte. Das Amphitheater in Pula unterscheidet sich in der Architektur von anderen antiken Arenen durch vier rechteckige Türme, die in die Außenfassade integriert wurden. Sie dienten zur Verstärkung der Wand und waren einst mit einem schrägen Dach abgedeckt. Das Amphitheater in Pula wurde in der Gegenwart häufig als Veranstaltungsort für Konzerte, Filmvorführungen und Theateraufführungen genutzt. Vor der historischen Kulisse findet das Pula Film Festival statt, bei dem alljährlich der kroatische Filmpreis "Golden Arenas" vergeben wird. Bekannte Musiker wie Elton John, Sting und Julio Iglesias gaben im Amphitheater von Pula bereits Konzerte und für einige Filmproduktionen diente die Arena bereits als Hintergrundkulisse.

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