Swinemünde - ehemaliges Kaiserbad und Kurstadt

Swinemünde ist ein Seebad in Westpommern, das nahe der deutschen Grenze auf der Insel Usedom liegt und über einen kilometerlangen Sandstrand verfügt.

Polen Swinemünde
Polen Swinemünde

Swinemünde ist mit rund 41.000 Einwohnern die größte Stadt auf der Ostseeinsel Usedom. Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Stadt das drittgrößte Ostseebad Deutschlands und wurde neben Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin als viertes Kaiserbad bezeichnet. Seit 1945 gehört Swinemünde zu Polen. Das Stadtgebiet erstreckt sich im östlichen Bereich der Insel Usedom und nimmt den westlichen Zipfel der Ostseeinsel Wolin ein. Der Fluss Swine trennt beide Inseln voneinander und mündet unweit des Stadtkerns in die Ostsee. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten preußische Truppen eine Festung im Mündungsgebiet der Swine. Das Bauwerk entstand zwischen 1854 und 1880 und ist aufgrund des guten Erhaltungszustandes noch heute ein touristischer Anziehungspunkt. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hielt sich Kaiser Wilhelm II. regelmäßig im August in Swinemünde auf.

Swinemünde ist durch eine zwölf Kilometer lange Promenade mit dem deutschen Seebad Bansin verbunden, die für Fußgänger und Radfahrer durchgehend geöffnet ist. Zwischen dem polnischen Seebad und dem Badeort Ahlbeck markiert ein Grenzdenkmal den Verlauf der Staatsgrenze. Im Jahr 2007 wurde der Fußgängerübergang an der Bundesstraße 111 auch für Pkws geöffnet, sodass Swinemünde von Deutschland aus direkt mit dem Auto auf dem Landweg erreicht werden kann. Mit der Unterzeichnung des Schengener Abkommens durch Polen im Jahr 2007 fielen auch die Personenkontrollen an der Grenze zwischen beiden Staaten weg. Die polnische Hafenstadt Stettin liegt rund 100 Kilometer auf dem Landweg von Swinemünde entfernt. Zwischen beiden Städten besteht eine Fährverbindung mit Schnellbooten, die für die 65 Kilometer lange Strecke über das Stettiner Haff rund 75 Minuten benötigen. Die Verbindung über den Landweg erfolgt über eine Fernverkehrsstraße und eine Eisenbahnlinie, die beide über die Insel Wolin führen.

Die Attraktion von Swinemünde ist der kilometerlange Sandstrand, der zu den breitesten Strandabschnitten auf der Insel Usedom gehört. Er fällt flach in die Ostsee ab und ist hervorragend für einen Familienurlaub mit Kindern geeignet. Strandspaziergänge führen bis in den deutschen Nachbarort Ahlbeck. Der Strand ist in den Sommermonaten sehr belebt. Ruhiger geht es an den Ostseestränden der Insel Wolin zu, die sich östlich von Swinemünde erstrecken. Das nächstgelegene Seebad ist Misdroy. Es liegt rund 15 Kilometer von der polnischen Stadt entfernt. Der Hafen von Swinemünde wird von Molen eingerahmt. Die Längste ist 1,4 Kilometer lang und kann begangen werden. Mit dem Bau des Hafens wurde im Jahr 1740 zur Zeit der preußischen Regentschaft begonnen. Die Festungsanlagen im Mündungsgebiet der Swine gehören zu den bedeutendsten Touristenattraktionen der Stadt. Nach einer umfassenden Restaurierung der alten Bausubstanz zu Beginn der 90er Jahre wurden in den Innenräumen Ausstellungen untergebracht.

Entlang der Strandpromenade können Sie einige eindrucksvolle Gebäude der klassizistischen Bäderarchitektur bewundern. Im historischen Stadtzentrum sind darüber hinaus einige Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten. Im Zentrum erhebt sich das alte Rathaus, das im Jahr 1806 fertiggestellt wurde. In dem Gebäude ist heute das Museum für Fischerei untergebracht. Die Christuskirche wurde zwischen 1788 und 1792 als erste evangelische Pfarrkirche erbaut und die katholische Kirche Ave Maris Stella wurde im Jahr 1896 eingeweiht. Swinemünde blickt auf eine lange Tradition als Kurstadt zurück und der Kurpark an der Strandpromenade ist das grüne Herz des Seebades. Östlich der Swinemündung erhebt sich der Leuchtturm aus dem Jahr 1857. Er besitzt eine Höhe von knapp 65 Metern und ist das höchste Bauwerk dieser Art an der Ostseeküste. Nachdem Sie den Aufstieg über die 308 Stufen bewältigt haben, genießen Sie einen traumhaften Blick über die Ostseeküste mit ihren breiten Stränden und über das Stadtgebiet von Swinemünde. Rund 200 Meter hinter der deutschen Grenze liegt ein großer Markt mit zahlreichen Ständen, der vor allem von Tagestouristen besucht wird, die dem polnischen Seebad während des Urlaubs einen Besuch abstatten.

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