Alkmaar - ein farbenfrohes Spektakel

Alkmaar ist eine Stadt in der niederländischen Provinz Nordholland und ist berühmt für den Käsemarkt, der seit 1622 im Stadtzentrum abgehalten wird.

Alkmaar
Alkmaar - farbenfrohes Spektakel auf dem Markt

Alkmaar liegt etwa 50 Kilometer nördlich von der niederländischen Hauptstadt Amsterdam zwischen Nordsee und Ijsselmeer. Die Stadt zählt rund 94.000 Einwohner und feierte im Jahr 2004 ihr 750-jähriges Bestehen. Im Jahr 1254 bekam Alkmaar durch den holländischen Grafen Wilhelm II. das Stadtrecht verliehen. Die Ursprünge der Stadt reichen zurück bis in das 11. Jahrhundert, als rund um eine Kirche eine bäuerliche Siedlung entstand. Im Jahr 1573 rückte Alkmaar in den Mittelpunkt bewaffneter Auseinandersetzungen zwischen den Niederlanden und Spanien und wurde zum Symbol für den Freiheitskampf. Im Rahmen des Achtzigjährigen Krieges rückten die Spanier auf Alkmaar vor, nachdem bereits andere niederländische Städte eingenommen waren. Die Belagerung der Stadt scheiterte jedoch am Siegeswillen der Verteidiger, die durch die Flutung der umliegenden Polder die Spanier am 8. Oktober 1573 zur Aufgabe zwangen. Dieser Tag wird bis heute in Alkmaar gefeiert.

Bekannt wurde Alkmaar vor allem durch den Käsemarkt, der seit 1622 im Stadtzentrum abgehalten wird. Zwischen April und September findet immer freitags ab 10 Uhr ein Zusammentreffen der Käsehändler auf dem gleichnamigen Markt statt. Dieses farbenfrohe Spektakel zieht zahlreiche Schaulustige an und gehört zu den populärsten Attraktionen in den Niederlanden. Im Schnitt werden pro Jahr 300.000 Besucher auf dem Käsemarkt gezählt. Grund für die große Popularität sind die alten Traditionen, die heute noch auf am Markttag zelebriert werden. Ganz in Weiß gekleidete Käseträger tragen auf klassischen Tragebahren aus Holz unzählige Käselaibe zum Marktplatz. Die Käsemarktmeister und Händler kontrollieren die Ware, bevor sie zum Verkauf freigegeben wird. Mehr als 2.000 Käselaibe liegen anschließend aufgereiht auf dem Marktplatz und warten auf Käufer. Das Feilschen um den besten Preis gehört seit Jahrhunderten zum Marktgeschehen und der Handel wird im Sinne alter Traditionen per Handschlag besiegelt.

Unmittelbar am Marktplatz befindet sich das Käsemuseum von Alkmaar. Dort erhalten die Besucher einen Einblick in die Geschichte der niederländischen Käseproduktion. Neben historischen Werkzeugen zur Käseherstellung werden Gemälde und Zeichnungen aus verschiedenen Jahrhunderten präsentiert. Das Gebäude stammt aus dem 14. Jahrhundert und befindet sich in einem bemerkenswert guten Erhaltungszustand. Ein Teil der Ausstellung ist unter dem historischen Dachstuhl in der ersten Etage untergebracht. Zu den bedeutendsten Museen in Alkmaar gehört darüber hinaus das Städtische Museum mit einer wertvollen Sammlung von Gemälden aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Das nationale Biermuseum ist in dem Gebäude einer alten Brauerei untergebracht. Das Haus stammt aus dem 17. Jahrhundert und in den Ausstellungsräumen werden den Besuchern die Prozesse des Bierbrauens nähergebracht. Im Untergeschoss befindet sich ein Raum, wo eine der 86 niederländischen Biersorten verköstigt werden kann. Ein Muss für alle Beatles-Fans ist ein Besuch im gleichnamigen Museum, wo zahlreiche Original-Gegenstände aus dem Fundus der Band präsentiert werden.

Die malerische Altstadt von Alkmaar ist ein architektonisches Gesamtkunstwerk mit Bauwerken aus verschiedenen Jahrhunderten. Zu den bedeutendsten Kirchenbauten im historischen Stadtzentrum gehört die St.-Laurens-Kirche. Das sakrale Gebäude wurde im 15. Jahrhundert errichtet und besitzt zwei historische Orgeln. Eine Orgel stammt aus dem Jahr 1511, die andere wurde im 17. Jahrhundert hergestellt. Am Rande des Altstadtkerns wurde im Andenken an den Showmaster Rudi Carrell ein Denkmal errichtet. Es befindet sich am Ort des ehemaligen Theaters Het Gulden Vlies, wo der Entertainer als Kind seine ersten Auftritte absolvierte. Die Altstadt Alkmaar ist von einem Netz an Grachten durchzogen, auf denen Ausflugsschiffe verkehren. Im Rahmen einer 45-minütigen Rundfahrt erhalten die Besucher einen umfassenden Eindruck von der Stadt. Auf der Bootsfahrt werden zahllose Brücken passiert und die historischen Fassaden der alten Handelshäuser erzeugen eine besondere Stimmung. Vor der touristischen Nutzung dienten die Grachten zum schnelleren Transport von Waren innerhalb des Stadtgebietes.

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