Warschau - Hauptstadt an der Weichsel

Warschau ist die Hauptstadt Polens und mit einer Einwohnerzahl von 1,7 Millionen die bevölkerungsreichste Metropole des Landes.

Polen Warschau
Polen Warschau

Das Stadtgebiet von Warschau erstreckt sich zu beiden Ufern der mittleren Weichsel und ist in 18 Stadtbezirke unterteilt. Die Stadt gehört zu den wichtigsten Handels- und Industriezentren im osteuropäischen Raum und ist gemessen an der Einwohnerzahl die zehntgrößte Stadt in der Europäischen Union. Die historische Altstadt liegt am westlichen Ufer der Weichsel und wurde von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Das Wetter in Warschau wird von maritimen Luftströmungen aus westlicher Richtung und kontinentalem Klima bestimmt. Die Sommer sind oft heiß und trocken, während im Winter die Temperaturen regelmäßig unter den Gefrierpunkt fallen. Nicht selten kommt es in der polnischen Hauptstadt zur Ausbildung einer geschlossenen Schneedecke. Die jährlichen Niederschlagsmengen fallen mit durchschnittlich 550 mm vergleichsweise gering aus.

Die erste urkundliche Erwähnung von Warschau erfolgt im Jahr 1282. Im Jahr 1596 wurde die Stadt zum wichtigsten Machtzentrum des Königreiches Polen, als der amtierende Herrscher Sigismund III. Warschau zum Regierungssitz machte. Unter dem polnischen König Stanislaw II. August erlebte Warschau im 18. Jahrhundert eine Blütezeit. Unter seiner Regentschaft wurde die Stadt zu einem bedeutenden Zentrum des Klassizismus und der Aufklärung. Im Zweiten Weltkrieg stand Warschau im Zentrum des Widerstandes gegen die deutschen Besatzungstruppen. Die Nationalsozialisten richteten im Jahr 1940 das Warschauer Ghetto ein, in das jüdische Bürger aus allen Teilen Polens deportiert wurden. Vier Jahre später kam es unter Führung der polnischen Heimatarmee zum Warschauer Aufstand, der von der SS blutig niedergeschlagen wurde. Rund 200.000 polnische Zivilisten und Soldaten kamen dabei ums Leben. Vor dem Gebäude des Obersten Gerichtshofes erinnert das Denkmal des Warschauer Aufstandes an dieses Ereignis. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989 setzte in Warschau ein beispielloser Bauboom ein. Unzählige moderne Bürohochhäuser, Einkaufszentren und Repräsentativbauten wurden seither in der Innenstadt errichtet.

Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Warschau gehört die historische Altstadt am rechten Weichselufer. Im Zentrum befindet sich der dreieckige Schlossplatz, der im Süden einst vom Krakauer Tor begrenzt wurde. An der Ostseite des Schlossplatzes befindet sich die Fassade des Königsschlosses. Mitten auf dem Platz erhebt sich mit der Sigismundsäule ein Denkmal, das im Jahr 1644 errichtet wurde. Neben dem Königsschloss liegt der sogenannte Palast unter dem Blechdach. Die palastartige Anlage stammt aus dem Spätbarock und wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Lebhafter Mittelpunkt der Warschauer Altstadt ist der Marktplatz, der von historischen Patrizierhäusern eingerahmt wird. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden viele Gebäude im Originalzustand wieder aufgebaut. An der Nordseite blieb die alte Bausubstanz größtenteils erhalten. Dort ist in einer Häuserzeile das Historische Museum untergebracht. An der Südseite überragt der Turm der Jesuitenkirche die umliegenden Gebäude.

Die Warschauer Altstadt liegt auf einem Plateau etwa 30 Meter oberhalb der Weichsel. Über die Steinerne Treppengasse gelangen Sie über das ehemalige Weiße Tor in die tiefer gelegenen Bereiche. Im Osten der Warschauer Altstadt liegt der Kanonikerplatz mit seinen Bürgerhäusern, die im flämischen Baustil errichtet wurde. Nördlich der Altstadt schließt sich die Warschauer Neustadt an. Sie entstand ab dem 14. Jahrhundert außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern. Das Zentrum bildet der Neustädter Marktplatz mit der barocken Sakramentinnenkirche. Das Gotteshaus wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts im spätgotischen Stil errichtet. Kulturinteressierte Besucher haben die Gelegenheit, zahlreiche Museen und Kunstausstellungen in der polnischen Hauptstadt zu besichtigen. Das bedeutendste Museum ist das Nationalmuseum, in dem kostbare Kunstwerke von Malern und Bildhauern ausgestellt werden. Historische Gemälde und die größte Sammlung orientalischer Teppiche in Europa werden im Königsschloss präsentiert. Das Museum des Warschauer Aufstandes erinnert an die Geschehnisse im Jahr 1944, als sich die Polen aktiv gegen die nationalsozialistische Besatzungsmacht zur Wehr setzten. Zu den wichtigsten kulturellen Einrichtungen in Warschau gehören die Staatsoper und das im Jahr 1765 gegründete Nationaltheater.

TOP