Nationalpark Mljet - Paradies für Urlauber

Der Nationalpark Mljet erstreckt sich im westlichen Bereich der gleichnamigen kroatischen Insel. Tiefblaue Salzseen, ausgedehnte Pinien- und Steineichenwälder und eine üppige mediterrane Vegetation dominieren das Landschaftsbild in dem geschützten Areal.

Nationalpark Mljet
Nationalpark Mljet - Paradies für Urlauber

Der Nationalpark Mljet wurde im Jahr 1960 gegründet und nimmt rund ein Drittel der gleichnamigen kroatischen Insel ein. Mljet liegt vor der Adriaküste Dalmatiens und kann mit Booten von der Hafenstadt Dubrovnik erreicht werden. Die Insel gehört zu den am dichtesten bewaldeten Eilanden des gesamten Mittelmeerraumes. Mehr als zwei Drittel von Mljet sind von dichten Pinien- und Steineichenwäldern bedeckt. Die landschaftliche Nutzung beschränkt sich auf den Anbau von Wein und Oliven. Um die Insel ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Der Sage nach soll der griechische Seefahrer Odysseus sieben Jahre lang gemeinsam mit der Nymphe Calypso auf Mljet gelebt haben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden auf der Insel Mungos ausgesetzt, um die dort lebenden Giftschlangen auszurotten. Das Vorhaben gelang, doch der menschliche Eingriff in das ökologische Gleichgewicht führte dazu, dass die dachsgroßen Räuber durch das Fressen von Vogeleiern den Vogelbestand auf der Insel drastisch reduzierten.

Im Zentrum des Nationalparks Mljet liegen zwei tiefblaue Salzseen, die über einen Kanal mit dem Meer verbunden sind. Sie werden von dichten Pinienwäldern und duftender Macchia gesäumt. Die Seen besitzen eine Verbindung zueinander und werden bei Flut über den Kanal mit frischem Salzwasser versorgt. Veliko Jezero ist der größere der beiden Seen. Er besitzt eine maximale Tiefe von 46 Metern und bedeckt eine Fläche von 145 Hektar. Mali Jerezo ist rund 24 Hektar groß und seine maximale Tiefe liegt bei 30 Metern. In den Sommermonaten liegen die Wassertemperaturen der Salzseen permanent einige Grad höher als im offenen Meer, weil die Sonne das Wasser wegen der vergleichsweise geringen Zirkulation stärker aufheizt. Im Winter verkehrt sich dieser Effekt hingegen ins Gegenteil.

Der Nationalpark Mljet ist ein Paradies für Urlauber, die Ruhe und Entspannung abseits der touristischen Routen suchen. Reizvolle Wanderpfade und Radwege durchziehen die Naturlandschaft und kleine Badebuchten an den Salzseen laden zu einem erfrischenden Bad ein. Einen traumhaften Panoramablick über Mljet haben Sie vom 514 Meter hohen Gipfel des Berges Velji Grad. Die Insel wird häufig im Rahmen eines Tagesausfluges besucht. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in den kleinen Ortschaften Pomena, Saplunara und Polace. Von Dubrovnik verkehrt regelmäßig eine Autofähre zur Insel. Die kleinen Häfen auf der Insel werden häufig von Freizeitkapitänen angelaufen, die mit ihren Segelbooten vor der Küste ankern und dem Nationalpark im Rahmen eines Landausfluges einen Besuch abstatten. Angler dürfen sich in den Salzseen auf einen ertragreichen Angeltag freuen. Goldbrassen, Meeraale und Langusten bevölkern die tiefen, klaren Gewässer und werden regelmäßig an Land gezogen. Darüber hinaus lädt die farbenprächtige Unterwasserwelt zum Tauchen und Schnorcheln ein. Vorsicht ist in einigen Uferzonen beim Baden geboten, denn die mit Algen bewachsenen Steine sind mitunter äußerst glatt und die Rutschgefahr ist erheblich.

Ein idyllischer Ort mitten im Salzsee Veliko Jereza ist die Klosterinsel Sveta Marija. Auf ihr erhebt sich ein Benediktinerkloster, das von den Mönchen im 12. Jahrhundert erbaut wurde. Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts war das Kloster kultureller und religiöser Mittelpunkt der Insel Mljet. Im Jahr 1345 einigten sich die Benediktinermönche und die Inselbewohner auf die Abschaffung des Frondienstes. Als Gegenleistung musste jeder Einwohner eine jährliche Steuer an die Abtei entrichten. Das Kloster wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts unter napoleonischer Vorherrschaft aufgelöst. Die alten Gemäuer blieben stehen und sind heute ein reizvolles Ausflugsziel im Nationalpark Mljet. Das Gebiet des heutigen kroatischen Nationalparks blickt auf eine lange Siedlungsgeschichte zurück. Nach den Illyrern gründeten die Römer in der Nähe der Ortschaft Pomena eine Siedlung. Die Ruinen einer antiken Palastanlage und die steinernen Überreste einer frühchristlichen Basilika zeugen von der durchgängigen Besiedlung des Küstenstreifens seit der Antike.

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