Sergiusberg - Hausberg von Dubrovnik

Der Sergiusberg ist der Hausberg der kroatischen Stadt Dubrovnik, die mit ihrem mittelalterlichen Stadtkern und der imposanten Stadtmauer zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Sergiusberg Dubrovnik
Sergiusberg - Hausberg von Dubrovnik

Der Sergiusberg erhebt sich nördlich der Altstadt von Dubrovnik und spielte in der jüngeren Vergangenheit der Stadt eine große Rolle bei militärischen Auseinandersetzungen. Auf dem Berg befinden sich die Ruinen einer Festung, die während der napoleonischen Besatzungszeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Sie diente zur Kontrolle der Zufahrtswege nach Dubrovnik und wurde speziell zur Verteidigung des wichtigen nördlichen Zugangs zur Stadt erbaut. Die Verteidigungsanlage wurde im Jahr 1810 fertiggestellt und sollte den napoleonischen Truppen als Quartier dienen. Nach dem Sturz Napoleons fiel nach Beschlüssen des Wiener Kongresses im Jahr 1815 Kroatien mit der Stadt Dubrovnik unter österreichische Herrschaft. Die Truppen der k.u.k. Monarchie übernahmen die Festung und verlegten einen Militärstützpunkt nach Dubrovnik. In der Folge wurde die Verteidigungsanlage mehrfach ausgebaut und erweitert, sodass das ursprüngliche Aussehen vollständig verändert wurde.

Die Festung auf dem Sergiusberg erfüllte bis zum Jahr 1882 ihren Zweck als militärische Basis. Insbesondere befürchtete Übergriffe der Osmanen führten zu einem weiteren Ausbau im 19. Jahrhundert. Nach der Okkupation von Bosnien und Herzegowina durch die österreichisch-ungarische Monarchie verlor die Befestigungsanlage an militärischer Bedeutung und wurde aufgegeben. Im jugoslawischen Bürgerkrieg in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Festung im Zuge der Belagerung Dubrovniks schwer beschädigt. In der historischen Anlage verschanzten sich die Verteidiger der Stadt und leisteten erbitterten Widerstand gegen die Truppen der jugoslawischen Volksarmee. Am 6. Dezember 1991 erlebte die Festung den schwersten Angriff seit ihrer Errichtung und wurde bei den Kämpfen schwer beschädigt. Heute ist in den Ruinen der napoleonischen Verteidigungsanlage ein Museum mit einer Dokumentation zu den militärischen Auseinandersetzungen während des jugoslawischen Bürgerkrieges untergebracht. Zu den Ausstellungsstücken gehören Waffen, Munition und Fotos. Darüber hinaus befinden sich einige gastronomische Einrichtungen auf dem Sergiusberg.

Auf den Gipfel des Sergiusberges gelangen Sie entweder über eine Zufahrtsstraße, die sich in Serpentinen auf die mehr als 400 Meter hohe Erhebung windet, oder mit einer Seilbahn, deren Talstation sich in der Altstadt von Dubrovnik in unmittelbarer Nähe des Ploce-Stadttores befindet. Der Transport mit der hochmodernen Seilbahn auf den Gipfel dauert nur wenige Minuten und bereits während der Fahrt genießen Sie einen atemberaubenden Blick auf die Dächer der historischen Altstadt von Dubrovnik. An der neu gebauten Bergstation sind noch die kaum verschütteten Schützengräben aus dem Bürgerkrieg zu erkennen. Ein Mahnmal erinnert an die gefallenen Kämpfer des kroatischen Widerstandes. Das Gipfelkreuz auf dem Sergiusberg ließ einst Napoleon errichten. Im Zuge der Kampfhandlungen wurde es zu Beginn der 90er Jahre zerstört und nach Kriegsende im Originalzustand wieder aufgebaut. Nach Einbruch der Dunkelheit wird es mit Scheinwerfern beleuchtet und erstrahlt weithin sichtbar über dem Stadtgebiet.

Unmittelbar an der Talstation der Seilbahn befindet sich der Aufgang zur mittelalterlichen Stadtmauer von Dubrovnik. Die Grundmauern stammen aus dem 13. Jahrhundert. Ein schweres Erdbeben im Jahr 1667 brachte große Teile der Stadtbefestigung zum Einsturz. Anschließend wurde sie wieder aufgebaut. Auf der Stadtmauer können Sie die historische Altstadt komplett umrunden. Im Durchschnitt sind die Mauern 25 Meter hoch und zwischen drei und sechs Meter dick. Von der Mauer haben Sie einen fantastischen Blick über das Stadtzentrum und den Hafen, in dem ständig kleinere Kreuzfahrtschiffe auf Reede liegen. Der Weg über die Stadtmauer ist kein leichter Spaziergang. Das Auf und Ab führt über zahlreiche Treppen, Steigungen und Stufen. An drei verschiedenen Punkten können Sie die Stadtmauer wieder verlassen, um sich den Sehenswürdigkeiten in der Altstadt zuzuwenden. Neben gotischen Kirchen erheben sich venezianische Paläste und mittelalterliche Klosteranlagen. Sehenswert sind der gotische Rektorenpalast, das Franziskanerkloster aus dem frühen 14. Jahrhundert und das historische Rathaus aus dem 15. Jahrhundert.

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