Cetina - spektakulärer Canyon

Die Cetina ist ein kroatischer Fluss in Dalmatien, der sich in Jahrtausenden tief in das Gestein eingegraben und einen spektakulären Canyon mit bizarren Felsformationen, tosenden Wasserfällen und unterirdischen Höhlen geschaffen hat.

Cetina
Cetina - spektakulärer Canyon

Das Quellgebiet der Cetina liegt im Dinarischen Gebirge, das sich auf einer Länge von 600 Kilometern an der Adriaküste entlangzieht und eine südosteuropäische Klima- und Landschaftsscheide darstellt. Namensgeber für den Fluss war das Dorf Cetina. Der Fluss wird an seinem Oberlauf aufgestaut und bildet den Peruća-Stausee, der zur Energieerzeugung und als Trinkwasserreservoir dient. Im Mittellauf bildet die Cetina ein Sumpfgebiet bei der Ortschaft Sinj und mündet nach einer Strecke von knapp 100 Kilometern beim Küstenstädtchen Omiš in die Adria. Die eindrucksvollsten Landschaftsformationen schuf der Fluss im Unterlauf mit der spektakulären Cetina-Schlucht. Wild und ungebändigt strömt das Wasser durch einen tiefen Canyon, der von bis zu 180 Meter hohen Felswänden eingerahmt wird. Stromschnellen, Seen und Wasserfälle dominieren das Landschaftsbild in dieser Region.

Die Cetina-Schlucht mit ihren tosenden Stromschnellen bildete im Jahr 1965 die Kulisse für die Verfilmung des Karl-May-Bestsellers "Der Ölprinz". Zu den Höhepunkten des Filmes gehörte damals ein dahinschießendes Floß auf dem rauschenden Fluss. Zwischen dem mittleren und unteren Bereich des Canyons stürzt das Wasser der Cetina über zwei eindrucksvolle Wasserfälle in die Tiefe. Der Wasserfall Gubavica besitzt eine Höhe 40 Metern und das Wasser fällt über ein steile Abbruchkante ins Tal. Der kleinere Wasserfall besitzt eine Höhe von sieben Metern. Einen atemberaubenden Blick auf die Wasserfälle haben Sie von einer Aussichtsplattform in der Nähe des Ortes Zadvarje. Im Zentrum des Ortes befindet sich eine Hinweistafel, die den Weg zur Plattform weist. Hoch über dem Flusslauf können Sie die Wasserfälle bestaunen und den großartigen Blick auf die Steilwände des Canyons genießen. Die Schlucht endet erst im Mündungsgebiet der Cetina bei der Küstenstadt Omiš. Die Berge rücken an dieser Stelle bis auf wenige Meter an die Adriaküste heran und bilden eine imposante Kulisse hinter der Ortschaft.

Die Wildwasserabschnitte der Cetina gehören zu den populärsten Kajak- und Raftinggebieten in Kroatien. Das Flussbett besitzt auf dem gesamten befahrbaren Abschnitt durchgängig Strömung. Der Einstieg erfolgt unterhalb des Kraftwerksauslasses bei der Ortschaft Slime. Zu Beginn fließt die Cetina ruhig dahin und bildet nur vereinzelt leicht zu befahrenen Stromschnellen. Nach wenigen Kilometern gibt ein stufiger Abfall mit zwei Wasserwalzen einen ersten Vorgeschmack auf die bevorstehenden Herausforderungen. Es folgen tosende Katarakte, faszinierende Schleierwasserfälle und reißende Stromschnellen. Teilweise müssen spektakuläre Abfälle überwunden werden, bei denen das Wasser mit hohem Druck durch enge Felsspalten gepresst wird und mit ungeheurer Geschwindigkeit durch die Schlucht schießt. Im unteren Bereich bis zur Mündung strömt die Cetina wieder sanft durch den Canyon. Dort gibt es die Gelegenheit, die gewaltige Schaffenskraft der Natur zu bewundern. Knapp 100 Meter ragen zu beiden Seiten des Flusslaufes die Felswände auf. Das Flussufer wird von einer üppigen Vegetation gesäumt und kleine Kiesbänke laden bei Niedrigwasser zu einer Rast ein.

Ausgehend von Omiš kann die Cetina-Schlucht auch auf reizvollen Wanderwegen erkundet werden. Die Küstenstadt mit ihren rund 7.000 Einwohnern war einst ein Piratenunterschlupf. Das Stadtgebiet schmiegt sich zu beiden Seiten des Flusses an die Flanken der Berge. Das mittelalterliche Stadtzentrum ist zum Teil noch von einer alten Stadtmauer umgeben. Von der strategischen Bedeutung der Küstenstadt zeugen die Ruinen eines quadratischen Wachturmes und die über dem Stadtgebiet liegende Festung. Fortica. Die kleiner einschiffige Kirche Sv. Petar wurde in im 11. Jahrhundert in romanischer Bauweise errichtet. Sie gehört zu den ältesten Kirchenbauten in Dalmatien. Im Mündungsgebiet und am Unterlauf des Flusses hat sich eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt angesiedelt. Forellen und Aale werden im letzten Flussabschnitt gefangen und in den Uferböschungen haben zahlreiche Vogelarten ihre Nistplätze.

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