Thorn - beeindruckt mit mittelalterlicher Altstadt

Thorn ist eine polnische Stadt an der Weichsel, deren mittelalterliche Altstadt mit den zahlreichen Gebäuden im Stil der norddeutschen Backsteingotik im Jahr 1997 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Polen Thorn
Polen Thorn

Die rund 200.000 Einwohner zählende Stadt Thorn liegt 180 Kilometer nordwestlich von der polnischen Hauptstadt Warschau entfernt am Flussufer der Weichsel. Die Geschichte der Stadt begann im Jahr 1231 als kleine Siedlung, die unter der Verwaltung des Deutschen Ordens stand. Bereits zwei Jahre später erhielt Thorn das Stadtrecht und im Jahr 1260 wurde die Ordensburg zur Sicherung der Stadt errichtet. Im 14. Jahrhundert trat Thorn dem Städtebund der Hanse bei und gehörte im Mittelalter neben Königsberg und Danzig zu den wichtigsten Hansestädten im späteren Ostpreußen. Der berühmteste Sohn der Stadt ist der Mathematiker und Astronom Nikolaus Kopernikus, der am 19. Februar 1473 in Thorn geboren wurde. Mit der Teilung Polens im Jahr 1793 fiel die Stadt an der Weichsel an das Königreich Preußen.

Thorn beeindruckt mit einer nahezu vollständig erhaltenen mittelalterlichen Altstadt, die noch heute von einer Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert umgeben ist. Eingebettet in die Stadtbefestigung ist eine Bastei, deren auffälligstes Merkmal ein schiefer Turm ist. Er ist in einem Winkel von fünf Grad zur Stadtseite geneigt. Die Festung wurde auf Lehmboden errichtet, der unter dem Gewicht im Laufe der Zeit nachgab. Mehrere Stadttore gewähren den Zugang zur Altstadt, die seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Erhalten sind das Nonnentor, das Seglertor und das Brückentor. Vom sogenannten Badehaustor sind nur noch Fragmente übrig.

Der historische Bereich von Thorn besteht aus der Altstadt, die im Jahr 1233 das Stadtrecht erhielt und der Neustadt, die 13 Jahre später eingemeindet wurde. Bei der Neustadt handelte es sich um eine Handwerkersiedlung mit Schmieden, Gerbereien und Tuchfärbereien. Zwischen beiden Stadtteilen liegen die Ruinen der Ordensburg. Die mittelalterliche Bastion wurde im Jahr 1454 von aufgebrachten Thorner Bürgern gestürmt und zerstört. Erst in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden Teile der Burg rekonstruiert und die Reste der alten Bausubstanz gesichert.

Zu den eindrucksvollsten Bauwerken in der historischen Altstadt von Thorn gehört das Altstädtische Rathaus. Das Gebäude wurde im 13. Jahrhundert im Stil der deutschen Backsteingotik errichtet und bis zum 18. Jahrhundert im Barockstil umgebaut. Ein Jahrhundert später wurde das Rathaus um ein Stockwerk aufgestockt. Der 40 Meter hohe Rathausturm ist zur Besichtigung freigegeben und aus der Höhe haben Sie eine herrliche Aussicht über die Alt- und Neustadt von Thorn. In den Innenräumen ist heute das Heimatmuseum untergebracht. Das Bauwerk lieferte die architektonische Vorlage für das Rote Rathaus in Berlin. Vor dem Altstädtischen Rathaus erinnert ein Denkmal an den berühmten Gelehrten Nikolaus Kopernikus.

Ein imposantes Bauwerk hinter den alten Stadtmauern ist der Johannesdom, dessen Bausubstanz aus dem 13. Jahrhundert stammt. In den folgenden Jahrhunderten wurde das gotische Gotteshaus mehrfach ausgebaut und erweitert. Im Jahr 1473 wurde Nikolaus Kopernikus in der Kirche getauft. Das originale Taufbecken ist noch erhalten und kann im Inneren des Doms besichtigt werden. An der Nordwand befinden sich mittelalterliche Fresken aus dem späten 14. Jahrhundert. Historische Wandgemälde aus dem gleichen Jahrhundert können Sie auch in der Marienkirche in Thorn bewundern. In diesem Gotteshaus wurde unter anderem Prinzessin Anna Wasa von Schweden im Jahr 1636 bestattet.

Außerhalb der Stadtmauern von Thorn gehört die Burg Dybow am linken Weichselufer zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten. Die Anlage ließ Wladysław II. Jagiello im Jahr 1428 als Grenzbefestigung anlegen. Das Fort IV der Festung Torun ist ein preußisches Artilleriefort aus dem späten 19. Jahrhundert. Die Verteidigungsanlage liegt am nördlichen Stadtrand von Thorn und kann besichtigt werden. Rund einen Kilometer westlich liegt das preußische Fort V und etwa 500 Meter südöstlich von der Anlage befindet sich das kleinere Fort III.

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