Masuren - unberührte Naturlandschaft

Mit den Masuren wird eine Region im Norden Polens bezeichnet, die mit ihren tiefen Urwäldern, den knapp 3.000 Seen und ausgedehnten Mooren zu den letzten unberührten Naturlandschaften Europas gehört.

Polen Masuren
Polen Masuren

Die Masuren sind eine jahrtausendealte Natur- und Kulturlandschaft, die von der Ansiedlung industrieller Infrastruktur bis heute verschont geblieben ist. Weite Landstriche stehen unter Naturschutz und die Region wird geprägt von kleinen Dörfern, die über kopfsteingepflasterte Straßen miteinander verbunden sind. Rund 3.000 Seen glitzern in den Masuren im hellen Sonnenlicht. Die sauberen, glasklaren Gewässer laden in den Sommermonaten zu Kanutouren, zum Schwimmen und zum Windsurfen ein. Viele Seen sind über Zu- und Abflüsse miteinander verbunden und Sie können in der Seenlandschaft wochenlang mit dem Boot unterwegs sein, ohne eine Anlegestelle zweimal benutzen zu müssen. Das weitverzweigte Flusssystem der Krutynia lädt zu beschaulichen Ausflügen mit dem Kajak ein. Mitten im Niedersee befindet sich eine Insellandschaft, die zu den reizvollsten Regionen in den Masuren gehört. Ein Kanuverleih befindet sich in der Ortschaft Krutyn. Je weiter Sie mit dem Boot in Richtung Süden vordringen, desto stiller und ursprünglicher wird die Wildnis.

Unberührte Urwälder mit bis zu 200 Meter hohen Baumriesen erwarten Sie im Mischwald des Borkener Forstes. Das Naturschutzgebiet ist nur von wenigen Wanderwegen durchzogen. Einen Eindruck von der Ursprünglichkeit dieser Landschaftsregion erhalten Sie auf einer Fahrt auf der Waldstraße, die durch das Naturparadies führt. Mehrere Parkplätze an kristallklaren Seen laden zu einem Zwischenstopp ein. An den Gewässern sind seltene Schwarzstörche und wild lebende Seeadler beheimatet. Die größten Säugetiere im Borkener Forst sind Wölfe, Wildschweine, Wisente und Elche. Am Kissian-See erstreckt sich das Naturreservat Fuledzki Rog, das Sie mit einem ausgedehnten Findlingsfeld empfängt. Die grauen, rosafarbenen und schwarzen Granitblöcke sind ein Überrest aus der letzten Eiszeit, als sich die Gletscher nach und nach in den Norden zurückzogen.

In den Masuren wandeln Sie auf den Spuren deutscher, russischer und polnischer Geschichte. Deutsche Ordensritter und ermländische Bischöfe errichteten mächtige Burgen, die vom Reichtum der Erbauer kündeten. Zu den eindrucksvollsten mittelalterlichen Bauwerken in den Masuren gehört die Burg der ermländischen Bischhöfe in der Region Reszel. Im 14. Jahrhundert war der Backsteinbau mit seinem imposanten Rundtürmen Bischofssitz, bevor er im 17. Jahrhundert Sitz einer Adelsfamilie wurde. Später wurde das alte Gemäuer als Gefängnis genutzt. Die Errichtung der Feste Boyen in der Ortschaft Gizycko geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Das Bauwerk diente damals zum Schutz der östlichen Grenze des Deutschen Reiches. In der Festungsanlage werden Führungen veranstaltet, nachdem die alte Bausubstanz in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts umfassend restauriert wurde. Von russisch-orthodoxen Siedlern wurde das kleine Dorf Wojnowo am Flussufer der Krutynia gegründet. Dort können Sie die alte Klosteranlage aus dem 19. Jahrhundert mit der russisch-orthodoxen Kapelle und dem Friedhof besichtigen, auf dem sich zahlreiche verwitterte Kreuze erheben.

Zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in den Masuren gehören die Überreste der als Wolfsschanze bezeichneten Bunkerstadt der Nationalsozialisten. An diesem Ort fand im Jahr 1944 das missglückte Attentat auf Adolf Hitler unter Federführung von Claus Schenk Graf von Stauffenberg statt. Rund 200.000 Besucher jährlich besichtigen die Bunkeranlagen des nationalsozialistischen Regimes. In der Nähe des Dorfes Rapa befindet sich ein eindrucksvolles Grabmal einer ostpreußischen Adelsfamilie, die hier zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestattet wurde. Die Grabstätte besitzt die Form einer ägyptischen Pyramide und dem Bauwerk werden übernatürliche Kräfte zugesprochen. Begründet wird diese Aussage mit der Mumifizierung der Bestatteten. Mit Großer Wildnis wird eine unwegsame Hügellandschaft in den Masuren bezeichnet, in der eine große Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt beheimatet ist. Neben Braunbären, Wolfsrudeln und Rothirschen leben auch Elche und Seeadler in der schwer zugänglichen Region. Mit dem Dorf Heilige Linde befindet sich ein bedeutender Wallfahrtsort in der Region der Masuren. Die Basilika mit dem Kreuzgang zieht alljährlich Tausende Pilger an und gehört zu den bedeutendsten barocken Kirchenbauten in Polen.

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