Polen und seine Geschichte ein kurzer Überblick

Die Geschichte Polens lässt sich durch die mehrfache Vergletscherung großer Teile Europas nur bis in die Jungsteinzeit zurückverfolgen. Im Jahre 200 v. Ch. ließen sich die ersten Germanenstämme wie Goten, Burgunder, Vandalen und Lugier im heutigen Polen nieder.

Polen Geschichte
Polen Geschichte

Archäologische Funde deuten auf die Przeworsker Kultur von 250 bis 200 v. Chr. und die Wielbark-Kultur ab etwa 100 v. Chr. hin. Zwischen 200 n. Chr. und 450 n. Chr. siedelten die ansässigen Ostgermanen in das heutige Europa über. Sie verteilten sich in Italien, Deutschland, Frankreich, Spanien und Tunesien.

Durch die Völkerwanderungen, die ab dem 5. Jahrhundert einsetzten, siedelten sich neue Völker im heutigen Polen an. Darunter befanden sich Slawen und Balten, die sich dauerhaft auf dem Gebiet des heutigen Polen niederließen. Das heutige Polen, dessen Name sich vom Stamm der Polanen ableitet, wurde im 10. Jahrhundert gegründet. Von 960 bis 992 wurde das Land von der Dynastie des Herzogs Mieszko I. beherrscht. Mit der römisch-katholischen Taufe von Miezko I. erlebt Polen im Jahr 966 seine christliche Geburtsstunde. Mehr und mehr unterwarfen sich die Westslawen dem regierenden Herzog, der später mit seinem Sohn durch viele Eroberungen ein großes Territorium beherrschte. 1025 wurde Polen zum Königreich ernannt. Der Prozess wurde mit der Krönung des polnischen Herrschers Boleslaw I. besiegelt.

In den nachfolgenden 150 Jahren brach ein dauerhafter Kampf um die Beherrschung Krakaus und um die Oberherrschaft im Land aus. Das Königreich zerfiel in einzelne Herzogtümer, die um Macht und Einfluss kämpften. Nachdem das Königreich im Jahr 1138 in einzelne Herzogtümer zerfallen war, bekam Polen mit der Krönung Przemyslaw II. 1295 wieder einen König. Nach dem Tod von Przemyslaw II. übernahm König Wenzel II. das Zepter. Um seinem Machtanspruch Nachdruck zu verleihen und die Herrschaft zu festigen, heiratete Wenzel II. die Tochter des verstorbenen König Przemyslaw II. und drängte seinen politischen Rivalen Wladyslaw aus dem Land, der die Ungarn um Exil bat und dort aufgenommen wurde. Im Jahr 1305 kehrte er mithilfe der Ungarn zurück und übernahm die Macht über große Teile Polens. Nach dem Tod von Wladyslaw, der als Reichseiniger Polens in die Geschichte einging, übernahm sein Sohn Kasimir die Macht im Land.

Im 14. Jahrhundert ging Polen durch ein Zeitalter, das durch Großreichsbildungen verschiedener Dynastien in Osteuropa geprägt war. Diese Entwicklung nutzte Polen zur Stärkung seiner außenpolitischen Position. Durch die verbesserte Stellung gelang Polen die dynastische Vereinigung mit Litauen. Durch die Vereinigung der beiden Länder wurden sie zum größten Flächenstaat in Europa. Dazu gehörten sowohl das heutige Litauen, Lettland und Weißrussland als auch Teile der heutigen Länder Russland, Estland, Moldau, Rumänien und die Ukraine.

Zwischen dem 13. bis 16. Jahrhundert erlebte Polen eine kulturelle und politische Blütezeit. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Schicksal des Landes von fremden äußeren Einwirkungen, insbesondere durch Russland und Preußen geprägt. Erstmals begann im Jahr 1772 die Teilung des Doppelstaates Polen-Litauen. Die Teilung des Unionstaates durch seine Nachbarländer Russland, Preußen und Österreich ließ Polen für 120 Jahre von der europäischen Landkarte verschwinden. Ende des 18. Jahrhunderts geriet das stark geschwächte Polen unter die Vorherrschaft Russlands.

Nach den napoleonischen Feldzügen zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die mit einer Niederlage der französischen Truppen endeten, fielen große Teile Polens an Preußen und wurden als Provinz Posen in das Königreich eingebunden. Der Rest des Landes blieb unter russischer Kontrolle und wurde als Kongresspolen bezeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg erlangt Polen seine Souveränität wieder, die im Vertrag von Versailles festgeschrieben wurde. In der Weimarer Republik wurden die Provinzen Posen und Westpreußen aufgegeben, woraufhin rund 200.000 Deutsche die Gebiete verließen. Im Rahmen des Polnisch-Sowjetischen Krieges im Jahr 1920 versuchte die Rote Armee Warschau einzunehmen, was jedoch misslang.

Im Jahr 1939 erfolgte am 1. September der Einmarsch deutscher Truppen in Polen. Dieses Ereignis war der Auslöser zum Zweiten Weltkrieg. Die Nationalsozialisten errichteten bis 1944 mehrere Konzentrationslager in Polen, in die Hunderttausende Polen deportiert wurden. Am 1. August 1944 begann der Warschauer Aufstand gegen die deutsche Besatzungsmacht. Er wurde von den deutschen Truppen niedergeschlagen, wobei mehr als 200.000 Polen ihr Leben verloren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden im Potsdamer Abkommen die Grenzen Polens neu festgelegt. Ab dem Jahr 1945 wurde Polen von einer kommunistischen Diktatur beherrscht. Unter Führung der polnischen Gewerkschaft Solidarność kam es ab 1980 zu revolutionären Umwälzungen, die im Jahr 1989 nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in den ersten freien Wahlen mündeten. Im gleichen Jahr wurde in Polen die Dritte Republik ausgerufen und seit dem 1. Mai 2004 ist das Land Mitglied der Europäischen Union.

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