Österreichs Geschiche - ein kurzer Überblick

Österreich blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück, in der es unter anderem weite Teile Europas regierte. Die älteste erhaltene Erwähnung stammt aus dem Jahr 996; in einer Urkunde aus diesem Jahr ist von "Ostarrichi" die Rede. Von ca. 800 bis 1806 zählte das Gebiet des heutigen Österreichs zum Heiligen Römischen Reich.

Österreich Geschichte
Österreich Geschichte - Salzburger Land - Großglockner

Zu Beginn unterstand es in Form der Markgrafschaft Österreich dem Herzog von Baiern, von dem es sich sukzessive loslöste, bis 1156 das Geschlecht der Babenberger im heutigen Niederösterreich die Macht übernahm. 1276 erlangte der deutsche König Rudolf I. die Herrschaft über Österreich. Er war der erste Habsburger, der Österreich regierte. Die Habsburger sollten von diesem Zeitpunkt an in ununterbrochener Folge bis zum Ersten Weltkrieg an der Macht bleiben und Österreich zu einem der größten und mächtigsten Kaiserreiche der Geschichte machen. Getreu dem Motto AEIOU – "Austriae est imperare orbi universo" ("Es ist Österreich bestimmt, die Welt zu beherrschen"; fälschlicherweise auch als Abkürzung für "Alles Erdreich ist Österreich untertan" bekannt) konnten sie durch feindliche Übernahmen ebenso wie durch strategisch geschickte Eheschließungen ihren Machtbereich quer durch Europa und zeitweise sogar bis nach Mexiko ausweiten, was stolz wie folgt kommentiert wurde: "In Österreich geht die Sonne niemals unter".

1520 erhielt Ferdinand I. die österreichischen Länder (in etwa das Gebiet des heutigen Österreichs sowie Sloweniens) von seinem Bruder Karl V., der zu dieser Zeit Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war. Nach der Schlacht von Mohács erbte Ferdinand 1526 außerdem auch die Königreiche Ungarn und Böhmen und mit ihnen die Bedrohung durch das Osmanische Reich, gegen das Ungarn vorher ein Schutzschild gewesen war. 1529 belagerte eine osmanische Streitmacht Wien; zwar blieb die Belagerung erfolglos, doch die Bedrohung durch die Osmanen blieb über die nächsten anderthalb Jahrhunderte bestehen bis sie 1683 nach einem zweiten Angriff auf Wien wieder geschlagen und im Großen Türkenkrieg erfolgreich nach Osten zurückgedrängt wurden.

Die einsetzende Reformierung erfasste auch die österreichischen Länder. Die Rekatholisierung verwickelte das Habsburgerreich in den Dreißigjährigen Krieg und zeitweise sah es so aus, als würden die Habsburger das Heilige Römische Reich in eine absolute Monarchie unter ihrer Herrschaft verwandeln. Am Ende des Krieges musste der Kaiser sich jedoch auf seine österreichischen und böhmischen Länder im Reich beschränken. Der Erlass der Pragmatischen Sanktion 1713 sollte durch eine einheitliche Erbfolge eine Teilung des Königreichs verhindern.

1740 begründete Maria Theresia eine neue Dynastie mit dem Haus Habsburg-Lothringen und verteidigte ihr Erbe im Österreichischen Erbfolgekrieg gegen die regierenden europäischen Mächte. Unter ihrer Herrschaft wurden tiefgreifende Reformen in allen Bereichen begonnen, die von ihrem Sohn, Kaiser Joseph II., fortgesetzt wurden. Die Krönung Napoleons 1804 zum französischen Kaiser wurde von Franz II. mit der Ausrufung des Kaisertums Österreich beantwortet wodurch Österreich in die Napoleonischen Kriege verwickelt wurde. Das Ergebnis dieser Kriege war der Wiener Kongress 1814/15 mit dem Ziel der Neuordnung Europas.

Im 19. Jahrhundert begann der Nationalismus seinen Siegeszug durch die Länder der Habsburgermonarchie mit ihren zahlreichen unterschiedlichen Ethnien und Völkern und stellte eine beträchtliche Gefährdung des Kaiserreichs dar. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren die Differenzen zwischen den einzelnen Volksgruppen der Donaumonarchie dann so stark, dass sie kaum mehr zu überbrücken waren und selbst ein Ausgleich mit Ungarn im Jahre 1867 sowie die Schaffung der kaiserlich-königlichen Doppelmonarchie Österreich-Ungarn konnte die Spannungen im Vielvölkerstaat nicht verringern. Sie gipfelten in der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand in Sarajewo, welche als direkter Auslöser des Ersten Weltkrieg angesehen werden kann.

Nach Kriegsende 1918 wurde Deutschösterreich zur Republik ausgerufen. Die schwierige Wirtschaftslage sowie innenpolitische Spannungen brachten im Februar 1934 bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen, die zur Maiverfassung von 1934 führten. Der amtierende Bundeskanzler Engelbert Dollfuss errichtete auf Grundlage dieser Verfassung einen autoritären, austrofaschistischen Ständestaat. Bereits zwei Monate später unternahmen die österreichischen Nationalsozialisten einen Putschversuch, bei dem Dollfuss getötet wurde, die restlichen Regierungsmitglieder jedoch entkommen konnten.

Am 12. März 1938 marschierte die Wehrmacht unter Hitler in Österreich ein und gliederte es als "Ostmark" ins nationalsozialistische Deutsche Reich ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Österreich als Republik wiederhergestellt, blieb aber zehn Jahre lang von den alliierten Siegermächten besetzt. Die Rolle Österreichs während des Zweiten Weltkriegs (Opfer des Einmarschs oder aktiver Mittäter?) ist bis heute ein schwieriges und umstrittenes Thema in Österreich.

Seit 1995 ist Österreich Mitglied der Europäischen Union. Eine der Haupteinnahmequellen des Landes ist der Tourismus mit mehreren Millionen Nächtigungen pro Jahr.

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