Španjola - wehrhafte Festungsanlage

Die Festung Španjola erhebt sich über dem Stadtgebiet von Hvar auf der gleichnamigen kroatischen Insel. Die wehrhafte Anlage wurde im Mittelalter von den Venezianern errichtet und im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach ausgebaut und erweitert.

Spanjola
Spanjola - wehrhafte Festungsanlage

Die strategisch günstige Lage des Naturhafens der Stadt Hvar rückte den Standort bereits in der Antike in den Fokus verschiedener Mächte. Bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. gründeten die Griechen an diesem Ort eine Siedlung. Ihnen folgten die Illyrer, die sich ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. in der Bucht niederließen. Sie errichteten auf der Erhebung oberhalb des Siedlungsgebietes eine Verteidigungsanlage. Die Römer schütteten die Bucht auf und erbauten eine kleine Siedlung, die bis zum Zusammenbruch des Römischen Reiches im 6. Jahrhundert n. Chr. bestanden hatte. Unter byzantinischer Herrschaft wurde Hvar im 6. und 7. Jahrhundert zu einem wichtigen Handels- und Militärstützpunkt. Archäologen wiesen am Standort der Festung Španjola eine spätantike Verteidigungsanlage nach, die vermutlich unter dem oströmischen Kaiser Justinian erbaut wurde. Die Spuren des byzantinischen Vorgängerbaus sind an der Südseite der Festung noch zu erkennen.

Die bedeutendste Zeit erlebte die Stadt unter venezianischer Herrschaft, die von 1278 bis zur Eroberung der Insel durch napoleonische Truppen im Jahr 1797 andauerte. Im Jahr 1282 wurde mit dem Bau der Festung Španjola begonnen. Das Geld für die Errichtung des Verteidigungsbollwerkes stammte aus dem Salzhandel, der Hvar zum Wohlstand verholfen hatte. Der Bau der Anlage verzögerte sich häufig und zog bis zum Jahr 1551 hin. Das Datum der Fertigstellung wurde gemeinsam mit dem venezianischen Staatswappen und dem Stadtwappen über dem Südtor verewigt. Die genaue Herkunft des Namens der Festung konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Es wird angenommen, dass die Bezeichnung Španjola auf spanische Armeeingenieure zurückzuführen ist, die im 14. Jahrhundert nachweislich an der Errichtung der Anlage mitgewirkt haben.

Die komplizierte architektonische Architektur der Festung Španjola ist auf die Beschaffenheit des Geländes und die damit verbundenen Schwierigkeiten beim Bau zurückzuführen. Die Verteidigungsanlage war ursprünglich mit vier Rundtürmen versehen und wurde von einer zinnenbewehrten Mauer umgeben. Es gab Schießscharten, Räume für die Besatzung, Lagerstätten für Schießpulver, mehrere Zisternen, einen Kerker und eine kleine Kapelle, die Johannes dem Täufer geweiht war. Die Besatzung der Festung bestand im 16. Jahrhundert in der Regel aus einem Befehlshaber und 12 Soldaten. Davon waren vier Militärs für die Bedienung der Kanonen zuständig und ein Soldat überwachte das Munitionsdepot. Im Jahr 1571 stand die Festung Španjola im Mittelpunkt des Geschehens, als die eindringenden Osmanen die Stadt Hvar plünderten und brandschatzen. Es gelang fast allen Einwohnern der Stadt, sich in die Festung zu retten und hinter den schützenden Mauern zu überleben. Acht Jahre später, im Oktober 1579, kam es nach einem Blitzeinschlag im Munitionsdepot zu einer schweren Katastrophe. Die Explosion beschädigte große Teile der Festung schwer und führte zu einer teilweisen Zerstörung des Stadtgebietes.

Die Festung Španjola wurde wieder aufgebaut und in den folgenden Jahrhunderten kontinuierlich erweitert. Die militärische Nutzung zog sich bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hin. Die letzten Nutzer waren die Truppen der österreichisch-ungarischen k.u.k. Monarchie, denen die Verteidigungsanlage als Kaserne diente. Anschließend wurde die Festung als Militärstützpunkt aufgegeben und dem Verfall preisgegeben. Umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen zum Erhalt des kulturellen Erbes setzten erst im Jahr 1971 ein. In der Festung können Sie heute eine Sammlung antiker Amphoren und andere archäologischer Fundstücke besichtigen. Von der erhöhten Position haben Sie einen fantastischen Panoramarundblick über das Stadtgebiet von Hvar, die blaue Wasserfläche der Adria und die vorgelagerten Hölleninseln. Östlich der Festung erhebt sich ein Berg bis auf eine Höhe von 228 Metern an der Küste. Auf seinem Gipfel ließen im Jahr 1811 die napoleonischen Besatzungstruppen eine kleine Festungsanlage errichten, die als Spähposten diente und heute unter dem Namen Napoleon bekannt ist.

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