Stettin - Großstadt mit bedeutendem Seehafen

Stettin ist eine Stadt mit 400.000 Einwohnern in Westpommern, die aufgrund des Ostseehafens eine große wirtschaftliche Bedeutung für Polen besitzt.

Polen Stettin
Polen Stettin

Stettin ist die siebtgrößte Stadt in Polen und liegt im Mündungsgebiet der Oder am Stettiner Haff. Der größte Teil des Stadtgebietes erstreckt sich am westlichen Oderufer. Der Grenzfluss teilt sich vor der Mündung in zahlreiche Nebenarme auf, die eine Vielzahl von Flussinseln bilden. Nördlich von Stettin bildet die Oder einen großen Binnensee, während sich im Süden der Stadt der Landschaftsschutzpark Unteres Odertal anschließt. Zahlreiche Flussinseln prägen das Stadtgebiet von Stettin. Der Fluss bildet zwei breite Hauptarme, die als Westoder und Ostoder bezeichnet werden. Die Altstadt mit dem historischen Stadtkern befindet sich am Ufer der Westoder. Sie wird umgeben vom Gebiet der Neustadt mit den Stadtteilen Silberwiese und Lastadie. Dabei handelt es sich um Inseln, die komplett bebaut sind. Die größte Insel im Stadtgebiet von Stettin ist Zaleskie Legi. Auf ihr befinden sich Bahn- und Hafenanlagen.

Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg schwer in Mitleidenschaft gezogen und große Teile der historischen Bausubstanz wurden zerstört. Nur teilweise wurden die alten Gebäude nach Kriegsende wieder aufgebaut. Im ältesten Stadtteil Stettins prägen zahlreiche Baulücken und brachliegende Areale das Stadtbild. In den 50er Jahren wurden zahlreiche einfache Wohnhäuser errichtet, die das Antlitz bis heute prägen. Die Stettiner Altstadt wird vom Schloss der pommerschen Herzöge überragt. Die Grundmauern des Schlosses stammen aus dem 15. Jahrhundert. Im Lauf der Jahrhunderte erfolgten mehrere Um- und Ausbauten. Eindrucksvoll ist der Uhrenturm am Südflügel, der sich im großen Innenhof des Bauwerkes erhebt. Am Fuß des Burghügels siedelten sich wohlhabende Bürger rund um die ehemalige Nikolaikirche an. Sie wurde im Jahr 1811 abgerissen und nicht wieder aufgebaut. Zu den sehenswertesten Baudenkmälern in Stettin gehört das alte Rathaus am Heumarkt, das im gotischen Baustil errichtet wurde.

Die Jakobikirche gehört zu den ältesten Gotteshäusern in Stettin. Nach mehrfachen Zerstörungen im Lauf der Jahrhunderte erfolgt der letzte Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Als Stettin unter preußischer Vorherrschaft stand, entstanden das barocke Königstor als nördliche Begrenzung der Altstadt und das Berliner Tor im Süden. Beide Stadttore wurden zwischen 1725 und 1729 erbaut. Zwischen beiden Toren liegen mehrere barocke Stadtpaläste, in denen damals unter anderem das Generalkommando der preußischen Einheit und der Sitz der pommerschen Regionalregierung untergebracht waren. Das sogenannte Loitzhaus unterhalb des Schlosshügels stammt aus dem 16. Jahrhundert und war einst der Wohnsitz einer reichen Kaufmannsfamilie. Die Stettiner Neustadt erhielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihr Gesicht. Hoch über der Oder liegt an der Hakenterrasse die bekannteste Gebäudeansammlung der Stadt. Bei der Hakenterrasse handelt es sich um eine von Bäumen gesäumte Uferstraße, die im Jahr 1904 angelegt wurde.

Die wichtigsten Gebäude an dieser Straße sind ein Jugendstilbau mit einem kupfergedeckten Turm, die Hochschule für Seefahrt und ein Bauwerk der Neurenaissance. Am Paradeplatz in der Neustadt befindet sich mit der Shopping-Mall Galaxy das größte Einkaufszentrum in der Stettiner Innenstadt. Zahlreiche Gebäude aus der Gründerzeit haben das Bombardement der alliierten Luftstreitkräfte im Zweiten Weltkrieg überstanden. Dazu gehört unter anderem das Gebäude der Oberpostdirektion. Eine repräsentative Grünanlage erstreckt sich am Hohenzollernplatz. Mit der Bugenhagenkirche und der Garnisonskirche erheben sich zwei Gotteshäuser an dem parkähnlichen Areal. Eine große wirtschaftliche Bedeutung besitzt der Seehafen am Stettiner Haff. Dort befindet sich auch die Stettiner Werft, die mit rund 10.000 Beschäftigten bis zum Jahr 2009 die größte Schiffsbauanlage in Europa war. Vom Hafen bestehen regelmäßige Schnellbootverbindungen in das Seebad Swinemünde. Für die 65 Kilometer lange Strecke über das Stettiner Haff benötigen die Tragflächenboote rund 75 Minuten. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war der Stettiner Hafen der bedeutendste Seehafen für Berlin, über den ein Großteil der Ein- und Ausfuhren auf dem Seeweg abgewickelt wurde.

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