Kathedrale Zagreb - kostbare Sammlung

Die Kathedrale von Zagreb zählt zu den Wahrzeichen der kroatischen Hauptstadt. Mit seinen weithin sichtbaren Kirchtürmen gehört das Gotteshaus zu den höchsten Bauwerken Kroatiens.

Kathedrale Zagreb
Kathedrale Zagreb

Um das Jahr 1093 wurde vom kroatisch-ungarischen König Ladislaus das katholische Bistum Zagreb gegründet. Die Gründung hatte zur damaligen Zeit weniger religiöse Hintergründe. Vielmehr wurden mit diesem Vorgang politische Ziele verfolgt, die der Festigung der Macht dienten. Zunächst war das Bistum Zagreb dem ungarischen Erzbistum Gran unterstellt. Finanzielle Zuwendungen der kroatisch-ungarische Könige verhalfen dem Bistum Zagreb ab dem 12. Jahrhundert zu materiellem Wohlstand. König Ladislaus bestimmte nach der Gründung des Bistums den ersten Bischof in Zagreb. Er führte kostbare liturgische Bücher im Gepäck, die noch heute in der Bibliothek des Bistums aufbewahrt werden. Als Kathedrale diente den ersten Bischöfen zunächst die größte Kirche der Stadt bis nach einem Beschluss der Neubau einer Kathedrale angeordnet wurde. Das erste Gotteshaus erhob sich exakt an der gleichen Stelle, an der noch heute die Kathedrale von Zagreb steht.

Baubeginn für die Kathedrale war im Jahr 1102. Bis zur endgültigen Fertigstellung des Kirchenbaus sollten mehr als 100 Jahre vergehen. Im Jahr 1217 wurde die Bischofskirche des römisch-katholischen Erzbistums Zagreb schließlich eingeweiht. Im Jahr 1242 wurde die Kathedrale durch die einfallenden Tataren stark beschädigt. Der damalige Bischof Timotheus begann darauf, Geld für einen Neuaufbau zu sammeln und zwischen 1264 und 1284 wurde das Gotteshaus im gotischen Stil erneuert. Aus dieser Zeit stammt der östliche Teil des Bauwerkes, der die Form einer Basilika besitzt. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kathedrale erweitert und mit dem sogenannten Saal wurde der Westflügel hinzugefügt. Mit dem Eindringen der Osmanen in den Balkanraum im 15. Jahrhundert wurden umfangreiche Sicherungsmaßnahmen an der Kirche durchgeführt. Die Kathedrale wurde mit einem Verteidigungswall umgeben, von dem noch viele Fragmente erhalten sind. Der Wall wurde zwischen der zweiten Hälfte des 15. und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet.

Zwei verheerende Brände im 17. Jahrhundert richteten einige Schäden an der Fassade der Kathedrale und in den Innenräumen an. Die Restaurierung zog sich bis zum Ende des 17. Jahrhunderts hin und im Zuge der Bauarbeiten wurde ein massiver Glockenturm errichtet, der gleichzeitig als Beobachtungspunkt zum Schutz gegen die Osmanen diente. Die Innenausstattung mit Marmor erhielt die Kathedrale zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Im Jahr 1880 zerstörte ein Erdbeben das Hauptschiff und hinterließ am Kirchturm irreparable Schäden. Der Wiederaufbau im neugotischen Stil erfolgte unter der Leitung des Architekten Hermann Bollé, der ein Baumeister deutsch-französischer Herkunft war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die beiden Kirchtürme mit einer Höhe von jeweils 105 Metern erbaut. Die Kathedrale besitzt eine Länge von 77 Metern und eine Breite von 48 Metern. In dem Gotteshaus wurden unter anderem der kroatische Adlige Banus Petar Zrinski und Fürst Fran Krsto Frankopan bestattet.

Eine kostbare Sammlung an Kirchenschätzen wird in der Schatzkammer der Kathedrale von Zagreb aufbewahrt. Seit der Gründung des Erzbistums Zagreb hat sich der Reichtum der Diözese stetig vermehrt. Die Schatzkammer kann nur nach vorheriger Absprache besichtigt werden. Zu den Reichtümern gehören unter anderem eine wertvolle Münzsammlung, Kunstgegenstände aus Kristall und Elfenbein, kirchliche Schmuckgegenstände aus Gold und Silber, religiöse Reliquien und eine Sammlung historischer Flaggen. Die Orgel im Innenraum des Gotteshauses stammt aus der Werkstatt des Ludwigsburger Orgelbauers Wacker. Sie gehört zu den zehn bedeutendsten Orgeln der Welt. Die barocke Kanzel stammt aus dem Jahr 1696 und einige Kirchenbänke aus der Renaissance haben die Jahrhunderte ebenfalls unbeschadet überdauert. Im Chorraum der Kathedrale ist der Sarkophag des Kardnals Alizije Stepinac in einer Glasvitrine aufgebahrt. Der Geistliche wurde im Jahr 1998 selig gesprochen. Die Kathedrale wird an drei Seiten vom Bischofspalast eingerahmt. Vor der Kirche befindet sich der Madonnenbrunnen, den vier vergoldete Engel zieren.

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