Amsterdam – die Hauptstadt der Niederlande

Amsterdam ist die Hauptstadt der Niederlande und mit einer Einwohnerzahl von rund 800.000 gleichzeitig die bevölkerungsreichste Metropole des Landes.

Amsterdam
Amsterdam - die Hauptstadt der Niederlande

Amsterdam ist eine weltoffene Metropole in der niederländischen Provinz Nordholland. Die Stadt liegt an der Mündung der Flüsse Amstel und IJ in das IJsselmeer. Dabei handelt es sich um einen riesigen Binnensee, der einst zu einer großen Meeresbucht gehörte. Über den Noordzeekanaal ist die Hafenstadt Amsterdam mit dem Meer verbunden. Weltberühmt wurde die Stadt durch ihre zahlreichen Grachten. Die kleinen Kanäle wurden zu Beginn des 17. Jahrhunderts angelegt und durchziehen das gesamte Stadtgebiet. Die Gründung von Amsterdam erfolgte im 13. Jahrhundert mit der Errichtung eines Dammes und einer Schleuse im Fluss Amstel. Dieser mündete damals in eine Nordseebucht. Der Damm fungierte als Namensgeber für die Stadt. Heute befindet sich an dieser Stelle ein Platz, der noch immer den Namen Dam trägt.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurden Amsterdam die Stadtrechte verliehen. Lange Zeit blieb der Fischfang die wichtigste Erwerbsquelle der Bevölkerung. Erst im 16. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt mit der Aufnahme von Schifffahrtsrouten nach Indien zu einem Handelszentrum. Zur Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte Amsterdam zu den wohlhabendsten Städten Europas. Nach dem Holländischen Krieg im Jahr 1679 verlor die Stadt ihre Bedeutung als Warenumschlagsplatz und schaffte stattdessen den Aufstieg zum Finanzzentrum Europas. Der wirtschaftliche Niedergang begann zu Beginn des 19. Jahrhunderts und sollte erst mit der Eröffnung des Noordzeekanaals im Jahr 1876 beendet werden. Die so entstandene Verbindung zur Nordsee leitete einen neuen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung ein. Die reizvolle Innenstadt der niederländischen Metropole ist ein eindrucksvolles Zeugnis des einstigen Reichtums von Amsterdam. Knapp 1.300 Brücken und rund 7.000 Kaufmannshäuser und Lagerhallen aus dem 16.-18. Jahrhundert prägen das Stadtbild. Die Handelshäuser wurden entlang der Grachten errichtet, die am Anfang des 17. Jahrhunderts angelegt wurden, um die Transportwege innerhalb der Stadt zu verkürzen. Seit 2010 gehört die größte Altstadt Europas zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Charakteristisch für das Stadtzentrum von Amsterdam sind die leicht nach vorn geneigten Giebelhäuser, die sich an den Grachten entlangziehen. Sie besitzen eine schmale Vorderfront, sind jedoch vergleichsweise hoch und lang. Diese Bauweise ist dem damaligen Steuersystem geschuldet, nachdem die Besteuerung der Gebäude nach ihrer Breite am Kanal bemessen wurde. Die Giebel der Handelshäuser und Wohngebäude stammen aus vier Jahrhunderten. Teilweise weisen die Gebäude eine sichtbare Neigung auf. Grund dafür sind die Holzpfähle, auf denen die Stadt errichtet wurde und die im Lauf der Jahrhunderte langsam im Untergrund vermodern. Zu den meistbesuchten Attraktionen der Stadt gehören neben den reizvollen Gebäuden die zahlreichen Museen. Neben dem Van Gogh Museum und dem Reichsmuseum mit Rembrandts berühmten Gemälde "Die Nachtwache" gehört das Anne-Frank-Haus zu den bedeutendsten kulturellen Einrichtungen in Amsterdam.

Im Herzen der Stadt am zentralen Platz Dam erhebt sich der Königspalast. Das Gebäude fungierte bis zum 19. Jahrhundert als Rathaus und wurde nach dem Einmarsch Napoleons zu Beginn des 19. Jahrhunderts zum Regierungspalast nachdem der französische Feldherr seinen Bruder Louis zum König der Niederlande ernannt hatte. Zu den populärsten Touristenattraktionen gehört darüber hinaus das Rotlicht-Viertel von Amsterdam. Insbesondere am Wochenende drängen sich Scharen von Besuchern durch die Gassen, in denen Frauen hinter rot erleuchteten Fenstern ihre Dienste anbieten. Mitten in diesem Stadtteil erhebt sich die älteste Kirche der Stadt. Baubeginn für die Oude Kerk war nach 1300. Nach mehreren Umbauten und Erweiterungen erhielt die gotische Kirche im 16. Jahrhundert ihr heutiges Aussehen. Eine Attraktion im Stadtzentrum ist der Albert-Cuip-Markt. Auf diesem Straßenmarkt im Szeneviertel Pijp bieten Händler an mehr als 300 Ständen frische Lebensmittel, Kleidung, Antiquitäten und Souvenirs an. Ein Ausflug in den Amsterdamer Artis Zoo entführt die Besucher in die Tierwelt tropischer Regenwälder und zu den Bewohnern der trockenen Savannen Afrikas.

TOP