Bad Kolberg - Kurort und Seebad

Bad Kolberg ist ein Kurort und Seebad an der polnischen Ostseeküste. Der größte Kurort des Landes liegt auf halber Strecke zwischen der Insel Usedom und der Hafenstadt Danzig.

Polen Bad Kolberg
Polen Bad Kolberg

Das Stadtgebiet von Bad Kolberg erstreckt sich an der Flussmündung der Persante in Hinterpommern. Heute leben rund 46.000 Menschen in Kolberg, dessen Haupteinnahmequellen der Tourismus und die Fischerei sind. Das Stadtgebiet unterteilt sich in vier Bereiche. An der Ostseeküste erstreckt sich auf einer Länge von drei Kilometern das Kur- und Bäderviertel. Daneben gibt es das Hafenviertel, das westliche Stadtviertel am Weststrand und den Innenstadtbereich. Die Gründung der Stadt geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Das Stadtrecht erhielt Kolberg im Jahr 1255 und im 13. Jahrhundert trat die Stadt dem mittelalterlichen Städtebund der Hanse bei. Erheblichen Wohlstand brachten der Stadt die Salzproduktion und der Fischfang in der Ostsee.

Heute ist Bad Kolberg ein bedeutendes Kurzentrum im Ostseeraum. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges entstanden mehr als 20 neue Kurhotels in Strandnähe, die vor allem von Gästen aus Skandinavien und Deutschland genutzt werden. Das Kurviertel ist zu überwiegenden Teil verkehrsberuhigt und für den Autoverkehr gesperrt. Kilometerlang ziehen sich die feinsandigen Ostseestrände an der Küste entlang. Die neu angelegte Strandpromenade lädt zum Flanieren ein. In zentraler Lage befindet sich eine Seebrücke, die 220 Meter weit in die Ostsee hinausreicht.

Die Altstadt von Bad Kolberg wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. In den Nachkriegsjahren erfolgte der schrittweise Wiederaufbau der Stadt unter Berücksichtigung historischer Vorlagen. Zu den sehenswerten Bauwerken im Stadtzentrum gehört das Rathaus, das zwischen 1829 und 1831 nach Entwürfen des Architekten und Stadtplaners Karl Friedrich Schinkel erbaut wurde. Der Bau erfolgte unter Einbeziehung der gotischen Überreste eines Vorgängerbaus, der während der napoleonischen Feldzüge im Jahr 1807 zerstört wurde. Die erste urkundliche Erwähnung des Kolberger Doms erfolgte im Jahr 1316. Die Hallenkirche wurde im Stil der norddeutschen Backsteingotik errichtet und besitzt einen auffälligen Turm. Papst Johannes Paul II. erhob das Gotteshaus im Jahr 1986 in den Rang einer Basilika.

Das Wahrzeichen von Bad Kolberg ist der Leuchtturm an der Hafeneinfahrt. Er wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als erstes Bauwerk in der Stadt neu errichtet und erhebt sich auf den Grundmauern eines alten Forts. In der Umgebung des Leuchtturms herrscht im Hafenviertel ein buntes Treiben. Zahlreiche Restaurants, Cafés und Boutiquen drängen sich in den Straßen und Gassen aneinander und im Hafen legen große Autofähren mit Ziel auf die Insel Bornholm ab. Im Fischereihafen von Kolberg können Sie den Fisch fangfrisch bei den Händlern kaufen oder sich ein Fischbrötchen schmecken lassen.

Westlich des Hafens erstreckt sich ein Villenviertel, das seit der Jahrtausendwende einen touristischen Aufschwung erlebt. Zahlreiche Appartementanlagen und Hotels entstanden in diesem Stadtviertel neu. In dieser Region nehmen die längsten und breitesten Sandstrände des Gemeindegebietes ihren Anfang. Sie fallen flach in die Ostsee ab und erfreuen sich vor allem bei Familien mit kleinen Kindern großer Beliebtheit. Die Dünenlandschaften und Kieferwälder in Küstennähe können Sie auf einem Radweg erkunden, der auf einer Länge von fünf Kilometern in Strandnähe an der Ostseeküste entlangführt.

Die Geschichte von Bad Kolberg wird im Stadtmuseum anhand zahlreicher historischer Dokumente und Gegenstände aus verschiedenen Jahrhunderten dokumentiert. Die Ausstellungsräume befinden sich im Inneren des sogenannten Braunschweiger Hauses. Bei dem Gebäude handelt es sich um den Wohnsitz der Kaufmannsfamilie Plüddemann, die das prunkvolle Bauwerk im 17. Jahrhundert errichten ließ. Darüber hinaus lohnt ein Besuch im polnischen Waffenmuseum in Kolberg. Unter den Exponaten befindet sich eine deutsche Enigma, die im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Wehrmacht zur Verschlüsselung von geheimen Nachrichten benutzt wurde. An die Zeit der Salzgewinnung erinnert eine Quelle im Stadtgebiet, an der Sie selbst Heilwasser mit einem starken Salzgehalt in Flaschen oder Gläser abfüllen können.

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